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E-Learning und Onboarding? Eine gute Kombination

E-Learning als Unterstützung für die Einarbeitung nutzen

Die Digitalisierung führt zu einem grundlegenden Wandel in der Arbeitswelt. Das erzeugt auf der einen Seite Ängsten und Herausforderungen, auf der anderen Seite hält dieser Veränderungsprozess aber auch neue Wege, Chancen und Möglichkeiten bereit. Um die Effizienz von internen Einarbeitungsprozessen zu verbessern, setzen z.B. immer mehr Unternehmen auf digitales Onboarding. Neue Mitarbeiter werden dabei unter anderem mit Hilfe von multimedialen Lerneinheiten eingearbeitet und in den Arbeitsalltag integriert. So werden nicht nur Redundanzen bei der Einarbeitung vermieden, da Arbeitsabläufe und interne Prozesse oft standardisiert sind, sondern auch der Aufwand für die verantwortliche Belegschaft wird deutlich minimiert. Außerdem kann auf diese Weise sichergestellt werden, dass die Qualität des Onboarding-Prozesses gleichbleibt und wichtige Informationen an alle neuen Mitarbeiter korrekt weitergegeben werden.

Neue Mitarbeiter mit digitalem Onboarding integrieren

Ziel der Einarbeitung und des gesamten Onboarding-Prozesses ist es, dass neue Mitarbeiter möglichst schnell in das Unternehmen finden und mit ihrem Fachwissen zum Arbeitsalltag beitragen können. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Auszubildenden oder um eine Fachkraft handelt. Gerade die Anfangszeit im neuen Unternehmen spielt eine wichtige Rolle, denn sie prägt das Verhältnis des neuen Mitarbeiters zum Unternehmen auf entscheidende Weise. Mit einer qualifizierten und auf den Mitarbeiter zugeschnittenen Einarbeitung, wird eine Bindung an das Unternehmen, die Identifikation mit der Marke und/oder den Produkten, der Philosophie und Geschichte sowie den Menschen und Visionen erzielt. Dadurch erhalten neue Mitarbeiter sofort einen Überblick über das Unternehmen und ihr Aufgabenfeld und das Wir-Gefühl stellt sich ein. Onboarding schafft daher nicht nur eine fachliche Basis, sondern sorgt auch für eine soziale Integration.

Mit Hilfe von digitalen Lerneinheiten ergibt sich somit z.B. die Chance, eine interne Willkommenskultur zu entwickeln und zu pflegen. Außerdem wird der Einstieg in die neue Firma auf diese Weise um eine positive Erfahrung bereichert, denn die Auswirkungen einer schlechten Einarbeitung können fatal sein: Nicht selten wird das Thema Onboarding auf die leichte Schulter genommen oder aufgrund von Ressourcenknappheit erst gar nicht durchgeführt. Dabei führen Denkweisen wie „Der neue Kollege wird sich schon von selber einarbeiten“ oft dazu, dass der Mitarbeiter demotiviert ist, sich und seine Fähigkeiten nicht wertgeschätzt fühlt und im schlimmsten Fall sogar seine Entscheidung bereut, in das Unternehmen gekommen zu sein.

Themen und Inhalte, die Sie für digitales Onboarding nutzen können

Welche Inhalte Teil Ihres Onboarding-Prozesses sind, das hängt ganz vom Unternehmen und von dem neuen Mitarbeiter bzw. der Position ab. Außerdem spielt auch der Umfang der Einarbeitung eine Rolle. Um einen zeitlichen Ablauf in den digitalen Onboarding Prozess zu bringen, gibt es in Avendoo® z.B. sogenannte Trainingspläne. Darauf befinden sich alle einzelnen Trainings, die es während der Einarbeitung zu absolvieren gilt. Mit Hilfe von Verbindungen können Abhängigkeiten zwischen den Schulungen erzeugt werden, damit z.B. die Compliance Schulung vor der Produktschulung bearbeitet werden muss. Und: Neue Kollegen lassen sich zum Trainingsplan (und damit auch zu allen darin enthaltenen Schulungen) mittels Teilnehmerregel schnell und einfach anmelden.

Für digitales Onboarding eignen sich generell vor allem die Inhalte, die für sämtliche neue Mitarbeiter wichtig sind wie z.B. allgemein geltenden Unternehmensstandards und Verhaltensregeln. Hier einige Vorschläge für weitere Themen, die die neuen Mitarbeiter dank E-Learning in Eigenregie und nach eigenem Lerntempo erkunden könnten:

  • Informationen zu Compliance Richtlinien und dem Unternehmensleitbild
  • Einführung in wichtige Prozessabläufe und Strukturen (Beispiel RUNNERS POINT „Visual Merchandising Grundlagen“)
  • Vorstellung der Kollegen und der Büroumgebung
  • Grundlagen für die Bedienung von Systemen oder Software
  • Bereichsspezifische Inhalte (Beispiel Hamburger Hochbahn AG „Grundlagen der Zugsicherung“)
  • Erklärungen zu internen Begriffen / Fachwörtern
  • Regelungen zur Urlaubsplanung oder zur Arbeitszeiterfassung
  • Einführung und erste Informationen zu den Produkten und Marken
  • Schulungen zur Arbeitssicherheit oder Hygienestandards (Beispiel Valora Schweiz AG „HACCP Hygienevorschriften“ und „ASA Erstunterweisung“)
  • uvm.

Wichtig bei allen Onboarding Themen ist es, dass nicht nur bloße Fakten vermittelt werden, sondern verschiedenste Lehr- und Lernmethoden zum Einsatz kommen. Die Inhalte sollen kein Zeitvertreib sein, sondern dem neuen Mitarbeiter einen Mehrwert bieten und ihn optimal auf den Arbeitsalltag vorbereiten. Der Spagat zwischen allgemeingültigen Inhalten und den Inhalten, die für den neuen Mitarbeiter relevant sind, stellt dabei die Herausforderung dar. Ebenfalls nicht zu vergessen: E-Learning und das Bereitstellen von digitalen Lerninhalten ist nur eine Ergänzung bzw. Unterstützung des Onboarding-Prozesses. Der direkte Kontakt mit den Kollegen ist weiterhin sehr wichtig und sollte auf keinen Fall vernachlässigt werden.

Kontinuierliche Verbesserung und aktuelle Inhalte

Da jedes Unternehmen und jeder Mitarbeiter individuelle Wünsche und Anforderungen an die Einarbeitung haben, gibt es nicht den einen, perfekten Onboarding-Prozess. Inhalte, die z.B. für große Unternehmen von enormer Bedeutung sind, müssen bei einem Auszubildenden in einem kleinen, mittelständischen Betrieb nicht zwingend sinnvoll sein. Daher sind sowohl die Zielgruppe als auch die Unternehmenskultur zu berücksichtigen. Und: Holen Sie sich auch Feedback von Ihren neuen Mitarbeitern zu dem gerade absolvierten Onboarding-Prozess. Bestimmt ergeben sich daraus Themen, an die Sie evtl. noch gar nicht gedacht haben oder Sie decken Fehler und Stolpersteine für zukünftige, neue Kollegen auf. Kommunikation ist auch bei der Einarbeitung das A und O.

Zusammengefasst gilt es also für jedes Onboarding abzuwägen, welche Inhalte besser digital vermittelt werden können und bei welchen Themen sich eher die persönliche Einarbeitung lohnt. Denn fest steht, E-Learning und die Digitalisierung der Personalentwicklung, bieten Unternehmen neue Chancen, eine positive und emotionale Mitarbeiterbindung aufzubauen. Wenn neue Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen gebunden werden sollen, ist ein durchdachtes und systematisches Onboarding oft der Schlüssel zum Erfolg.

 

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan


siehe dazu auch:

  • „Onboarding im Zeitalter der Digitalisierung“, Susanne Bube, erschienen in: Personalentwicklung. Themen, Trends, Best Practice 2016, hrsg. Von. Karlheinz Schwuchow & Joachim Gutmann

 

Mit Lernkarten für frischen Wind im E-Learning sorgen

Lernkarten Lernkartei

© Alexey Ivanov

Warum Lernkarten Ihren Lernprozess bereichern

„Nennen Sie die drei wichtigsten Eigenschaften des Produktes XY“ – so oder so ähnlich kann die Fragestellung auf der Vorderseite einer Lern-Karteikarte aussehen. Ob es um einzelne Daten und Fakten geht oder um Prozessabläufe und Definitionen– das Prinzip des klassischen Karteikartensystems lässt sich auch digital erfolgreich umsetzen. Höchste Zeit, sich mit dieser Art der Wissensabfrage zu beschäftigen.

Bei dem Wort „Karteikarte“ mag sich der ein oder andere sicher kurz in seine Schulzeit zurückversetzt fühlen, denn diese Lernmethode kommt dort besonders häufig für das Lernen von Vokabeln zum Einsatz. Aber auch in der Erwachsenenbildung kann der Einsatz von sogenannten Lernkarten erfolgsversprechend sein und für eine nette Abwechslung sorgen – denn nicht immer ist der altbewährte Wissenstest am Ende einer Lerneinheit nötig. Mit einer Lernkartei können Sie das Wissen ihrer Mitarbeiter ebenso gut abfragen.

Das Prinzip von Lernkarten und Lernkartei

Jede Lernkarte besteht aus einer Vorder- und Rückseite, auf der vorne eine Fragestellung und hinten die passende Antwort/ Lösung steht. Alle Lernkarten können in Avendoo® zu sogenannten Lernkarteien zusammengefasst werden (so wie einzelne Wissenstestfragen beliebigen Wissenstest zugeordnet werden können). Diese digitale Lernkartei ist in einzelne Fächer unterteilt. Jede Lernkarte einer Lernkartei beginnt zunächst in Fach 1 und wandert, je nachdem ob sie richtig oder falsch beantwortet wurde, ein Fach weiter bzw. zurück. Es werden immer als erstes die Karten aus dem ersten Fach gelernt, also immer die Inhalte, die noch nicht richtig verstanden wurden. Je höher die Karte wandert, desto besser ist der Inhalt im Gedächtnis verankert. Befindet sich die Lernkarte im letzten Fach, ist der Lernprozess für sie abgeschlossen. Am besten Sie starten erst einmal mit 2- 3 Fächern und steigern dann nach und nach die Anzahl der Fächer.

Entwickelt wurde das Karteikastenprinzip von Sebastian Leitner in den 70er-Jahren. Die Idee dahinter: Inhalte, die häufiger falsch beantwortet werden, werden auch häufiger wiederholt und gelernt als die Inhalte, die sofort richtig beantwortet wurden und bereits im Gedächtnis sind. Dadurch erhält jede Lernkarte genau so viel Aufmerksamkeit, wie sie benötigt.

Vor- und Nachteile der Lernmethode „Karteikartensystem“

Ob die Verwendung des Karteikastensystems sinnvoll und zielführend ist, hängt von vielen Faktoren ab. Neben dem Inhalt selbst, kommt es z.B. auch auf die Zielgruppe der Schulung an. Generell lassen sich aber folgende Vor- und Nachteile für Lernkarten festhalten (diese Aufzählung ist natürlich nicht vollständig und darf gerne ergänzt werden):

 

VorteileNachteile

  • Eine Lernkartei sorgt für Abwechslung bei der Wissensabfrage und erzeugt daher mehr Aufmerksamkeit beim Lerner als der gewöhnliche Wissenstest

  • Damit ein Karteikasten funktionieren kann, muss der Lerner zu sich selbst ehrlich sein und seinem Wissenstand entsprechend die Lernkarten korrekt einsortieren

  • Durch die mehrfache, je nach Lernstatus passende, Wiederholung der Lerninhalte wird der Ebbinghaus Vergessenskurve entgegen gewirkt

  • Karteikästen sind ein für sich geschlossenes System, so dass ein späteres Nachschlagen einer einzelnen Lernkarte nicht mehr möglich ist

  • Dank der multimedialen Aufbereitung der Lernkarten ist möglich, dass unterschiedlichste Lerntypen (auditiv, visuell, kommunikativ motorisch) und Sinneskanäle angesprochen werden

  • Die Auswertbarkeit, also ob wirklich alle Lernkarten korrekt beantwortet wurden, ist bei einem Lernkarteikasten nicht so eindeutig, wie z.B. bei einem Wissenstest. Diese Lerntechnik beruht auf der Selbstständigkeit des Lerners

  • Lernkarten stellen eine offenere Wissensabfrage dar und regen eher zum Nachdenken an statt z.B. Multiple Choice Wissenstests

  • Das initiale Erstellen der einzelnen Lernkarten ist sehr zeitaufwändig. Zudem müssen die Karten äußert sorgfältig erstellt werden, da ansonsten die Fehler gelernt werden

  • Durch das (optische) Wandern der Karten zum Ziel wird zusätzliche Motivation beim Lerner erzeugt, da der Lernfortschritt jederzeit sichtbar ist

 

Lernkarten richtig erstellen – Tipps für den Start

Sie möchten mit Lernkarten durchstarten? Dann möchten wir Ihnen gerne vorab einige Tipps mitgeben. Achten Sie z.B. bei der Vorderseite der Lernkarte darauf, dass es sich bei der Fragestellung um keine rhetorische Frage handelt und die Fragestellung klar und deutlich formuliert ist. Zur besseren Strukturierung empfiehlt es sich, das Oberthema oder eine Kategorie auf die Lernkarte aufzunehmen. Das hilft vor allem dem Lerner, die Inhalte im Gesamtkontext einzuordnen.

Auch bei der Rückseite gibt es „Regeln“ zu beachten: Vermeiden Sie, dass die Antwort bzw. der Text für die Lösung die vollständige Lernkarte einnimmt. Stichworte genügen oft, aber bedenken Sie dabei, dass der Sinn und die Verständlichkeit weiter gegeben sind. Durch Schrift-Formatierungen (Fett, Kursiv, Unterstrichen) können Sie auch optisch dafür sorgen, dass sich der Lerner bestimmte Schlüsselbegriffe der Antwort noch besser einprägen kann.

 

Ansonsten gilt: Beginnen Sie erst einmal mit einer kleinen Kartei und wenigen Fächern und starten Sie evtl. einen Probelauf mit ausgewählten Lernern. Holen Sie anschließend Feedback ein und verbessern Sie auf Basis der Rückmeldungen Ihre Lernkarten. Alternativ könnten Sie eine Lernkartei beispielsweise auch als gemeinsames Projekt betrachten: Bitten Sie Ihre Lerner darum, sich aktiv an den Lernkarten zu beteiligen und Vorschläge für weitere Karteien vorzubringen. Dadurch kommen Sie mit Ihren Lernern ins Gespräch und sorgen gleichzeitig dafür, dass sie sich intensiv mit den Inhalten auseinandersetzen.

 

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan


 

Ein bisschen mehr Kreativität, bitte!

Kreative Lernmethoden und Lehrtechniken

Kreative Lernmethoden Lehrtechniken E-Learning

© Jakob Schiller

Seitenlange Dokumente, abstrakte Formeln oder fahle Präsentationen – wenn es um die Vermittlung von Wissen geht, ist Kreativität gefordert, denn nur attraktive Lerninhalte sorgen für die nötige Aufmerksamkeit beim Lernenden und dafür, dass das Ziel der Schulung erreicht wird. Eine effiziente Wissensvermittlung hängt somit nicht nur von den Inhalten selbst ab, sondern auch von der Darstellungsform. Kurz gesagt: Inhalte, die didaktisch und optisch ansprechend aufbereitet sind, einen kreativen Mix der Lehr- bzw. Lernmethode bieten und für die Zielgruppe passend sind: „Ja! Mehr davon!“

Kreativität in der E-Learning-Praxis

Das wohl mächtigste Argument gegen kreative Lehr- und Lernmethoden ist die Zeit. Eine Präsentation zu erstellen, Texte einzufügen und hier und da vielleicht eine Grafik zu zeigen – ja, das geht schnell. Aber ist das der Sinn von Aus- und Weiterbildung? Oder besser gesagt: Ist das Ihr Anspruch? Auch auf die Gefahr hin, dass wir uns wiederholen: Lernen darf nicht als zeitfressender Zeitvertreib angesehen werden. Lernen soll Spaß machen. Lernen bzw. die Qualifizierung Ihrer Mitarbeiter soll nicht nur dem Lernenden selbst, sondern langfristig vor allem Ihrem Unternehmen etwas bringen. Die (Zeit-)Investition, die Sie in die Lernmethode bzw. Lehrtechnik und die Attraktivität von Lerninhalten tätigen, wird sich rentieren.

Um Ihnen ein wenig Inspiration zu geben, haben wir einige Lernmethoden herausgestellt, die für mehr Pepp in Ihren Lerninhalten sorgen und sich einfach für E-Learning umsetzen lassen. Probieren Sie es einfach aus.

Merksprüche, Geschichten und Anekdoten

Beispiele, Beispiele, Beispiele – wenn Sie etwas abstraktes mit Hilfe eines Beispiels verdeutlichen, so wird der Inhalt umso einfacher zu verstehen. Verpackt in einer übergreifenden Geschichte – Stichwort Storytelling – wird dieser Effekt zusätzlich verstärkt. Der Bezug zum Arbeitsalltag ist dabei besonders wichtig, damit dem Lernenden klar wird, warum dieser Inhalt für ihn wichtiger ist und damit das Gelernte später besser auf die Arbeit übertragen werden kann.

Merksprüche oder zusammenfassende Merkboxen am Ende eines Abschnittes sind ebenso eine gute Gedächtnisstütze. Durch eine optische Hervorhebung sorgen Sie für Aufmerksamkeit und prägen sich bildlich bei dem Lernenden ein.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Gerade wenn es um Prozesse geht oder die Auswirkungen einer Handlung, sind Grafiken das richtige Mittel. Sie unterstützen das Geschriebene, erzeugen Emotionen und sorgen so für eine bessere Aufnahmefähigkeit der Informationen und insgesamt für mehr Verständnis. Kommen noch Interaktionen (z.B. programmierte Schaltflächen) hinzu, können die Lernenden die Grafik tatsächlich erkunden und so nach dem learning-by-doing Prinzip die Inhalte vertiefen. Gemäß dem 70-20-10 Modell lernen wir Dinge nämlich am besten, wenn wir sie selber erledigen. Vermitteln Sie also erst die Inhalte und bauen Sie diese dann in praktische Übungen ein, um das Gelernte zu verfestigen.

Gerade Freitextfragen werden oft als Art der Abfrage unterschätzt, dabei sorgen Sie dafür, dass der Lernende mitdenkt und nicht nur schnell durch die Inhalte klickt. Bitten Sie den Lernenden z.B. am Ende einer Lerneinheit, alle wichtigen Informationen zu dem gerade Gelernten zusammen zu fassen. Dadurch erzeugen Sie eine viel intensivere Auseinandersetzung mit den Inhalten als wenn Sie nur eine Single / Multiple Choice Abfrage vornehmen.

Öfter mal was Neues? Wie wäre es z.B. mit einem „Refresher“ nach einem bestimmten Zeitraum? Also einer abgespeckten Lerneinheit, die das neue Wissen noch einmal kurz zusammenfasst und verankert. Eine Schulungsmaßnahme allein erreicht oft nicht ihr Ziel, denn eine effiziente Weiterbildung besteht aus lebenslangem Lernen und aufeinander aufbauenden Lerninhalten, die ständig wiederholt werden. Lieber viele kleine und kurze Lerneinheiten als einen großen Wissensbrocken.

Lernen mit allen Sinnen

Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten – sprechen Sie bei Ihren Schulungen (so gut es geht) alle Sinne an, um jedem Lerntypen gerecht zu werden. Wie? Indem Sie zum Beispiel zusätzlich zum Text einen Podcast (Hören) oder ein Video (Sehen) anbieten. Je nach Thema lassen sich auch andere Sinne ansprechen. Diese neue Herangehensweise an einen Inhalt sorgt nicht nur für Abwechslung, sondern auch für einen Überraschungseffekt bei Ihren Lernenden und das wiederum erzeugt die Aufmerksamkeit, die Sie für die Vermittlung Ihrer Inhalte benötigen.

Memory

Bei dem Wort „Memory“ fühlt sich wohl jeder von uns kurz in seine Kindheit zurückversetzt. Das für Kinder simple Prinzip lässt sich aber auch auf die Erwachsenenbildung übertragen. Mit Zuordnungsfragen können Ihre Lerner Inhalte in Verbindung setzen und so für Verknüpfungen im Gehirn sorgen, durch die die Inhalte schneller gelernt werden. Und zwar nicht nur für das Kurzzeitgedächtnis sondern auch langfristig.

Loci-Technik oder auch 360° Methode

Bei der Loci-Methode werden zunächst einzelne Begriffe / Inhalte auf Stichwortzetteln notiert und anschließend in einem Raum verteilt. Der Lernweg entspricht dann einer bestimmten Route durch diesen Raum. Die Methode bedient sich dabei dem räumlichen Erinnerungsvermögen des Gehirns, das durch die Verknüpfung eines Schlüsselwortes an einem bestimmten Ort aktiviert wird. Dieses Prinzip funktioniert natürlich auch für E-Learning. Wenn Sie also beispielsweise wichtige Fachbegriffe vermitteln möchten, so können Sie die einzelnen Inhalte in einem virtuellen Raum anordnen und sie so von dem Lernenden erkunden lassen (Ein Beispiel dafür ist die interaktive Büroumgebung der Paul Hartmann AG, die unsere Mediendesigner für die Vertriebsmitarbeiter/innen entwickelt hat). Entweder Sie geben dabei eine bestimmte Marschrichtung vor oder Sie lassen den Lernenden die Inhalte frei erkunden. Kombinieren Sie dazu noch Storytelling, erzeugen Sie nicht nur eine spannende Lernumgebung, sie sorgen auch dafür, dass der Lernende wissbegierig wird und motiviert die einzelnen Inhalte bearbeitet.

 

Und zum Schluss der Satz, der eigentlich für alles im E-Learning gilt: Der Mix macht’s. Weder Lerninhalte, die nur eine Methodik berücksichtigen noch die Lerninhalte, die aus einem bunten Strauß an Lern- bzw. Lehrmethoden bestehen, sind zielführend bzw. für Ihre Zielgruppe attraktiv. Vielmehr kommt es auf den gezielten Einsatz der richtigen Methoden an. Probieren Sie es einfach mal aus.

 

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan