Wie der Lernpfad Ihr E-Learning strukturiert

Avendoo Blog E-Learning LernpfadMit Lernpfaden den Lernprozess steuern

„Ordnung ist das halbe Leben“ – diesen Satz hat wohl jeder schon einmal gehört. Dass nicht nur Ordnung, sondern auch Planung durchaus sinnig ist, das fällt vor allem bei dem Thema Aus- und Weiterbildung immer wieder auf. Bevor neue Kurse erstellt und für Mitarbeiter freigegeben werden, sollten Sie sich vorab mit einigen grundlegenden Fragestellungen befassen. Dazu gehören zum Beispiel Aufbau und Struktur der Inhalte und der gesamten Lerneinheit – und an dieser Stelle greifen Lernleitsysteme wie der Lernpfad in Avendoo®.

Ein Lernpfad ist eine grafische Visualisierung des Lernprozesses und gleichzeitig die empfohlene Bearbeitungsreihenfolge für den Lerner. Er gibt also Orientierung und stellt den Lernprozess grafisch dar. Auf diese Weise wird sofort klar, welche Erwartungen an den Lerner gestellt werden und welche Themen bearbeitet werden müssen, um den Kurs erfolgreich abzuschließen. Für mehrstufige Ausbildungsszenarien, die nicht nur eine Lerneinheit, sondern gleich eine Vielzahl von Kursen beinhalten, gibt es in Avendoo® sogenannte Trainingspläne – und jeder Kurs auf dem Trainingsplan enthält wiederum seinen eigenen Lernpfad.

Der Lernpfad zeigt aber nicht nur eine empfohlene Bearbeitungsreihenfolge, er kann auch als Motivator fungieren. Mit Hilfe von individuellen Designs lassen sich Gamification-Elemente in den Lernpfad einbauen. Auch die farbliche Markierung dient als zusätzliche Motivation und soll den Lerner ermutigen, weitere Lernobjekte des Kurses zu bearbeiten.

Erst das Konzept, dann der Lernpfad

Bevor Sie aber mit dem Erstellen eines Lernpfades beginnen, sollten Sie sich mit einigen Fragestellungen auseinandersetzen und das Konzept des Kurses klären. Dabei können zum Beispiel diese Fragen helfen, um später einen erfolgreichen Kurs und einen gut durchdachten Lernpfad zu erstellen:

  • Welche Aspekte und welche Themen eignen sich für E-Learning? Welche Themen sollten ggf. in einem Präsenzseminar vermittelt werden?
  • In welcher Reihenfolge sollen die einzelnen Lernobjekte wie Wissenstest, Veranstaltung oder Feedback auf dem Lernpfad bearbeitet werden?
  • Haben alle Lerner den gleichen Wissensstand und ähnliche Vorkenntnisse oder werden zusätzliche Inhalte benötigt?
  • Gibt es Lernobjekte, die zwingend bearbeitet werden müssen und welche, die nur optional sind?
  • Wie lange sollen die Selbstlern- und wie lange ggf. die Präsenzphasen dauern?
  • Wie erfolgt die Lernzielkontrolle? Soll eine Prüfung oder ein Test absolviert werden oder gibt es z.B. eine Zertifizierung?
  • Sollen die erzielten Ergebnisse dokumentiert werden und wenn ja, auf welche Weise? Sollen z.B. Lerntagebücher geführt werden oder die Community für den Austausch genutzt werden?
  • Haben alle Lerner Zugang zur Lernwelt, um den Lernpfad bearbeiten zu können?

Natürlich gibt es noch viele weitere Aspekte, die bei dem Konzept eines Kurses und beim Aufbau eines Lernpfades eine Rolle spielen, denn diese Fragen sind nur ein Auszug. Generell sollten Sie darauf achten, klare und deutliche Anweisungen und Informationen zu den Erwartungen zu geben. Gerade beim E-Learning ist das besonders sehr wichtig, da nur eingeschränkt Möglichkeiten bestehen, Nachfragen anzubringen.

Die passende Darstellungsform für die Lerninhalte

Avendoo® bietet verschiedene Darstellungsformen für die Lerninhalte eines Kurses an, die Sie auch an das Corporate Design Ihres Unternehmens anpassen lassen können. So können Sie je nach Einsatzszenario die passende Darstellungsform wählen. Ob horizontaler, vertikaler oder tabellarischer Lernpfad – das hängt von Ihren Wünschen ab.

Variante 1: Lerninhalte als (horizontaler) Lernpfad

Bei dieser Darstellungsform sind die einzelnen Lernobjekte (Wissenstest, Veranstaltung, Feedback etc.) in der gewohnten Leserichtung von links nach rechts angeordnet. Für diese Lernpfad-Variante kann eine ganz eigene Bildwelt verwendet werden. Je nach Lerninhalten und Steuerungselementen, die auf dem Lernpfad angeordnet werden, verändert sich die Darstellung. Auf diese Weise lässt sich z.B. anhand des Lernpfades eine kleine Geschichte erzählen, die den Lerner zusätzlich motivieren und aktivieren kann. Außerdem wird auf diese Weise eine stärkere Identifikation mit den Inhalten und dem Unternehmen erzeugt, da sich der Lernpfad in das Corporate Design einordnet.

In diesem Lernpfad-Beispiel durchforstet der Naturwissenschaftler Rick den Dschungel und findet am Ziel den Pinken Papagei.Blog Beitrag Lernpfad

Variante 2: Lerninhalte als Tabelle

Weniger bunt und eher schlicht und geradlinig ist die Darstellung „Lerninhalte als Tabelle“. Bei dieser Variante liegt der Fokus auf den Inhalten und nicht auf der grafischen Ausarbeitung. Die einzelnen Lernobjekte werden untereinander in einer Tabelle und mit dem aktuellen Bearbeitungsstatus aufgelistet. Der Lernpfad als Tabelle eignet zum Beispiel für Kurse, die sich mit Business-Themen wie Compliance Grundlagen beschäftigen und für eher konservativere Zielgruppen freigeschalten werden.

Blog Beitrag Lernpfad Tabelle

Variante 3: Lerninhalte als vertikaler Lernpfad

Dieser Lernpfad-Darstellung hat eine (optisch) geänderte Bearbeitungsreihenfolge. Im Gegensatz zum „normalen“ Lernpfad werden hier die einzelnen Lernobjekte nicht horizontal, sondern vertikal angeordnet. Ebenso ist keine eigene Bildwelt mehr nötig, denn der moderne und schlichte Stil kann farblich an das Unternehmen angepasst werden und gibt trotzdem einen umfassenden Überblick über die Aufgaben und Inhalte, die der Lerner zu bearbeiten hat. Weiterer Unterschied: Die Teaser-Texte werden vollständig abgebildet und nicht abgeschnitten. Auf diese Weise können weitere Informationen an den Lerner weitergegeben werden.

Blog Beitrag vertikaler Lernpfad

Arbeiten Sie mit Hürden und Kontrollpunkten

Um den Lernprozess stärker zu strukturieren, gibt es die Möglichkeit verschiedene Steuerungselemente in den Lernpfad einzubauen. Je nach Zielgruppe, Lernziel und den Inhalten sind mal offenere und mal eher geschlossene Lernwege sinnvoll. Mitarbeiter, die bereits mit E-Learning vertraut sind, benötigen beispielsweise oft weniger Führung und möchten die einzelnen Lernobjekte lieber frei erkunden statt dieser in einer festen Reihenfolge zu bearbeiten. Dennoch macht es gerade inhaltlich Sinn, bestimmte Lernobjekte erst zu einem späteren Zeitpunkt zur Bearbeitung freizugeben, z.B. sollte das Feedback zu einer Veranstaltung auch erst nach dieser zur Verfügung stehen, um Falschangaben oder voreilige Rückmeldungen zu vermeiden. Für eine solche Steuerung eigenen sich unter anderem Hürde. Diese können entweder an einen bestimmten Zeitpunkt oder an eine Aufgabe bzw. die Bearbeitung eines vorherigen Lernobjektes geknüpft sein.

Fazit

Mit klar strukturierten und durchdachten E-Learnings, die je nach Zielgruppe und Thema der Schulung als Tabelle oder grafischer Lernpfad dargestellt werden, sorgen Sie dafür, dass Ihre Lerner nicht nur selbstgesteuert, sondern auch nach individuellem Tempo lernen können – und trotzdem die von Ihnen bestimmte Bearbeitungsreihenfolge einhalten.


Siehe dazu auch, u.a.