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Aus der Praxis: Tipps für die erfolgreiche Einführung eines LMS

Wir haben unsere Experten gefragt, worauf es ankommt

LMS, LXP, LCMS, RM… Die eLearning Branche hält viele Kürzel bereit, die auf den ersten Blick ganz schön verwirren können. Dabei dreht sich im Grunde genommen alles nur um das eine: Eine effektive Software die allen Anforderungen an eine moderne, zukunftsorientierte  Aus- und Weiterbildung entspricht.

Learning Management Systeme (kurz LMS) dienen der Planung, Durchführung und Kontrolle von Lernprozessen. Sie sind eine Software-basierte Unterstützung für die Aus- und Weiterbildung in einer Zeit, die von Digitalisierung, zunehmendem Wettbewerbsdruck und erläuterungsbedürftigen Produkten geprägt ist. LMS bilden heutzutage die Grundlage digitaler Bildungsprozesse.

Bei der Einführung eines LMS gibt es einiges zu beachten. Ein paar grundlegende Tipps haben wir bereits im Blogeintrag ‚10 Tipps für die erfolgreiche Einführung von E-Learning‘ zusammengefasst. Jetzt haben wir mit unseren Mitarbeitern aus dem Vertrieb gesprochen, um Impressionen aus ihrem Alltag und dem Kontakt zu Kunden zu sammeln, die sich entschlossen haben ein LMS zu nutzen. Was wird vor und während der Einführung meistens vergessen? Welche Stolpersteine können Sie ausbremsen? Welche essenziellen Punkte werden oft als irrelevant angesehen? Und wie packt man das alles richtig an?

1) Schaffen Sie sich nicht nur ein LMS, sondern eine Lernkultur

Aufbau einer Lernkultur

Übersicht der Einflussfaktoren einer Lernkultur im Unternehmen

Vor der Einführung eines LMS empfiehlt es sich, eine Bedarfsanalyse durchzuführen. Dabei werden zum Beispiel die technischen und personellen Anforderungen an das Unternehmen sowie die gewünschten Ziele überprüft. Wichtig ist es, darüber hinaus das Lernen in der Unternehmensstrategie zu verankern und eine richtige Lernkultur zu entwickeln.

Die Lernkultur besteht aus vier Kernelementen: Dem Unternehmen, den Trainern, den angewandten Technologien und den Lernenden.

Das Unternehmen entscheidet nicht nur über die Ziele, Zielgruppen und Rahmenbedingungen der digitalen Aus- und Weiterbildungsprozesse, sondern entwickelt im besten Fall eine Bildungsstrategie, die flexibel ist und sich nach Bedarf anpassen lässt. Teil der Bildungsstrategie ist es zum Beispiel, Lernzeiten und Lernplätze einzurichten.

Lernzeiten können während oder nach der Arbeitszeit stattfinden. Während der Arbeitszeit ist es wichtig, das Ansehen eines Lernvideos oder Durchführen einer Lernübung nicht als außerbetriebliche Beschäftigung abzustempeln. Das Unternehmen muss seinen Mitarbeitern vermitteln, dass Lernen ein Bestandteil ihrer Arbeit ist und ihnen den nötigen Raum dafür geben. Nicht nur die äußeren Umstände, sondern auch die innere Einstellung muss stimmen.

Lernzeiten nach der Arbeitszeit können zum Beispiel dadurch zu Stande kommen, wenn ein Lernen am Arbeitsplatz nicht möglich ist. Beispiele dafür sind eine sehr laute Arbeitsumgebung, zum Beispiel in einer Fabrikhalle, oder das Fehlen von ausreichend PCs am Arbeitsplatz.

Jeder Mensch lernt anders

Wenn Sie sich jetzt denken – wer lernt denn freiwillig nach Feierabend? Manche Menschen können sich abends zu Hause besser konzentrieren als tagsüber am Arbeitsplatz. Wenn den Mitarbeitern das Lernen leichter fällt, machen sie es lieber und es ist effizienter. Vielleicht haben Sie schon einmal von unterschiedlichen Lerntypen gehört: Manchen Menschen fällt es leichter Gehörtes zu lernen, andere merken sich Dinge besser, die sie lesen. Genauso gibt es Unterschiede für die ideale Lernumgebung. Manche Menschen lernen besser mit Musik, andere brauchen absolute Stille. Wieder andere brauchen eine aufgeräumte Lernumgebung, während es einigen egal ist, wo sie lernen (Quelle: IFLW).

Unser Tipp

Als Gegenleistung für nach Feierabend verrichtete Lernzeiten kann ein Stundenausgleich oder ähnliches vereinbart werden. In solchen Fällen ist es sinnvoll Rücksprache mit dem Betriebsrat des Unternehmens zu halten.

Aus der Praxis wissen wir, dass es sinnvoll ist, die Vorlieben ihrer Mitarbeiter im Vorhinein abzufragen, um dadurch langfristig den Lernerfolg zu verbessern. Sicherlich ist es schwierig, auf jede Person individuell einzugehen, aber es ist nützlich, Tendenzen festzustellen oder gegebenenfalls je nach Abteilung zu entscheiden.

2) Technologie und Content

Sie kennen das von sich selbst: Was Sie gerne machen, machen Sie mit mehr Motivation.

Daher ist es wichtig den Lernenden einen Anreiz zu geben. Ein weiterer Stolperstein hat mit dem Lerninhalt und der angewandten Technologie zu tun. Es ist wichtig, sich zu überlegen, welche Lerninhalte vermittelt werden sollen, woher das Unternehmen den Content bezieht und wie diese Inhalte umgesetzt werden.

Standard Compliance-Schulungen 1 zu 1 in ein LMS zu übertragen, bei dem sich der Anwender stumpf von Info zu Info klickt und schlussendlich eine Prüfung ablegt, wirken auf die Mitarbeiter abschreckend und langweilig. Dies führt leicht zu fehlender Motivation, Missgunst gegenüber dem Lernen und ausbleibendem Lernerfolg. Als Einstieg und um den Mitarbeitern das Thema ‚Lernen mit LMS‘ näher zu bringen, bietet es sich an, mit Hilfe der Technologie spielerisch zu erklären, wie sie funktioniert.

Darüber hinaus haben wir weitere Praxis-Tipps für den Lernerfolg Ihrer Inhalte:

  • Geben Sie den Lerninhalten Persönlichkeit: Verbinden Sie den Content zusätzlich mit Ihrem Unternehmen, indem Sie die Farben oder die Schrift Ihres CI, oder Ihr Logo verwenden. Erstellen Sie unter Umständen ganze Lernwelten, die den Arbeitsplatz, Gebäude oder Pausenräume darstellen. Durch das Kreieren von Bildern und Welten wecken Sie das Interesse der Lernenden.
  • Nutzen Sie Storytelling und Gamification-Ansätze: Entwickeln Sie Geschichten rund um den Lerninhalt und belohnen Sie die Lernenden nach abgeschlossen Lektionen oder Wissensüberprüfungen. Lassen Sie die Lernenden Beispielsweise den virtuellen Arbeitsplatz erkunden und durch die Lernwelt ‚wandern‘. Das macht Lust auf Mehr.
  • Bleiben Sie aktuell und abwechslungsreich: Passen Sie die Lernwelt aktuellen Ereignissen an, beispielsweise durch weihnachtliche oder sommerliche Motive. Nutzen Sie verschiedene Lehrmittel und Aufgabentypen und sorgen Sie regelmäßig für neuen Content, um die Lernenden nicht zu langweilen.
Bilden Sie eTrainer aus um eine effektive Nutzung des LMS zu gewährleisten

Bilden Sie eTrainer aus um eine effektive Nutzung des LMS zu gewährleisten

3) Auch Ausbilder müssen ausgebildet werden

Das beste LMS ist wirkungslos, wenn es nicht richtig bedient wird. Daher ist es wichtig, bestimmte Bereiche des Unternehmens zu digitalisieren und die Autoren, die das LMS betreuen, als qualifizierte E-Trainer auszubilden. Dadurch sichern Sie einerseits, dass alle Möglichkeiten des LMS optimal genutzt werden, und andererseits, dass die Lernenden bestmöglich unterstützt werden.

 

Zugegeben – die Möglichkeiten der Gestaltung hängen natürlich vom jeweiligen LMS ab. Um effektives Lernen zu ermöglichen sollten Sie jedoch nicht an den falschen Stellen sparen. Je mehr Mühe Sie sich bei der Gestaltung und Implementierung des LMS geben, desto größer ist der Lernerfolg und desto weniger Komplikationen gibt . Unser Praxis-Tipp ist die Implementierung einer Lernkultur in Ihrem Unternehmen, um ein ganzheitliches Konzept aufzustellen und einen effektiven Einsatz Ihrer eLearning Software zu gewährleisten.

Daher empfehlen wir Ihnen: Schaffen und pflegen Sie eine eigene Lernkultur in Ihrem Unternehmen und verfolgen Sie diese als ganzheitliches Konzept. Machen Sie Lernen zum Erlebnis.

Ein Blog-Beitrag von Laura Jung

 


Siehe dazu auch:

IFLW (Institut für integrative Lerntherapie und Weiterbildung): Wie lernt jeder Lerntyp am effektivsten?

https://www.iflw.de/blog/lernen/wie-lernt-jeder-lerntyp-am-effektivsten/

 

Bildquellen:

pexels.com CC0 License:

https://www.pexels.com/photo/action-adventure-climbing-daylight-303040/

https://www.pexels.com/photo/man-pointing-laptop-computer-2182981/

 

Mobile Learning vs. Work-Life-Balance

So passt immer verfügbare digitale Weiterbildung in unseren Alltag

Dank E-Learning und Co. haben wir quasi immer und überall Zugriff auf Lerninhalte und sind immer erreichbar. Aber wie beeinflusst dieser Umstand unsere Balance von Arbeit und Privatleben? In unserem neuesten Artikel wollen wir Ihnen einen Überblick und wertvolle Tipps zur Erhaltung dieses Gleichgewichts geben. Vorher wollen wir aber klären, was die beiden Begriffe “Mobile Learning” und “Work-Life-Balance” überhaupt bedeuten.

Work-Life-Balance: Das gesunde Gleichgewicht von Arbeit und Privatleben

Work Life Balance

“Work-Life-Balance” beschreibt das Gleichgewicht von Arbeits- und Privatleben

In Zeiten, in denen 50-Stunden-Wochen und Burn Out allgegenwärtig sind, hat das Thema „Work – Life – Balance“ höchste Relevanz. Der Begriff beschreibt das gesunde Gleichgewicht von Beruf und Privatleben. Er behandelt zum Beispiel die Frage, ob mir neben der Arbeit genug Zeit für Hobbies, Freunde und Familie bleibt. Dabei muss mit besagter Balance sicherlich keine 50:50-Aufteilung gemeint sein. Diese lässt sich zum einen ohnehin in den meisten Fällen nicht umsetzen. Und zum anderen hängt die Balance auch stark von der subjektiven Wahrnehmung des Einzelnen ab. Wichtig ist ein empfundenes Gleichgewicht, bei dem keiner der beiden Teilbereiche zu stark vernachlässigt wird. Neben Arbeit und Beruf sollte also noch genügend Zeit für andere Dinge bleiben. Umgekehrt sollen natürlich auch Beruf und Bildung nicht unter den eigenen Freizeitaktivitäten leiden.

Mobile Learning: Lernen wann und wo ich will

Auch das Thema Mobile Learning ist in aller Munde. Quasi jeder von uns nutzt regelmäßig ein Smartphone und auch vom Arbeitgeber gestellte Geräte sind längst keine Seltenheit mehr. Das heißt auch: Für die berufliche Weiterbildung gibt es kaum noch Grenzen. Häufig wird vom Arbeitnehmer sogar erwartet, Lerninhalte und Weiterbildungsmaßnahmen außerhalb der regulären Arbeitszeit oder nach Feierabend zu behandeln. Darüber hinaus sind zeitgemäße Lerninhalte optimal an die Mobilgeräte angepasst, sodass es immer selbstverständlicher wird, diese nicht mehr nur am Arbeitsplatz zu konsumieren. Das kann zu mehreren Problemen führen: Die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben, zwischen “Work” und “Life” können leichter verschwimmen und auch auf das eigene Umfeld kann dies Einfluss nehmen.

Gönnen Sie sich Ruhe. Mit festen Zeiten für’s Lernen klappt es auch mit der Balance.

So fällt es nicht schwer, schnell ein Konfliktpotenzial zwischen den beiden Begriffen „Mobile Learning“ und „Work-Life-Balance“ zu erkennen. Wie soll man noch genügend Zeit zur Erholung finden, wenn nach Feierabend die nächste Lerneinheit schon auf dem Smartphone wartet? Dass sich diese beiden Themen trotzdem miteinander vereinbaren lassen, wollen wir Ihnen im Folgenden zeigen.

Klare Strukturen, bessere Inhalte – Tipps für Work-Life-Balance und Mobile Learning

Ein simpler und erster Ansatz, Mobile Learning für die Arbeit und das Privatleben vereinbar zu machen sind klare Regelungen und zeitliche Strukturen. Dabei sollten Fragen wie “Wie viel Zeit muss ich im Monat für das Lernen aufwenden?” oder “Ist Lernzeit gleich Arbeitszeit?” zwischen Arbeitnehmer und -Geber einvernehmlich geklärt sein. Ebenso, wie sich mit Arbeitgebern klare Strukturen schaffen lassen, funktioniert dies auch mit Ihrem privaten Umfeld.

Die Zeit, die Sie mit Ihren Kindern verbringen, soll nicht unter dem mobilen Lernen leiden. Legen Sie also gemeinsam mit Ihren Angehörigen fest, wann Sie zu Hause Zeit mit Weiterbildung oder anderen Arbeitsthemen verbringen. Wichtig ist natürlich, sich dann auch daran zu halten. Nach ein oder zwei Wochen können Sie außerdem reflektieren, ob Sie und alle Beteiligten mit der Aufteilung zufrieden sind.

 

Beispiel gefällig?

Die Wissenschaftlerin Catherine A. Middleton berichtet von einem kuriosen Fall im Rahmen einer Studie: Das Kind eines Teilnehmers habe dessen Mobiltelefon sogar in die Toilette befördert, da dieser damit zu viel Arbeitszeit mit nach Hause brachte.1

Aber auch die Lerninhalte an sich können viel zur Work-Life-Balance beitragen. Kurze Lerneinheiten oder sog. Lernnuggets können hier eine Lösung sein. Lerninhalte, die nur wenige Minuten vom Lernenden fordern, lassen sich in Kombination mit Mobilgeräten nämlich deutlich leichter im Alltag unterbringen als “klassische” Lerneinheiten. Ein drei-minütiger Lerninhalt auf dem Smartphone passt nämlich hervorragend in die nächste Fahrt mit der Bahn, die Wartezeit an der Bushaltestelle oder auch in die Werbepause der Lieblings-TV-Sendung am Abend.

Versuchen Sie das mal mit langwierigen Desktopinhalten! Nutzen Lernende solche sonst ungenutzten Pausen innerhalb des Alltages, hilft das der Work-Life-Balance schon enorm, da effektiv keine Freizeit verloren geht. So kann Mobile Learning einen positiven Beitrag zur Balance leisten.

Was kann ich als Trainer oder Arbeitgeber beitragen? E-Learning als Chance für eine bessere Balance

Nicht nur die Lernenden selbst können dazu beitragen, dass die Work-Life-Balance stimmt und das Lernen nicht als Belastung wahrgenommen wird. Ebenso sind Trainer, Coaches, Autoren und Arbeitgeber hier in der Pflicht. Das probateste Mittel sind hier, so simpel es klingen mag, Lerninhalte die Spaß machen. Methoden des E-Learning wie Gamification oder ein aktives Storytelling steigern nämlich nicht nur den Lernerfolg. Sie sorgen auch für motivierte Lerner und bessere Inhalte. So wird das Lernen für den Job auch nach Feierabend nicht zur müßigen Fleißaufgabe.

Mit den richtigen Tipps lassen sich Mobile Learning und Work-Life-Balance sehr gut vereinbaren.

Mit den richtigen Tipps lassen sich Mobile Learning und Work-Life-Balance sehr gut vereinbaren.

E-Learning Autoren erhalten durch Mobile Learning ebenfalls mehr Möglichkeiten, Inhalte komfortabler zu vermitteln. Dank auf Mobilgeräte angepasste Kurse und Lernnuggets muss es nicht immer die zeitaufwendige Präsenzschulung sein. Das spart Lernenden und Lehrenden Zeit, die für andere Dinge bleibt.

Mobile Learning und Work-Life-Balance: Nicht gegen, sondern miteinander

Zurück zu unserer Ausgangsfrage: Wie lassen sich eine gesunde Work-Life-Balance und Mobile Learning miteinander vereinbaren? Letztlich ist dies gar nicht so schwer. Ein paar klare Regelungen zwischen Lehrenden, Lernenden und privatem Umfeld stellen eine gute Grundlage. Wenn man dann noch durch die mobile Verfügbarkeit der Lerninhalte Wartezeiten wie in Bus und Bahn sinnvoll nutzt, können sich Arbeits- und Privatleben gut die Waage halten. Bilden darüber hinaus noch unterhaltsame Inhalte das i-Tüpfelchen, dann steht der Work-Life-Balance nichts mehr im Weg.

Ein Blog-Beitrag von Hendrik Lüken

 


1Middleton, Catherine A. (2007): Do Mobile Technologies Enable Work-Life Balance? Dual Perspectives on BlackBerry Usage for Supplemental Work. Online verfügbar unter: https://www.researchgate.net/publication/305650682_Do_Mobile_Technologies_Enable_Work-Life_Balance_Dual_Perspectives_on_BlackBerry_Usage_for_Supplemental_Work.

Siehe dazu auch:

www.lernen.net/artikel/work-life-balance-tipps-uebungen-1168/

www.sueddeutsche.de/karriere/lernen-fuer-den-job-reine-privatsache-1.3647594

Bildquellen:

Unsplash.com, CC0 License: 

https://unsplash.com/photos/ePYV1NFpj3U

https://unsplash.com/photos/902vnYeoWS4

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https://www.pexels.com/photo/chilling-computer-couch-coworking-7076/

Durchblick im Dschungel – E-Learning Lexikon für Einsteiger

E-Learning Lexikon für EinsteigerDie wichtigsten E-Learning Begriffe im Überblick

„Wir machen jetzt E-Learning“ heißt es dieser Tage vielleicht in der einen oder anderen Personalabteilung. Neben viele Fragen kommen vor allem auch zahlreiche neue Begriffe auf den Tisch, die es erst einmal zu klären gilt. „Was ist der Unterschied zwischen E-Learning und Blended Learning?“, „Was ist ein LCMS?“ oder „Wie funktionieren Learning Analytics?“ sind dann keine Seltenheit. Dieses Lexikon soll bei der Einführung von E-Learning helfen und Einsteigern einen ersten Einblick geben – Ergänzungen und weitere Fachwörter werden folgen:

E-Learning

Der Begriff E-Learning steht für alle Formen von Lernen, „bei denen elektronische oder digitale Medien für die Präsentation und Distribution von Lernmaterialien und/oder zur Unterstützung zwischenmenschlicher Kommunikation zum Einsatz kommen“ (Prof. Dr. Michael Kerres). E-Learning ist aber kein Begriff, der klar definiert ist, aus diesem Grund gibt es mittlerweile zahlreiche Synonyme wie Online Lernen oder elektronisches Lernen. Dennoch lässt sich E-Learning anhand folgender Merkmale kennzeichnen:

Interaktivität
Lerner haben die Möglichkeit, auf verschiedene Art und Weise mit den Inhalten zu interagieren, z.B. durch verschiedene Steuerungs- und Eingriffsmöglichkeiten

Multicodalität
Die Lerninhalte werden in den unterschiedliche Kodierungen (Text, Bild, Video) genutzt und miteinander kombiniert

Multimedialität
Die Aufbereitung und Darstellung der Lerninhalte erfolgt in verschiedenen digitalen Medien, beispielsweise Podcast, E-Book oder Whitepaper

Multimodalität
Das zu vermittelnde Wissen wird beim E-Learning mit Hilfe der auditiven und / oder visuellen Sinne konsumiert

Studien, die sich detaillierter mit dem Thema E-Learning im Unternehmen auseinandersetzen, sind z.B. der Branchenmonitor des MMB-Instituts für Medien- und Kompetenzforschung oder der New Horizon Report (mehr dazu: E-Learning der Zukunft? Trends und Herausforderungen), der kurz-, mittel- und langfristige Trends in der Weiterbildung erforscht.

Blended Learning

Bei der klassischen Weiterbildung werden die Inhalte größtenteils in Form von Präsenzschulungen organisiert. Beim Blended Learning wird dieser Lernprozess um das Bereitstellen von digitalen Lerninhalten ergänzt. Daher spricht man beim Blended Learning auch vom integrierten Lernen oder hybridem Lernen, denn dieses Lernmodell vereint die methodischen, didaktischen und medialen Konzepte zur Vermittlung fachlicher Inhalte so, dass die jeweiligen Vorteile sich gegenseitig ergänzen. Durch Blended Learning wird orts- und zeitunabhängiges Lernen möglich, da der Lernprozess an keine Präsenzphasen mehr gebunden ist und auch die Kommunikation asynchron stattfinden kann. Außerdem kann der Lerner sein eigenes Lerntempo bestimmen, was aber wiederum auch Selbstdisziplin voraussetzt.

Mehr zu den verschiedenen Lernkonzepten gibt’s im Beitrag “Das richtige Lernkonzept macht’s

LMS und LCMS

Im Kern verwaltet ein Learning Management System (LMS) die Nutzer und Lernangebote inklusive der dazugehörigen Rollen- und Rechtevergabe – also welcher Nutzer welche Kurse durchführen kann und soll (Benutzer- und Kursverwaltung). Ebenso kommen auch noch weitere Funktionen hinzu, wie zum Beispiel ein Berichtswesen für Lernerfolgskontrollen oder das Ausstellen von Zertifizierungen. Ein Learning Content Management System (LCMS) hingegen dient der Erstellung, Archivierung und Wiederverwendung von Lerninhalten. Es strukturiert die Lerninhalte und verwendeten Medien in einer Datenbank, so dass gezielt nach Ihnen gesucht werden kann. „Die wohl wichtigste Aufgabe eines LCMS ist das zentrale Object Repository, das die wiederverwertbaren Lernobjekte verwalten kann. Ziel ist es, ungewollte Redundanzen und widersprüchliche Informationen weitgehend zu verhindern.“

Autorentools

Mit Hilfe von Autorentools können Lerninhalte erstellt und z.B. mit Interaktionen versehen werden. Die Anwendungsmöglichkeiten sind dabei nahezu unbegrenzt: von Prüfungen über Software-Simulationen hin zu Animationen und Interaktivität. Gängige Autorenwerkzeuge sind beispielsweise Adobe Captivate oder Articulate Storyline. Manche Learning Management Systeme bringen standardmäßig bereits eigene Werkzeuge mit, mit denen Lerninhalte schnell und einfach erstellt werden können – dazu zählt auch Avendoo®.

SCORM-Format

SCORM (Sharable Content Object Reference Model) ist ein Referenzmodell für austauschbare elektronische Lerninhalte der Advanced Distributed Learning Initiative. Lerneinheiten, die im SCORM Format erstellt wurden, können in eine E-Learning Software wie Avendoo® eingelesen und genutzt werden.

Social Learning, informelles und kollaboratives Lernen

Beim Social Learning werden die Möglichkeiten, die sich durch soziale Netzwerke wie Facebook, YouTube, Twitter und Co. und dem „Web 2.0“ ergeben, für die berufliche Weiterbildung genutzt. Der Gruppenaspekt des Lernens rückt dabei mehr in den Vordergrund, so dass vernetztes Lernen möglich wird. Bei diesem Lernkonzept wird E-Learning um digitale Werkzeuge erweitert, die es ermöglichen, dass Lerner zusammen arbeiten und lernen. Aus diesem Grund spricht man auch von kollaborativem Lernen, denn den Lernern werden Möglichkeiten gegeben, selber Inhalte zu erstellen und weiter zu entwickeln. Diese Art des Lernens und der Wissensvermittlung ist das Gegenteil zum klassischen Lernprozess, bei dem es nur einen Lehrenden gibt. Deshalb wird diese Form als informelles Lernen bezeichnet.

Siehe dazu auch “Social Learning – Trend oder Zukunft?“, “Neue Wege im E-Learning? Kollaborationswerkzeuge für vernetztes Lernen” und “Informelles Lernen: Hype oder Zukunft?

Learning Analytics / Reporting

Unter dem Begriff Learning Analytics wird eine Methode verstanden, mit der Unternehmen den Lernprozess analysieren und Lernaktivitäten nachvollziehen können. Jeder Lerner hinterlässt bei der Bearbeitung eines Lerninhalts „digitale Spuren“. Diese Informationen können mit einem Learning Management System ausgelesen und visualisiert werden, so dass Optimierungen vorgenommen werden können. Sinn und Zwecks der Datenanalyse ist es vor allem, den Lerner in seinem Lernprozess zu unterstützen und ein bestmögliches Lernerlebnis zu schaffen.

Mehr dazu im Beitrag “Wie Sie mit Learning Analytics Ihre Schulungen optimieren

Web Based Training (WBT)

Ein WBT ist eine webbasierte Trainingsanwendung, bei der Lerninhalte online zur Verfügung gestellt werden. CBTs (Computer Based Training) sind im Gegensatz dazu in sich geschlossene Lernmodule, die über keinen Zugang zum Internet verfügen und üblicherweise auf einem Datenträger verbreitet werden. In einem Web Based Training werden z.B. durch Chats, Foren oder Live-Streaming neue Aspekte der Kommunikation und Interaktion zwischen dem Lehrenden und den Lernern möglich.

Mobile Learning und responsive Design

Durch die fast vollständige Integration von mobilen Endgeräten in den Lebens- und Arbeitsalltag wird das Lernen „unterwegs“ vor allem bei jüngeren Zielgruppen immer beliebter. Mobile Learning meint daher das zeit- und ortsunabhängige Lernen mit Hilfe von mobilen Endgeräten. Wenn sich die Lerninhalte an die unterschiedlichen Bildschirmgrößen der jeweiligen Geräte anpassen, so spricht man von responsive Design. Dabei werden z.B. auch Navigationselemente so dargestellt, dass sie einfach und intuitiv mit dem Finger bedient werden können.

 

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan


 

Der Avendoo® RUN

Runnerspoint und Avendoo

RUNNERS POINT und Avendoo®

Beim Thema E-Learning möchte man anfangs verständlicherweise erst einmal testen, ob so eine Form der Aus- und Weiterbildung überhaupt Früchte trägt und von den Mitarbeitern akzeptiert wird. Daher fällt die Wahl vermutlich schnell auf ein Open-Source-System – eben die kostengünstige Variante, die notfalls auch schief gehen darf.

So auch bei RUNNERS POINT „Vor Avendoo® haben wir mit einem Open-Source System gearbeitet, das zwar von der Kostenseite sehr attraktiv war, allerdings unter anderem in der Administration nicht die von uns gewünschte Usability und Convenience mitbrachte. Die relativ große Menge an Content haben wir – ohne große methodisch-didaktische Aufbereitung – in einer statischen Online-Bibliothek abgebildet.“, erklärt Laura Benthack, Web- und Medienassistentin bei RUNNERS POINT.

Irgendwann stößt auch die beste Open-Source-Software an ihre Grenzen – und an dieser Stelle trat Avendoo® zum Vorschein. „Die einfache und bequeme Administration hat uns überzeugt. Ein weiterer Pluspunkt ist die personalisierte Lernumgebung für jede Mitarbeitergruppe. So erreichen wir wirklich alle Zielgruppen“. RUNNERS POINT hat deutlich mehr als 1.000 angemeldete Nutzer, denen sie unabhängig von Zeit und Ort attraktiv Wissen vermitteln können und sie somit nachhaltig schulen und weiterbilden. „Dadurch reduzieren wir unter anderem Präsenztage auf Veranstaltungen. Neben dieser Ressourcenersparnis leisten wir auch einen kleinen ökologischen Beitrag: eLearning bedeutet weniger Printprodukte und damit am Ende auch weniger Papiermüll.“ Ausschlaggebend für den Wechsel waren aber auch Aspekte wie die Mobilfähigkeit, die möglichen Schnittstellen zu anderen Systemen und die einfache Überwachung und Validierung der Lernfortschritte.

Fazit?

„Avendoo ist ein All-in-One Paket! Für uns sind die individuell dargestellten Lernpfade und Trainingspläne für jeden Mitarbeiter ganz besonders reizvoll. Es gibt noch individuelle Kleinigkeiten, die verbessert werden können, jedoch ist Magh und Boppert auch in dieser Hinsicht ein guter Ansprechpartner.“

Werfen Sie einen Blick auf das Ergebnis der Schulung:

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan

Mobile Learning bei der SBB

Avendoo® mobil nutzen

„Guten Tag. Einmal die Fahrscheine bitte.“

Zugbegleiter – sie kontrollieren Fahrausweise, geben Auskünfte, sorgen für die Sicherheit in den Zügen – und sind ständig unterwegs. Wie soll man diese Mitarbeiter schulen?

2005 stand die Schweizerische Bundesbahn (SBB) vor genau diesem Problem. Lösung: das Lernprogramm auf den neuen mobilen Endgeräten installieren. Gesagt. Getan. Mobile Learning bei der SBB war geboren.

Das ZPG II ist ein Windows CE Gerät der Firma Höft & Wessel. Für die technische Umsetzung ist in JAVA ein Player geschrieben worden. Dieser Player hat die Inhalte der Lernplattform durch ein gezipptes XML Paket abgerufen. Gleichzeitig konnte der Player die erreichten Ergebnisse wieder zur Lernplattform hochspielen. Egal ob nun die Inhalte auf dem mobilen Gerät oder von einem festen Arbeitsplatz bearbeitet worden sind, die Ergebnisse wurden zusammengeführt. So haben die Zugbegleiter immer ihren aktuellen Bearbeitungsstand gesehen.

Dank der Umsetzung als Mobile Learning konnten die neuen Bedienprozesse im realen Ablauf geschult werden. Zu Beginn der Schulung wurden die Mitarbeiter dazu aufgefordert die notwendigen Schritte in den Masken auszuführen. Durch kleine Tutorialeinheiten wurden zusätzliche Informationen zu den jeweiligen Prozessen verdeutlicht. Hatte ein Zugbegleiter eine bestimmte Anzahl an Prozessen durchgearbeitet wurden ihm anschließend einige Fragen zur Vertiefung gestellt.

Als „Belohnung“ für das erfolgreiche Abschließen aller Themengebiete hat ein integrierter Drucker ein Zertifikat ausgegeben. Mit diesem Mini-Zertifikat konnte der SBB Mitarbeiter sein neues mobiles Gerät freischalten lassen und in den laufenden Betrieb aufnehmen.

Diese Mobile Learning Lösung hatte den Vorteil, dass das neue Gerät rollend geschult werden konnte. Eine weitere Stärke lag in der Displaygröße, die bereits damals zeigte, dass intensive Schulungen auf einem mobilen Gerät mit einer größeren Diagonale durchaus zielführend sind.

Die spezielle Entwicklung des Players auf dem Windows CE Gerät war nachweislich die kostengünstigere Variante gegenüber einer zentralen klassischen Schulung an einem festen Arbeitsplatz, der ohnehin nicht jedem der rund 2.000 Zugbegleiter zur Verfügung stand.

 

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan