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Lernbegleiter im E-Learning – digitale und reale Helfer

Lernbegleiter im E-Learning

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Mit Lernbegleitern den Lernprozess aufleben lassen

Erinnern Sie sich noch an Karl Klammer? Die kleine Büroklammer, die „immer“ wusste, dass man in Microsoft Word einen Brief schreiben möchte? Anscheinend wollen Sie einen Brief schreiben. Brauchen Sie Hilfe? Karl Klammer war ein Lernbegleiter, aber leider kein wirklicher guter. Warum? Weil er unerwünscht und viel zu standardisiert „geholfen“ und so für viel Frust gesorgt hat. Gute Lernbegleiter hingegen motivieren und sorgen gerade im E-Learning dafür, dass sich der Lerner besser mit den Inhalten identifizieren kann. Außerdem erzeugen Sie zusätzliche Aufmerksamkeit und sorgen für Abwechslung im Lernprozess.

Lernbegleiter bei der Aus- und Weiterbildung

Wenn es um die berufliche Weiterbildung geht, unterscheidet man zwei Arten von Lernbegleitern: digitale und reale Lernbegleiter. Digitale Lernbegleiter sind z.B. gezeichnete oder animierte Figuren, die mit Hilfestellungen durch einen Lerninhalt führen oder sogar selbst mittels Storytelling die Hauptfigur in einem E-Learning verkörpern, so dass sich der Lerner besser in die Situation hineinversetzen kann.

Reale Lernbegleiter hingegen sind z.B. Ausbildungsleiter oder Trainer, die die Lerner in ihrem Lernprozess begleiten und ihnen neues Wissen vermitteln – oft in klassischen Präsenzseminaren.

Warum E-Learning zu einer veränderten Lehr-Lern-Beziehung führt und welche Rolle Lernbegleiter dabei spielen

Die traditionelle Lehrerrolle eines Lernbegleiters wird jedoch durch E-Learning verändert „Nicht mehr die Wissensvermittlung von einem Wissenden (dem Lehrer) an einen Unwissenden steht im Mittelpunkt, sondern die Frage: „Wie kann der Lernende selbst Lösungen, Wissen etc. auf eine für seinen Lerntyp passende Weise erlangen?““ Durch die Kombination aus E-Learning und Präsenzseminar wird der (reale) Lernbegleiter immer mehr zum Moderator und Unterstützer, zum virtuellen Lerngleiter. Der Widerspruch zwischen Präsenzunterricht und E-Learning löst sich auf, denn durch die offenen Lernprozesse, die E-Learning ermöglicht, werden die Lernenden zum selbstgesteuerten Lernen animiert. Die klassische Wissensvermittlung nach dem Top-Down Prinzip funktioniert nicht mehr, denn der Lerner und seine Bedürfnisse stehen mehr und mehr im Fokus. Der Lernbegleiter hingegen rückt in den Hintergrund – und genau darin liegt die Herausforderung. Die Steuerung des Lernprozesses gibt der Lernbegleiter zwar ab, die inhaltliche Ausrichtung gibt er aber weiter vor. Dazu passt auch folgender Gedankengang: „Die Auswahl, Eingrenzung, Konstituierung von Inhalten macht es nötig, Einfälle wahrzunehmen, zu unterscheiden und zu verbinden; Ergebnisse zu erkennen und festzuhalten; und das heißt: miteinander zu reden, einander zuzuhören, und zu versuchen, sich gegenseitig zu verstehen – gerade dann, wenn Unterschiede deutlich werden. Dies schließt experimentelle Phasen ein, die im Vergleich zu einem scheinbar ,geradlinig‘ angelegten Informations-bzw. Vermittlungsprozess als Neben-, Seiten-oder Umwege erscheinen mögen, aber doch sehr wichtig sind, um Gemeinsamkeit und Neues entstehen zu lassen“ (Quelle)

Oskar: Ein Beispiel für einen digitale Lernbegleiter

Ein aktuelles Beispiel für einen digitalen Lernbegleiter ist zum Beispiel „Oskar“, der Ausbildungs-Avatar der REWE Markt GmbH. Er ist unter anderem auf dem Lernpfad zu sehen und zeigt den Auszubildenden mit seinem Einkaufswagen, an welcher Stelle sie sich gerade im Lernprozess befinden. Oskar ist aber auch die Hauptfigur einzelner E-Learnings und erkundet gemeinsam mit den Azubis beispielsweise die Obst- und Gemüseabteilungen im Markt – oder aber er engagiert sich mit Fotos und Beiträgen in der Avendoo® Community. Auf diese Weise erzeugt die REWE Markt GmbH einen digitalen Avatar, der als ständiger Begleiter mit Rat und Tat zur Seite steht und die Auszubildenden während ihrer gesamten Ausbildungszeit begleitet. Das sorgt nicht nur für eine stärkere Identifikation mit den Inhalten, sondern auch für einen Spaßfaktor, der beim Lernprozess nicht fehlen darf. Nicht zuletzt sorgt diese emotionale Art der Lernbegleitung und Wissensvermittlung natürlich auch für Abwechslung und frischen Wind im E-Learning.

Lernpfad Design REWE Markt GmbH

Die Herausforderungen bleiben gleich

Ob der Lernbegleiter und die Aus- und Weiterbildung aber nun digital oder „analog“ stattfindet – fest steht, dass beide Lernformen vor den gleichen Herausforderungen stehen: Lernmotivation und Aufrechthalten der Konzentration, Unterrichtsmaterialien und Unterrichtsformen, die zur Zielgruppe passen, methodische und didaktische Konzepte, individuelle Betreuung und individuelle Lernhilfen. Je besser diese Herausforderungen gemeistert werden, desto größer der Lernerfolg.

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan


Siehe dazu auch:

Ein bisschen mehr Kreativität, bitte!

Kreative Lernmethoden und Lehrtechniken

Kreative Lernmethoden Lehrtechniken E-Learning

© Jakob Schiller

Seitenlange Dokumente, abstrakte Formeln oder fahle Präsentationen – wenn es um die Vermittlung von Wissen geht, ist Kreativität gefordert, denn nur attraktive Lerninhalte sorgen für die nötige Aufmerksamkeit beim Lernenden und dafür, dass das Ziel der Schulung erreicht wird. Eine effiziente Wissensvermittlung hängt somit nicht nur von den Inhalten selbst ab, sondern auch von der Darstellungsform. Kurz gesagt: Inhalte, die didaktisch und optisch ansprechend aufbereitet sind, einen kreativen Mix der Lehr- bzw. Lernmethode bieten und für die Zielgruppe passend sind: „Ja! Mehr davon!“

Kreativität in der E-Learning-Praxis

Das wohl mächtigste Argument gegen kreative Lehr- und Lernmethoden ist die Zeit. Eine Präsentation zu erstellen, Texte einzufügen und hier und da vielleicht eine Grafik zu zeigen – ja, das geht schnell. Aber ist das der Sinn von Aus- und Weiterbildung? Oder besser gesagt: Ist das Ihr Anspruch? Auch auf die Gefahr hin, dass wir uns wiederholen: Lernen darf nicht als zeitfressender Zeitvertreib angesehen werden. Lernen soll Spaß machen. Lernen bzw. die Qualifizierung Ihrer Mitarbeiter soll nicht nur dem Lernenden selbst, sondern langfristig vor allem Ihrem Unternehmen etwas bringen. Die (Zeit-)Investition, die Sie in die Lernmethode bzw. Lehrtechnik und die Attraktivität von Lerninhalten tätigen, wird sich rentieren.

Um Ihnen ein wenig Inspiration zu geben, haben wir einige Lernmethoden herausgestellt, die für mehr Pepp in Ihren Lerninhalten sorgen und sich einfach für E-Learning umsetzen lassen. Probieren Sie es einfach aus.

Merksprüche, Geschichten und Anekdoten

Beispiele, Beispiele, Beispiele – wenn Sie etwas abstraktes mit Hilfe eines Beispiels verdeutlichen, so wird der Inhalt umso einfacher zu verstehen. Verpackt in einer übergreifenden Geschichte – Stichwort Storytelling – wird dieser Effekt zusätzlich verstärkt. Der Bezug zum Arbeitsalltag ist dabei besonders wichtig, damit dem Lernenden klar wird, warum dieser Inhalt für ihn wichtiger ist und damit das Gelernte später besser auf die Arbeit übertragen werden kann.

Merksprüche oder zusammenfassende Merkboxen am Ende eines Abschnittes sind ebenso eine gute Gedächtnisstütze. Durch eine optische Hervorhebung sorgen Sie für Aufmerksamkeit und prägen sich bildlich bei dem Lernenden ein.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Gerade wenn es um Prozesse geht oder die Auswirkungen einer Handlung, sind Grafiken das richtige Mittel. Sie unterstützen das Geschriebene, erzeugen Emotionen und sorgen so für eine bessere Aufnahmefähigkeit der Informationen und insgesamt für mehr Verständnis. Kommen noch Interaktionen (z.B. programmierte Schaltflächen) hinzu, können die Lernenden die Grafik tatsächlich erkunden und so nach dem learning-by-doing Prinzip die Inhalte vertiefen. Gemäß dem 70-20-10 Modell lernen wir Dinge nämlich am besten, wenn wir sie selber erledigen. Vermitteln Sie also erst die Inhalte und bauen Sie diese dann in praktische Übungen ein, um das Gelernte zu verfestigen.

Gerade Freitextfragen werden oft als Art der Abfrage unterschätzt, dabei sorgen Sie dafür, dass der Lernende mitdenkt und nicht nur schnell durch die Inhalte klickt. Bitten Sie den Lernenden z.B. am Ende einer Lerneinheit, alle wichtigen Informationen zu dem gerade Gelernten zusammen zu fassen. Dadurch erzeugen Sie eine viel intensivere Auseinandersetzung mit den Inhalten als wenn Sie nur eine Single / Multiple Choice Abfrage vornehmen.

Öfter mal was Neues? Wie wäre es z.B. mit einem „Refresher“ nach einem bestimmten Zeitraum? Also einer abgespeckten Lerneinheit, die das neue Wissen noch einmal kurz zusammenfasst und verankert. Eine Schulungsmaßnahme allein erreicht oft nicht ihr Ziel, denn eine effiziente Weiterbildung besteht aus lebenslangem Lernen und aufeinander aufbauenden Lerninhalten, die ständig wiederholt werden. Lieber viele kleine und kurze Lerneinheiten als einen großen Wissensbrocken.

Lernen mit allen Sinnen

Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten – sprechen Sie bei Ihren Schulungen (so gut es geht) alle Sinne an, um jedem Lerntypen gerecht zu werden. Wie? Indem Sie zum Beispiel zusätzlich zum Text einen Podcast (Hören) oder ein Video (Sehen) anbieten. Je nach Thema lassen sich auch andere Sinne ansprechen. Diese neue Herangehensweise an einen Inhalt sorgt nicht nur für Abwechslung, sondern auch für einen Überraschungseffekt bei Ihren Lernenden und das wiederum erzeugt die Aufmerksamkeit, die Sie für die Vermittlung Ihrer Inhalte benötigen.

Memory

Bei dem Wort „Memory“ fühlt sich wohl jeder von uns kurz in seine Kindheit zurückversetzt. Das für Kinder simple Prinzip lässt sich aber auch auf die Erwachsenenbildung übertragen. Mit Zuordnungsfragen können Ihre Lerner Inhalte in Verbindung setzen und so für Verknüpfungen im Gehirn sorgen, durch die die Inhalte schneller gelernt werden. Und zwar nicht nur für das Kurzzeitgedächtnis sondern auch langfristig.

Loci-Technik oder auch 360° Methode

Bei der Loci-Methode werden zunächst einzelne Begriffe / Inhalte auf Stichwortzetteln notiert und anschließend in einem Raum verteilt. Der Lernweg entspricht dann einer bestimmten Route durch diesen Raum. Die Methode bedient sich dabei dem räumlichen Erinnerungsvermögen des Gehirns, das durch die Verknüpfung eines Schlüsselwortes an einem bestimmten Ort aktiviert wird. Dieses Prinzip funktioniert natürlich auch für E-Learning. Wenn Sie also beispielsweise wichtige Fachbegriffe vermitteln möchten, so können Sie die einzelnen Inhalte in einem virtuellen Raum anordnen und sie so von dem Lernenden erkunden lassen (Ein Beispiel dafür ist die interaktive Büroumgebung der Paul Hartmann AG, die unsere Mediendesigner für die Vertriebsmitarbeiter/innen entwickelt hat). Entweder Sie geben dabei eine bestimmte Marschrichtung vor oder Sie lassen den Lernenden die Inhalte frei erkunden. Kombinieren Sie dazu noch Storytelling, erzeugen Sie nicht nur eine spannende Lernumgebung, sie sorgen auch dafür, dass der Lernende wissbegierig wird und motiviert die einzelnen Inhalte bearbeitet.

 

Und zum Schluss der Satz, der eigentlich für alles im E-Learning gilt: Der Mix macht’s. Weder Lerninhalte, die nur eine Methodik berücksichtigen noch die Lerninhalte, die aus einem bunten Strauß an Lern- bzw. Lehrmethoden bestehen, sind zielführend bzw. für Ihre Zielgruppe attraktiv. Vielmehr kommt es auf den gezielten Einsatz der richtigen Methoden an. Probieren Sie es einfach mal aus.

 

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan


Das Löwenzahn-Prinzip

Storytelling im E-Learning

Storytelling im E-Learning Avendoo

© BartCo

Löwenzahn macht’s, die Sendung mit der Maus sowieso und für jeden Journalisten gehört es zum täglich Brot: Storytelling. Wichtige Inhalte in eine Geschichte verpacken, Emotionen wecken und dadurch lange im Gedächtnis verankert bleiben – das ist die Idee dahinter. Was für Kindersendungen schon Ewigkeiten funktioniert, wird auch in der Erwachsenenbildung und im E-Learning immer populärer.

Storytelling ist das Lernen mit Hilfe einer Geschichte, damit komplexe Inhalte oder gewünschte Verhaltensweisen besser verstanden werden können. Diese Art der Wissensvermittlung ermöglicht es Ihnen, Zusammenhänge einfach darzustellen und Orientierung für Ihre Mitarbeiter zu geben. Sind es bei der Sendung mit der Maus eher Kinderthemen, kann Storytelling zum Beispiel auch für Mitarbeiterschulungen eingesetzt werden. Compliance Themen, wie das richtige Telefonieren mit dem Kunden, können durch den Einsatz von Storytelling aufgewertet und erfolgreicher gestaltet werden.

Warum Storytelling sinnvoll ist

Dem Gehirn fällt es durch Assoziationen, Interaktionen und Emotionen um einiges leichter, Inhalte zu verarbeiten und nachhaltig, also langfristig, zu speichern. Das gewünschte Verhalten (im Beispiel eines Telefontrainings) kann dann umso schneller in der Praxis adaptiert werden. Wenn Sie Ihre Inhalte zu einer Geschichte verknüpfen, nehmen Sie den Druck von Ihren Mitarbeitern, sich neues Wissen anzueignen, da Ihnen das Lernen leicht fällt und im Idealfall sogar noch Spaß macht – der Lernprozess wird quasi nicht aktiv wahrgenommen, sondern vielmehr nebenbei verstanden und ausgeführt. Netter Nebeneffekt: Motivationsproblemen treten erst gar nicht auf.

Der Begriff „Geschichte“ mag vielleicht bei dem einen oder anderen das Bild einer strickenden alten Dame hervorrufen, die ihren Enkelkindern ein Märchen erzählt. Beim Storytelling bietet Ihnen zwar Ihre Kreativität genügend Stoff, vielmehr ist es aber das wahre Leben/ der Arbeitsalltag, der den Erfolg eines E-Learning ausmacht. Verwenden Sie daher Alltagsszenen, in denen sich der Lernenden wiederfindet und stellen Sie einzelne Prozesse exemplarisch anhand einer Geschichte dar. Der Wissenstransfer fällt dann umso leichter.

Worauf es beim Storytelling ankommt

Eine Geschichte ist aber nicht alles, was Sie für ein gutes Storytelling benötigen. Sie brauchen auch Dramaturgie: durch geschickte Höhepunkte innerhalb der Geschichte bzw. Ihrem Konzept sorgen Sie für Neugierde und Interesse – und erhalten so letztendlich auch die notwendige Aufmerksamkeit für Ihre Inhalte. Interaktive Lernbegleiter, die Abschnitte zusammenfassen, durch das E-Learning führen oder punktuell wichtige Hinweise geben, lassen sich dazu ideal verwenden. Angepasst an Ihre Zielgruppe und Ihr Unternehmen unterstützen Sie den Lernprozess.

Bedenken Sie auch das Thema „Multi-Sensorik“: Kombinieren Sie Ihre Geschichte mit Audio- und Sound-Elementen, sprechen Sie alle Sinne des Lernenden an. Dadurch steigt die Konzentration und Ihre Inhalte werden noch mehr in Szene gesetzt. „Wer etwas hört, vergisst es – wer etwas sieht und hört, erinnert sich – wer etwas tut, begreift es!“ – deswegen ist die Interaktion beim Storytelling mindestens genauso wichtig wie die Geschichte selbst. Denn nur dann gelangen die Informationen ins Langzeitgedächtnis und Ihre Mitarbeiter können das neu erlernte Wissen später tatsächlich anwenden.

Weniger ist mehr

Natürlich müssen Sie nicht den gesamten Inhalt Ihres E-Learnings durch Storytelling vermitteln. Setzen Sie diese Darstellungsmöglichkeit vielmehr als Abwechslung ein – zum Beispiel nach einem eher textlastigen Abschnitt. Dadurch sorgen Sie für einen Wechsel der (Lehr-)Methode, entlasten den Lernenden und sorgen für neue Konzentration. Geben Sie Ihrer Geschichte ein offenes Ende, wird Ihr Mitarbeiter zusätzlich zum Weiterdenken animiert. In Kombination mit Kollaborationswerkzeugen (z.B.: Foren, Blogs) schaffen Sie so eine Plattform für Diskussionen. Befasst sich ein Lernender selbstständig mit einem Thema, setzt er sich mit den einzelnen Inhalten intensiver auseinander und sieht schneller den Mehrwert des Gelernten.

Für welche Themen eignet sich Storytelling?

Das Erklären eines Sachverhaltes oder eines Prozesses mit Hilfe einer einfachen, anschaulichen und nachvollziehbaren Geschichte kennt kein festgesetztes Einsatzgebiet. Im Bereich der Erwachsenenbildung kommt diese Methode daher unter anderem für Mitarbeitertrainings, Software- und Prozessschulungen zum Tragen. Storytelling eignet sich hervorragend um Softskills, aber auch um interne Unternehmensprozesse zu vermitteln. Probieren Sie es einfach einmal aus.

 

Hier ein Beispiel-E-Learning, das wir für die Swisscom produziert haben, um das neue Learningcenter vorzustellen:

 

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan

Learning Hacks für die Lernmotivation

Learning Hacks Lernmotivation

© Jakob Schiller

„Noch eine Weiterbildung? Muss das wirklich sein?! Ich kann meine Zeit doch auch sinnvoller nutzen…“ – ein Klischee, das sich leider noch immer hartnäckig hält. Aber warum eigentlich? Liegt es an der Qualität der Schulungsmaßnahmen, den Inhalten selbst oder der Lernumgebung? Warum Weiterbildungsmaßnahmen besonders im Arbeitsumfeld oft kritisch beäugt werden, kann viele Gründe haben – dabei ist eines sicher: Wenn Menschen motiviert und begeistert lernen, steigert sich der Lernerfolg – aber genau darin scheint das Problem zu liegen: die Lernmotivation fehlt.

Extrinsische vs. Intrinsische Motivation

„Möchte oder muss ich etwas lernen?“ – das ist die zentrale Frage wenn es um die Lernmotivation geht. Generell unterscheidet man zwei Formen der Motivation: Intrinsische Motivation meint das Lernen aus dem Inneren heraus, weil der Lernende etwas als interessant oder spannend ansieht. Bei der extrinsischen Motivation hingegen stehen der Lernende und die Inhalte der Schulung in keiner Beziehung. Die Lerninhalte werden bearbeitet, weil es so von dem Lernenden verlangt wird.

Die Lernmotivation hat aber nicht nur mit dem Lernenden selbst etwas zutun, auch andere Faktoren wie beispielsweise die Lernumgebung oder die Lehrmethode nehmen Einfluss auf die Motivation.

Mit diesen Learning hacks steigern Sie die Lernmotivation Ihrer Mitarbeiter

Learnings Hacks sind kleine, nützliche Tricks, die zum Beispiel beim Lösen eines Problems helfen und den Weg zum Ziel dadurch etwas abkürzen und vereinfachen. Für das Steigern der Lernmotivation haben wir für Sie diese 10 Learning Hacks zusammengestellt:

1. Content is King

Konzipieren Sie Ihre Lerninhalte so, dass sie jedem Mitarbeiter einen Mehrwert bieten. Setzen Sie auf praxisbezogene Themen, die dem Arbeitsalltag entsprechen. Dadurch steigern Sie automatisch auch die intrinsische Motivation. Außerdem setzen sich die Lernenden mit relevanten Inhalten intensiver auseinander, so dass sie das neu erlernte Wissen nicht nur reproduzieren, sondern auch anwenden können. Achten Sie bei der Konzeption der Lerninhalte auch auf den Wissenstand der Lernenden. Holen Sie die Lernenden im hier und jetzt ab und setzen Sie kein Wissen voraus.

2. Anreize schaffen

Sorgen Sie dafür, dass Lernen in Ihrem Unternehmen belohnt und gefördert wird. Schaffen Sie positive Anreize (z.B. durch ein internes Gewinnspiel), um die Lernenden zusätzlich für Schulungsmaßnahmen zu begeistern und zu motivieren. Kommunizieren Sie, dass Lernen etwas Positives ist und einen fest Platz in Ihrer Unternehmenskultur einnimmt.

3. Ohne Druck geht’s nicht

… aber zu viel Leistungsdruck demotiviert. Denken Sie immer daran: Lernen soll Spaß machen, sonst verfehlt die Schulung ihr eigentliches Ziel und ist sowohl für Sie als auch Ihr Unternehmen schädlich statt gewinnbringend – Lernfrust kann z.B. auch schon dadurch entstehen, dass der Lernende nicht selbstgesteuert und nach seinem eigenen Lerntempo lernen darf.

4. Der Kunde ist König

Und das ist in diesem Fall der Lernenden. Seien Sie lernerzentriert, indem Sie den Lernenden und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen. Sorgen Sie für eine angenehme und akzeptieren Sie die unterschiedlichen Lerntypen. Schaffen Sie Räumen, in denen sich der Einzelne bei Bedarf zurückziehen kann, denn: Lernen erfordert Konzentration und sollte nicht „mal eben nebenbei“ stattfinden.

5. Öfter mal was Neues

Setzen Sie auf eine abwechslungsreiche Darstellung der Inhalte. So halten Sie die Aufmerksamkeit der Lernenden hoch und laufen keine Gefahr, dass Ihre Inhalte ihr Ziel verfehlen.

6. Wissen interaktiv erleben

Vermitteln Sie konkretes statt abstraktes Wissen und nutzen Sie z.B. Storytelling, um Ihre Inhalte anschaulicher zu gestalten (Beispiele siehe: Lerninhalte). Auch interaktive Lernabschnitte, bei denen die Lernenden die Inhalte selber erarbeiten und erleben können statt diese nur zu konsumieren, wirken beflügelnd für die Lernmotivation.

7. Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung

Ihr Wissen lediglich weiterzugeben, genügt nicht. Bauen Sie regelmäßige Wiederholungen und Tests in den Lernprozess ein, damit das Wissen vertieft wird. Das hat auch einen positiven Nebeneffekt: Der Lernfortschritt wird sichtbar und sorgt für zusätzliche Motivation.

8. Auf SMARTe Ziele kommt es an

Spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und terminiert – so sollen Ziele sein. Formulieren Sie darüber hinaus auch kleine Zwischenziele, denn mit jedem Erfolgserlebnis erhöht sich die Lernmotivation.

9. Crossmediales Lernen

Nicht jede Person lernt auf die gleiche Art und Weise. Arbeiten Sie daher crossmedial über die verschiedensten Kanäle hinweg und regen Sie mit Ihren Lerninhalten alle möglichen Regionen des Gehirns an. Emotional besetzte Lerninhalte bleiben darüber hinaus besser in Erinnerung.

10. Neue Wege gehen

Auch der Lernprozess an sich unterzieht sich einem stetigen Wandel. Waren damals Präsenzveranstaltungen das A und O bei der Aus- und Weiterbildung, hat sich mittlerweile auch E-Learning seinen festen Platz verschafft. Scheuen Sie sich nicht, neue Lernkulturen wie z.B. das Social oder Collaborative Learning einzubinden, sehen Sie es eher als Bereicherung. Aber natürlich gilt auch hier: Seien Sie lernerzentriert und orientieren Sie sich an den Bedürfnissen der Lernenden: Jemandem eine Aktivität aufzuzwingen sorgt eher für Lernfrust statt für Lernlust.

 

Und zu guter Letzt noch diese Weisheit von dem Bildungsforscher Jürgen Overhoff: „Doch auch der glücklichste Lernende kommt irgendwann an den Punkt, wo er merkt: Lernen braucht auch Beständigkeit, Ausdauer und Selbstdisziplin.“

 

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan


Weblinks:

  • http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/MOTIVATION/Lernmotivation.shtml
  • http://www.zeit.de/2013/19/schulforscher-john-hattie
  • http://blog.testario.com/blogparade-welche-learning-hacks-nutzt-du/
  • http://www.easygeneration.net/2014/04/29/learning-hack-motivation/