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E-Learning Didaktik: Wahrnehmungspsychologie III

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Die Schriftart macht den Unterschied

Wer hasst schwer zu lesende Schriften nicht? Erst seit einiger Zeit ist bekannt, dass diese Schriften aber einen nicht zu unterschätzenden Vorteil haben.

Lektion 3: Warum schwerer lesbare Schriften zu besseren E-Learnings führen

Kennen Sie das folgende Beispiel? Sie sehen einen Text und die Schrift, die Sie anspringt, sagt: ich bin schwer zu lesen. Je nachdem, warum Sie diesen Text vor sich hatten, haben Sie sich entweder durch das Schriftbild gequält (Schule, Uni oder Job) oder den Text einfach beiseite gelegt (Freizeitlesen).

Unterschätzen Sie nicht die Schriftart

Hat die Schriftart also eine Auswirkung darauf, wie Sie sich an den Inhalt eines Textes erinnern oder wie Sie ihn verstehen? Anscheinend ja, denn Texte , die etwas schwerer zu lesen sind, werden subjektiv als schwerer wahrgenommen, selbst wenn der Inhalt gleich bleibt. Das spielt z.B. auch bei Aufgabenstellungen eine Rolle. So wurde in einer Versuchsreihe eine Fitnessaufgabe gestellt und die Teilnehmer bewerteten diese je nach Lesbarkeit als schwer oder leicht. Diese Bewertung spiegelte sich auf die Aufgabe selbst. Die Teilnehmer mit der schwer zu lesenden Aufgabe brauchten länger, um die Übungen der Aufgabe durchzuführen.

Ist dieses erschwerte Schriftbild denn schlecht? Ehe Sie glauben, dass schlecht zu lesende Schrift zwangsläufig negativ ist: Nicht so schnell! Sie kann auch Vorteile haben.

Ein Beispiel hierfür ist der kürzeste Intelligenztest der Welt, der Cognitive Reflection Test. Dieser besteht aus 3 Fragen, bei denen 90% der Teilnehmer mindestens einen Fehler machen – wenn die Schrift gut lesbar in schwarzem Schriftbild gedruckt wird. Wird die Schriftfarbe der Fragestellungen auf Hellgrau geändert – und somit schwer lesbar gemacht – sinkt diese Fehlerquote auf 35%.Wie bitte? Ja! Eine schwerere Schrift führt zu besseren Ergebnissen.

Was können wir daraus schließen? Schwerer lesbare Schriften erhöhen die Schwierigkeit einer Frage, ohne dass sie wirklich schwerer wird. Was bei normalen Fragen ein Nachteil für den Lerner sein kann, ist bei Fangfragen/Logikfragen definitiv ein Vorteil.

Die Magie von schwer zu lesenden Schriften

Das Schriftbild hat nicht nur einen Einfluss auf unsere Motivation zu lesen, sondern auch darauf, wie wir einen Text wahrnehmen. Oft haben wir keine Lust darauf schwer lesbare Texte zu lesen und überspringen diese einfach. Seien wir ehrlich, niemand hat Lust zehn Seiten in kaum zu entziffernder Schrift zu lesen: es ist anstrengend, ermüdend und frustrierend. Dabei ist es egal, ob wir in einer Zeitung stöbern, eine Werbung sehen oder dem wissenschaftlichen Artikel gegenüberstehen, der unsere Gesundheit retten könnte.

Nur wenn uns das Thema wirklich interessiert nehmen wir so eine Mühe auf uns und beschäftigen uns mit dem Text. Kurz gesagt: Uns fehlt bei einigen Themen die innere Motivation den Text zu lesen und so kann ein einfaches Schriftbild uns, mit einer sehr ansprechenden Überschrift, dazu motivieren diesen Text überhaupt zu lesen. Es ist also nicht verkehrt gut zu lesende Schriften zu verwenden, sondern in den meisten Fällen sogar notwendig, um eine Interaktion mit dem Text anzuregen.

Trotz allem sind etwas kompliziertere Schriften nicht schlecht. Schriften, die etwas schwerer zu lesen sind, fördern die Langzeiterinnerung und das Verständnis – allerdings  müssen dafür vier Voraussetzungen erfüllt sein:

Wir haben 1) die innere Motivation den Text zu lesen und „quälen“ uns auch durch ein ungewohntes Schriftbild bzw. 2) wir sind gezwungen einen Text zu lesen (externe Motivation) und müssen uns durch ein schweres Schriftbild „quälen“. 3) Wir haben das Durchhaltevermögen uns solch einen Text zu erarbeiten und 4) die Schrift macht den Text zwar schwerer zu lesen, aber nicht unverständlich.

Besteht keine Motivation oder hat der Leser eine sehr niedrige „Frustrationstoleranz“ steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Text einfach ignoriert oder übersprungen wird. Deshalb: Schwerer lesbare Schriften nicht zu häufig einsetzen. (Tipps, wann und wie Sie diese Schriften am effektivsten einsetzen, finden Sie am Ende des Artikels.)

Eine kooperative Studie der Princeton Universität und der Universität von Indiana belegt, dass schwerer lesbare Schriften das Lernen anregen können. In Studien haben Teilnehmer eine bessere Erinnerung an Texte, wenn diese in einer schwerer zu lesenden Schriftart geschrieben sind. Dies bestätigte sich bei einer Kontrollgruppe von mehr als 200 High School Studenten, nachdem es bei einer gemischten von weniger als 30 Personen beobachtet wurde.

Wie schwer darf die Schrift zu lesen sein?

Die Forscher gehen hier von einer umgedrehten U-Kurve aus, bei der leicht (z.B.: Arial) und sehr schwer zu lesende Schriften (z.B: Misirlou) jeweils auf der anderen Seite stehen. Also sollten Sie eine „etwas schwerer“ zu lesende Schrift wählen,  allerdings keine sehr schwer zu lesende Schrift, um optimale Erfolge zu erzielen.

Warum ist das so? Vermutlich weil wir uns intensiver mit einem Text befassen. Wir haben subjektiv das Gefühl der Text ist schwerer, da wir durch die kompliziertere Schrift verunsichert werden und uns mehr auf den Text konzentrieren müssen.

 

Wie Sie Ihre E-Learnings mit diesen Erkenntnissen rund um die Schriftart verbessern können

  • Verpacken Sie längere Texte in gut lesbare Schriften, damit Ihre Lerner nicht demotiviert, abgeschreckt und frustriert werden
  • Verwenden Sie schwerer zu lesende Schriften nicht zu häufig, sondern an den wichtigen Stellen, die sich Lerner merken sollen bzw. an Stellen, an denen oft Unsicherheit herrscht
  • Verpacken Sie wichtige Dinge in etwas schwerer zu lesende Schriften, so werden Sie wahrscheinlich besser verstanden und behalten
  • Große Schriften führen nicht dazu, dass Ihre Lerner Dinge besser behalten, auch wenn Sie damit etwas betonen
  • Achten Sie darauf, dass schwerer zu lesende Schriften die gefühlte Schwere Ihrer Fragestellung beeinflussen
  • Testen Sie selbst! Die Studien zeigen, dass schwerer zu lesende Schriften einen positiven Einfluss haben können. Machen Sie am besten einen Split-Test aus zwei Lerngruppen und schauen Sie, ob diese kleine Veränderung einen Einfluss auf die Ergebnisse Ihrer Schulungen hat

Weblinks:

 

Wahrnehmungspsychologie II: Augen auf bei der Fragestellung

Wahrnehmungspsychologie-Didaktik-Bewegungsillusion

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Herr Meier sitzt vor dem Rechner und startet seine Abschlussprüfung. Er freut sich, denn er ist gut vorbereitet und braucht sich keine Sorgen machen. Erst nachdem er das Ergebnis sieht, ist er schockiert, denn irgendwie beantwortet er zu viele Fragen falsch. Wenn Herr Meier die Fragen falsch beantwortet, obwohl er die Fragen richtig beantworten müsste (sein Wissensstand ist in diesem Fall wirklich sehr gut), läuft etwas falsch – und Herrn Meier trifft nicht die Schuld.

Lektion 2: Wie Sie die Wahrnehmung Ihrer Mitarbeiter beim E-Learning überlisten können – und warum Sie gerade das nicht tun sollten

Durch einen Wissenstest sollte eigentlich Herrn Meiers Wissen abgefragt werden, also ob er die Inhalte des E-Learnings verstanden hat und sein Wissen anwenden kann. Nicht zu prüfen war, ob er sich von seiner Wahrnehmung überlisten lässt und Fragen dadurch unbeabsichtigt falsch beantwortet. Damit es Ihren Mitarbeitern nicht wie Herrn Meier geht, sollten Sie sich vor der Gestaltung eines Wissenstests Gedanken über die Wahrnehmungspsychologie Ihrer Mitarbeiter machen.

Wenn unser Gehirn überlistet wird

… sind wir chancenlos. Vermeintliche Kleinigkeiten, wie z.B. die optische Gestaltung von Inhalten und Fragen, fordern das Verständnis heraus und treiben unschuldige Mitarbeiter wie Herrn Meier zur Verzweiflung.

Unsere Wahrnehmung ist, wie Sie an der optischen Täuschung in diesem Artikel erkennen, leicht zu überlisten. Eigentlich dreht sich hier keiner der Kreise – wenn wir aber neben das Bild schauen, drehen sich die Kreise in unserer am Rande liegenden Wahrnehmung.

Optische Täuschungen machen viel Spaß – aber vermutlich fragen Sie sich „Warum erzählen die mir davon? Ich will doch nur mein E-Learning aufpolieren!“ Das ist eine Gute Frage. Aus einem Grund: Es ist nicht geklärt, wie optische Täuschungen in unserem Gehirn funktionieren. Fakt ist aber: Unsere Wahrnehmung übersetzt uns die Realität. „Filter“ in unserem Gehirn übersetzen und interpretieren die Umwelt für uns – somit ist die Realität immer subjektiv beeinflusst: mal mehr, mal weniger. Gerade diese Subjektivität gilt es bei der Gestaltung von E-Learnings zu beachten.

Da Lerner die Fragen visuell wahrnehmen, müssen Sie als Autor darüber nachdenken, wie die Lerninhalte und das Fragendesign wirken. Warum? Damit Sie Inhalte und Fragen gestalten, die tatsächlich die Lerninhalte abfragen und nicht die Wahrnehmung überlisten.

Verknüpfungen in unserem Kopf

In unserer Wahrnehmungspsycholgie verknüpfen wir automatisch Informationen. Hierzu eine einfache Übung: Was ist das erste Bild, das Ihnen bei den folgenden Begriffen in den Sinn kommt: Taschentuch … Haus … Auto?

Bei einem Taschentuch denken Sie sehr wahrscheinlich zuerst an ein weißes Papiertuch, vielleicht aber auch an ein Stofftaschentuch. Bei einem Haus? Reihenhaus, Bauernhaus, Mehrfamilienhaus, Ihr eigenes Haus, ein gezeichnetes Haus oder gemaltes Haus – es gibt keine richtige oder falsche Antwort, genau wie beim Auto! Auch dort denken Sie an das Bild, welches Sie persönlich mit „Auto“ verknüpft haben.

Deshalb: Ihre Vorstellung, wie auch die Vorstellung Ihrer Lerner, wird immer durch die eigene Erfahrungswelt geprägt. Sie dürfen also nicht davon ausgehen, dass jeder Mensch Ihre Fragen gleich versteht, solange es einen Interpretationsspielraum gibt.

Wie wir unsere Welt interpretieren

Interpretationen entstehen dadurch, dass wir Gruppierungen und Zusammenhänge erstellen.

1. Je näher Dinge beieinander liegen, umso schneller gehen sie eine Verbindung ein.

Wir können dies in Texten einfach beobachten:

  • Ein Wort ist ein Bedeutungsträger:

Boot.

  • Dieser Bedeutungsträger wird zu einem Satz kombiniert:

Peter fährt im Boot.

  • Mehrere Sätze transportieren eine Idee in einem Absatz:

Peter fährt im Boot. Er wirft seine Angel aus um Fische zu fangen. Er lehnt sich zurück und wartet darauf, dass einer anbeißt.

  • Mehrere Absätze beschreiben unterschiedliche Aspekte eines Sachverhalts.

Peter fährt im Boot. Er wirft seine Angel aus um Fische zu fangen. Er lehnt sich zurück und wartet darauf, dass einer anbeißt.

Susi steht in der Küche und rührt im Topf. Als sie die Suppe probiert und das Salz auf Ihrer Zunge schmeckt, fragt sie sich,ob Peter an seine Rettungsweste gedacht hat.

  • Ein Kapitel beschäftigt sich mit einem Thema.

Peter fährt Angeln [Kapitel 1]

Peter fällt ins Wasser [Kapitel 2]

Peter rettet sich auf eine kleine Insel [Kapitel 3]

Susi sucht Peter [Kapitel 4]

Nach 5 Jahren kehrt Peter zu Susi zurück [Kapitel 5]

Merke: Zwischenüberschriften und Absätze nach Gedankensprüngen helfen Dinge besser zu erfassen. Deshalb sind durchgängige Fließtexte ohne erkennbare (Sinn-)Absätze zu vermeiden.

 

2. Kästen, einfache Striche oder farblich unterschiedliche Hintergründe können die Bedeutung des Inhalts rund um eine Aussage schnell verändern.

Es liegt also in Ihrem Ermessen, ob Lehrer oder Frauen toll sind. Ferner entscheiden Sie darüber, ob Sie es dem Lerner mit einem klar und einfach zu verstehenden Design ermöglichen, Lerninhalte zu erfassen.

Wahrnehmungspsychologie-beispiel

3. Verknüpfungen finden schon zwischen Überschrift und Subheadline statt.

Wenn Sie die Frage also in der Überschrift beginnen und in der Zwischenüberschrift fortführen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass einige Lerner genau diesen Sprung nicht mitmachen und Ihre Frage vorschnell beantworten.

 Weniger gut:
Besser:
Was ist beim Lernen am wichtigsten

wenn Sie selbst nicht nachdenken wollen?

  1. Der Lehrer?
  2. Der Schüler?
  3. Das Lernmaterial?
Was ist beim Lernen am wichtigsten, wenn Sie selbst nicht nachdenken wollen?
  1. Der Lehrer?
  2. Der Schüler?
  3. Das Lernmaterial?

 

Fazit

In Ihren Lerninhalten sollten Sie deshalb Sinnzusammenhänge bewusst anordnen. Fassen Sie wichtige Informationen zusammen (z.B. in Kästen) und achten Sie auf genügend Abstand zwischen unterschiedlichen Informationen.

 

Das CAPSLOCK Dilemma

Capslock, also das Tippen mit Feststelltaste, erweckt den Anschein als würde geschrien und ist subjektiv sehr negativ belegt (zum Beispiel bei hitzige Diskussionen in Foren). Sie sollten es in den meisten Fällen vermeiden und auch nicht alle Ihre Überschriften so gestalten.

Wann macht es Sinn Capslock zu verwenden? Bei Warnhinweisen (ACHTUNG) oder kurzen Aufforderungen (STOP, HALT,..)
Wann nicht? Bei Fragestellungen oder Aufforderungen an den Lerner, da hier unterschwellig schnell negative Gefühle geweckt werden – bis hin zur Ablehnung.

 


Wie Sie die Erkenntnisse aus der Wahrnehmungpsychologie für Ihre E-Learnings nutzen können

  1. Verbinden Sie zusammengehörige Kontexte visuell
  2. Gruppieren Sie Inhalte in Ihren Lektionen
  3. Machen Sie keine Gedankensprünge zwischen Überschrift und Subheadline
  4. Schreien Sie Ihre Lerner nicht an (Capslock)

 

Wahrnehmungspsychologie I: Von Chunks und Kätzchen

Wahrnehmungspsychologie-Didaktik-Chunks

© Oksana Kuzmina

Sie dachten eine richtige Antwort wird nur durch den Wissensstand Ihrer Mitarbeiter beeinflusst? Nein! Es kommt nicht (nur) auf den Inhalt Ihrer Frage an, sondern darauf wie Sie ihn darstellen, wie viele Informationen Sie in der Frage platzieren und wie Sie Ihre Antworten gestalten.

In unserer kleinen Reihe rund um Wissenstests wollen wir Ihnen einige psychologische Kniffe zeigen, mit denen Sie bessere E-Learnings erstellen können.

In dieser ersten Lektion zeigen wir Ihnen die Grenzen des menschlichen Gedächtnisses und warum Ihre Mitarbeiter sich nicht mehr als 7 Dinge auf einmal merken können.

Lektion 1: Jedes Mal, wenn Sie das Arbeitsgedächtnis überlasten, stirbt ein Kätzchen!

Aber nicht nur das! Auch die Teilnehmer Ihres Wissenstests sind zum Scheitern verdammt, denn das Arbeitsgedächtnis ist begrenzt. Schon wenn wir einkaufen gehen und mehr als 7 Dinge brauchen, sind wir gut damit beraten uns eine Einkaufsliste zu schreiben.

Warum? Das Arbeitsgedächtnis, vielen besser unter dem Codenamen „Kurzzeitgedächtnis“ bekannt, kann nicht mehr als 7 Chunks speichern.

Ein Chunk ist – kurz zusammengefasst – eine Informationseinheit. Dies kann ein Buchstabe, eine Zahl oder aber auch ein Wort sein.

Doch genau hier werden die Informationen gespeichert, die noch nicht ins Langzeitgedächtnis übergegangen sind. Es gibt unterschiedliche Theorien zum Arbeitsgedächtnis – und bei keiner stirbt in Wirklichkeit ein Kätzchen!

In dieser Lektion stellen wir Ihnen die bekannteste und meist zitierte Theorie vor:  Die Millersche Zahl (1), nach der wir uns ca. 7 (+/-2) Chunks auf einmal merken können. Sobald wir mehr als 7 Chunks behalten sollen, fällt die Gedächtnisleistung massiv. Durch diese Theorie, entsprungen aus einem Artikel von George A. Miller im Jahr 1956, haben Sie einen guten Richtwert, um Ihre E-Learnings zu gestalten. Aber beachten Sie: Nach heutigen Studien sind sogar die glorreichen Sieben oft zu viel – schon mehr als 4 Chunks können wir schwer behalten (Cowan 2001).

Fazit: Ihre Lerner können sich nicht viele Dinge (Chunks) auf einmal merken, wahrscheinlich sogar weniger als 7 Stück auf einmal!

3 Dinge, für die Sie die Millersche Zahl bei Ihrer Fragengestaltung und Ihren E-Learnings anwenden können

  1. Denken Sie bei Ihrem E-Learning daran, dass sich Ihre Lerner nicht an alles erinnern können. Gerade noch nicht im Langzeitgedächtnis verankerte Sachverhalte sind nur begrenzt abrufbar. Nur Detailfragen zu stellen ist daher wenig sinnvoll. Fragen Sie stattdessen lieber nach dem Gesamtkontext, um die Zusammenhänge der Thematik zu verdeutlichen.
  2. Beschränken Sie Ihre Antworten in Multiple Choice Tests auf ca. 5-7 Antwortmöglichkeiten, da noch mehr Antwortmöglichkeiten den Lerner verunsichern können und gegen das Kurzzeitgedächtnis arbeiten. Weniger als 4 Antworten erhöhen hingegen Zufallsergebnisse, da das Raten zu leicht gemacht wird.
  3. Beschränken Sie die Länge der Fragestellung. Je mehr Chunks in einer Frage stehen, umso komplizierter wird die Frage, nicht das abgefragte Wissen. Fragen, die nur sehr schwer zu verstehen sind, frustrieren und verunsichern. Faustregel: Wenn Sie eine Frage mehr als 2-Mal lesen müssen, um sie zu verstehen, sollte die Frage in 95% der Fälle umgeschrieben werden. Ausnahme: Sie machen einen reinen Logiktest.

 


Weblinks:

  • http://www.psych.utoronto.ca/users/peterson/psy430s2001/Miller%20GA%20Magical%20Seven%20Psych%20Review%201955.pdf
  • Cowan, N. (2001). The magical number 4 in short-term memory: A reconsideration of mental storage capacity. Behavioral and Brain Sciences, 24, 87-185