Was zeichnet guten E-Learning Content aus?

Guter E-Learning Content, Lerninhalte

© karsten madsen – pexels

Lerninhalte nach dem „Erlebe dein Wissen“-Prinzip

Einfach, aber zutreffend hieß es vor kurzem in der LIDL Werbung „Woran erkennt man eigentlich gutes Brot?“. Auch bei dem Thema Aus- und Weiterbildung stellt sich immer wieder die Frage nach gutem und erfolgreichem E-Learning Content. Aber woran erkennt man nun gute Lerninhalte? Qualität hat viele Ausprägungen und was für den einen Lerner „besonders gut“ sein mag, muss für den anderen Lerner nicht zwangsweise das gleiche bedeuten. Aus diesem Grund möchten wir Ihnen einen kleinen Leitfaden an die Hand geben, wie Sie guten E-Learning Content erstellen können und worauf es bei der Produktion von digitalen Lerninhalten ankommt.

Das zeichnet guten E-Learning Content aus

Wir haben einige Merkmale zusammengetragen, die unserer Meinung nach guten E-Learning Content ausmachen. Diese Liste hat natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist genauso wenig ein Garant für eine erfolgreiche Schulung. Sie soll Ihnen aufzeigen, dass erfolgreiche Lerninhalte mehr sind als schöne Grafiken. Guter Content beruht auf einer durchdachten Planung und Konzeption sowie einer genauen Zielgruppenanalyse

Auf die Zielgruppe zugeschnitten

Dadurch, dass es bei einem Online Training weniger direkten Kontakt zu den Lernenden gibt als bei einer klassischen Präsenzveranstaltung, ist es beim E-Learning besonders wichtig die Zielgruppe zu kennen und diese für jede Schulungsmaßnahme aufs Neue zu ermitteln. Um die Zielgruppe für eine Schulung zu analysieren, sollten Sie sich im Vorfeld mit einigen Fragestellungen auseinandersetzen und die Lerninhalte dahingehend immer wieder hinterfragen. Manchmal kann das Ergebnis der Zielgruppenanalyse auch darauf hinweisen, dass es mehrere „Unter-Zielgruppen“ gibt. Dann kann es durchaus Sinn machen, unterschiedliche Schulungen zu erstellen bzw. an gegebenen Stellen weiterführende Materialien anzubieten.

Für die Analyse der Zielgruppe ist es daher generell wichtig zu wissen, für welche Mitarbeiter die Schulung überhaupt erstellt werden soll: Anzahl der Lerner, Geschäftsbereich, Alter etc.. Ebenso ist die Frage nach der Sprache ein wichtiger Aspekt. Damit ist sowohl die Sprache selbst gemeint (Deutsch, Englisch, Spanisch usw.) als auch die Art und Weise der Formulierungen, denn für Auszubildende passt z.B. ein eher einfacher Sprachstil während Vertriebler auf Fachwörter und Detailwissen setzen. „Wie medienaffin sind die Lerner und welches Vorwissen bringen Sie mit?“ sind weitere Fragestellungen, die Sie ermitteln sollten. Dafür eignet sich z.B. ein Vorab-Test, indem der aktuelle Wissenstand überprüft wird. Dank der Auswertung erkennen Sie, welche Schwachstellen noch vorhanden sind und können dann bei der tatsächlichen Schulung dafür sorgen, dass Ihre Lerner durch die Inhalte weder unter- noch überfordert werden.

Auch die Medienaffinität Ihrer Lerner nimmt Auswirkungen auf Ihren E-Learning Content – vor allem auf die Darstellung der einzelnen Lerninhalte und die Wahl des Lernformates (siehe dazu auch „Neue Wege im E-Learning? Mit Kollaborationswerkzeugen für vernetztes Lernen“ und „Lernen im Miniformat – Lernnuggets„). Ist Ihre Zielgruppe an die Arbeit mit dem PC gewöhnt, so fällt Ihnen E-Learning vermutlich einfacher. Ein Mitarbeiter, der aber z.B. an der Kasse arbeitet und nur für das Lernen an einem PC-Arbeitsplatz sitzt, muss mehr „an die Hand genommen“ werden. Ebenso sind offenere und informelle Lernformate für eine solche Zielgruppe weniger geeignet, da das Thema „E-Learning“ anfangs ohnehin eine Herausforderung für sie darstellt.

Klare Zielsetzung, auch im Gesamtkontext

Noch bevor Sie mit dem Erstellen einer Schulung beginnen, sollten Sie aber die Zielsetzung klar definieren. Legen Sie fest, ob die Lerner am Ende der Schulung etwas können oder etwas wissen sollen und richten Sie die Inhalte sowie die Abfrage des neu erlernten Wissens danach aus. Guter E-Learning Content zeichnet sich auch dadurch aus, dass er zum Erreichen des Lernzieles beiträgt und gleichzeitig so wenige Inhalte wie möglich, aber so viele Details wie nötig vermittelt. Ebenso sollten Sie den Gesamtkontext beachten. Zwar steht jede Schulungsmaßnahme für sich, aber das einmalige Erstellen und Durchführen eines E-Learnings wird nicht zum erhofften Lernerfolg führen. Lernpfad und Trainingsplan bieten den Lernern hier die Möglichkeit, die einzelnen Inhalte in einer zeitlichen Abfolge zu bearbeiten, so dass kontinuierliches Lernen über einen längeren Zeitraum und nicht nur einmaliges Abarbeiten stattfindet (siehe dazu auch „Lernkultur im Unternehmen: Lebenslanges Lernen als Chance„).

Fehlerfrei, aktuell und authentisch

Eigentlich sollte dieser Punkt selbstverständlich sein, aber oft schleicht sich hier und da z.B. ein Rechtschreibfehler ein. Aber auch inhaltlich muss das E-Learning korrekt sein, damit kein Lernfrust entsteht und der Mehrwert für den Lerner sichtbar wird. Ebenso ist Aktualität und Authentizität ein Qualitätsmerkmal guter Lerninhalte. Daher ist es wichtig, dass z.B. eine Produkt-Schulung nicht von „irgendjemandem“ erstellt wird, sondern von einem Fachverantwortlichen bzw. gemeinsam mit ihm. Dieser kennt nicht nur die Zielgruppe genau, er trägt mit seinem Wissen auch generell dazu bei, die Qualität der gesamten Schulung zu erhöhen. Wir empfehlen ebenso einen Testlauf durchzuführen, um möglichen Fehlern und Stolpersteinen bereits vor dem offiziellen Roll-Out begegnen zu können. Hier gilt das Prinzip „Vier Augen sehen mehr als zwei“.

Manchmal kann es auch helfen, die Schulung zuvor von einer völlig (inhalts-)fremden Person durchlaufen zu lassen. Die Autoren der Schulung werden durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Content unbewusst betriebsblind. Die Anmerkungen der Testperson können dann besonders hilfreich sein.

Guter Content = Planung + Konzeption + Kreativität

Anfangs bereits kurz angemerkt, sorgen also zusammengefasst eine durchdachte Konzeption und eine ausführliche Planung für guten E-Learning Content. In Kombination mit etwas Kreativität bei der Darstellung und dem Lernformat schaffen Sie auf diese Weise Lerninhalte, die nicht nur durchgeklickt, sondern auch tatsächlich erlebt werden. Die Zeit, die Sie zwar für jede Schulung aufs Neue in die Analyse der Zielgruppe und in die Produktion eines Drehbuches stecken müssen, ist aber gerechtfertigt und enorm wichtig, denn nur so können Sie unserer Meinung nach eine effiziente und nachhaltige Wissensvermittlung erreichen.

In zweiten Teil der Serie „Was zeichnet guten E-Learning Content aus?“ wird es u.a. um das Thema Lernmotivation, die Kommunikation mit den Lernern und um nachhaltiges Bildungscontrolling gehen.

 

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan


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