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Mobile Learning vs. Work-Life-Balance

So passt immer verfügbare digitale Weiterbildung in unseren Alltag

Dank E-Learning und Co. haben wir quasi immer und überall Zugriff auf Lerninhalte und sind immer erreichbar. Aber wie beeinflusst dieser Umstand unsere Balance von Arbeit und Privatleben? In unserem neuesten Artikel wollen wir Ihnen einen Überblick und wertvolle Tipps zur Erhaltung dieses Gleichgewichts geben. Vorher wollen wir aber klären, was die beiden Begriffe „Mobile Learning“ und „Work-Life-Balance“ überhaupt bedeuten.

Work-Life-Balance: Das gesunde Gleichgewicht von Arbeit und Privatleben

Work Life Balance

„Work-Life-Balance“ beschreibt das Gleichgewicht von Arbeits- und Privatleben

In Zeiten, in denen 50-Stunden-Wochen und Burn Out allgegenwärtig sind, hat das Thema „Work – Life – Balance“ höchste Relevanz. Der Begriff beschreibt das gesunde Gleichgewicht von Beruf und Privatleben. Er behandelt zum Beispiel die Frage, ob mir neben der Arbeit genug Zeit für Hobbies, Freunde und Familie bleibt. Dabei muss mit besagter Balance sicherlich keine 50:50-Aufteilung gemeint sein. Diese lässt sich zum einen ohnehin in den meisten Fällen nicht umsetzen. Und zum anderen hängt die Balance auch stark von der subjektiven Wahrnehmung des Einzelnen ab. Wichtig ist ein empfundenes Gleichgewicht, bei dem keiner der beiden Teilbereiche zu stark vernachlässigt wird. Neben Arbeit und Beruf sollte also noch genügend Zeit für andere Dinge bleiben. Umgekehrt sollen natürlich auch Beruf und Bildung nicht unter den eigenen Freizeitaktivitäten leiden.

Mobile Learning: Lernen wann und wo ich will

Auch das Thema Mobile Learning ist in aller Munde. Quasi jeder von uns nutzt regelmäßig ein Smartphone und auch vom Arbeitgeber gestellte Geräte sind längst keine Seltenheit mehr. Das heißt auch: Für die berufliche Weiterbildung gibt es kaum noch Grenzen. Häufig wird vom Arbeitnehmer sogar erwartet, Lerninhalte und Weiterbildungsmaßnahmen außerhalb der regulären Arbeitszeit oder nach Feierabend zu behandeln. Darüber hinaus sind zeitgemäße Lerninhalte optimal an die Mobilgeräte angepasst, sodass es immer selbstverständlicher wird, diese nicht mehr nur am Arbeitsplatz zu konsumieren. Das kann zu mehreren Problemen führen: Die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben, zwischen „Work“ und „Life“ können leichter verschwimmen und auch auf das eigene Umfeld kann dies Einfluss nehmen.

Gönnen Sie sich Ruhe. Mit festen Zeiten für’s Lernen klappt es auch mit der Balance.

So fällt es nicht schwer, schnell ein Konfliktpotenzial zwischen den beiden Begriffen „Mobile Learning“ und „Work-Life-Balance“ zu erkennen. Wie soll man noch genügend Zeit zur Erholung finden, wenn nach Feierabend die nächste Lerneinheit schon auf dem Smartphone wartet? Dass sich diese beiden Themen trotzdem miteinander vereinbaren lassen, wollen wir Ihnen im Folgenden zeigen.

Klare Strukturen, bessere Inhalte – Tipps für Work-Life-Balance und Mobile Learning

Ein simpler und erster Ansatz, Mobile Learning für die Arbeit und das Privatleben vereinbar zu machen sind klare Regelungen und zeitliche Strukturen. Dabei sollten Fragen wie „Wie viel Zeit muss ich im Monat für das Lernen aufwenden?“ oder „Ist Lernzeit gleich Arbeitszeit?“ zwischen Arbeitnehmer und -Geber einvernehmlich geklärt sein. Ebenso, wie sich mit Arbeitgebern klare Strukturen schaffen lassen, funktioniert dies auch mit Ihrem privaten Umfeld.

Die Zeit, die Sie mit Ihren Kindern verbringen, soll nicht unter dem mobilen Lernen leiden. Legen Sie also gemeinsam mit Ihren Angehörigen fest, wann Sie zu Hause Zeit mit Weiterbildung oder anderen Arbeitsthemen verbringen. Wichtig ist natürlich, sich dann auch daran zu halten. Nach ein oder zwei Wochen können Sie außerdem reflektieren, ob Sie und alle Beteiligten mit der Aufteilung zufrieden sind.

 

Beispiel gefällig?

Die Wissenschaftlerin Catherine A. Middleton berichtet von einem kuriosen Fall im Rahmen einer Studie: Das Kind eines Teilnehmers habe dessen Mobiltelefon sogar in die Toilette befördert, da dieser damit zu viel Arbeitszeit mit nach Hause brachte.1

Aber auch die Lerninhalte an sich können viel zur Work-Life-Balance beitragen. Kurze Lerneinheiten oder sog. Lernnuggets können hier eine Lösung sein. Lerninhalte, die nur wenige Minuten vom Lernenden fordern, lassen sich in Kombination mit Mobilgeräten nämlich deutlich leichter im Alltag unterbringen als „klassische“ Lerneinheiten. Ein drei-minütiger Lerninhalt auf dem Smartphone passt nämlich hervorragend in die nächste Fahrt mit der Bahn, die Wartezeit an der Bushaltestelle oder auch in die Werbepause der Lieblings-TV-Sendung am Abend.

Versuchen Sie das mal mit langwierigen Desktopinhalten! Nutzen Lernende solche sonst ungenutzten Pausen innerhalb des Alltages, hilft das der Work-Life-Balance schon enorm, da effektiv keine Freizeit verloren geht. So kann Mobile Learning einen positiven Beitrag zur Balance leisten.

Was kann ich als Trainer oder Arbeitgeber beitragen? E-Learning als Chance für eine bessere Balance

Nicht nur die Lernenden selbst können dazu beitragen, dass die Work-Life-Balance stimmt und das Lernen nicht als Belastung wahrgenommen wird. Ebenso sind Trainer, Coaches, Autoren und Arbeitgeber hier in der Pflicht. Das probateste Mittel sind hier, so simpel es klingen mag, Lerninhalte die Spaß machen. Methoden des E-Learning wie Gamification oder ein aktives Storytelling steigern nämlich nicht nur den Lernerfolg. Sie sorgen auch für motivierte Lerner und bessere Inhalte. So wird das Lernen für den Job auch nach Feierabend nicht zur müßigen Fleißaufgabe.

Mit den richtigen Tipps lassen sich Mobile Learning und Work-Life-Balance sehr gut vereinbaren.

Mit den richtigen Tipps lassen sich Mobile Learning und Work-Life-Balance sehr gut vereinbaren.

E-Learning Autoren erhalten durch Mobile Learning ebenfalls mehr Möglichkeiten, Inhalte komfortabler zu vermitteln. Dank auf Mobilgeräte angepasste Kurse und Lernnuggets muss es nicht immer die zeitaufwendige Präsenzschulung sein. Das spart Lernenden und Lehrenden Zeit, die für andere Dinge bleibt.

Mobile Learning und Work-Life-Balance: Nicht gegen, sondern miteinander

Zurück zu unserer Ausgangsfrage: Wie lassen sich eine gesunde Work-Life-Balance und Mobile Learning miteinander vereinbaren? Letztlich ist dies gar nicht so schwer. Ein paar klare Regelungen zwischen Lehrenden, Lernenden und privatem Umfeld stellen eine gute Grundlage. Wenn man dann noch durch die mobile Verfügbarkeit der Lerninhalte Wartezeiten wie in Bus und Bahn sinnvoll nutzt, können sich Arbeits- und Privatleben gut die Waage halten. Bilden darüber hinaus noch unterhaltsame Inhalte das i-Tüpfelchen, dann steht der Work-Life-Balance nichts mehr im Weg.

Ein Blog-Beitrag von Hendrik Lüken

 


1Middleton, Catherine A. (2007): Do Mobile Technologies Enable Work-Life Balance? Dual Perspectives on BlackBerry Usage for Supplemental Work. Online verfügbar unter: https://www.researchgate.net/publication/305650682_Do_Mobile_Technologies_Enable_Work-Life_Balance_Dual_Perspectives_on_BlackBerry_Usage_for_Supplemental_Work.

Siehe dazu auch:

www.lernen.net/artikel/work-life-balance-tipps-uebungen-1168/

www.sueddeutsche.de/karriere/lernen-fuer-den-job-reine-privatsache-1.3647594

Bildquellen:

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Teil 2: User-generated content 2.0 – Wenn Lernende das Lernen gestalten

Das richtige Zusammenspiel von Autoren, Usern und Lerninhalten

Es ist Zeit für User-generated content 2.0! Warum? Das beleuchten wir im zweiten Teil unseres Blogs. Den ersten Teil noch nicht gelesen? Den gibt es HIER.

Im ersten Teil haben wir untersucht, was User-generated content auszeichnet und warum wir im Alltag häufig damit in Kontakt kommen, bei der Arbeit aber eher nicht.

Dass es für die verschiedensten Problematiken bei der Umsetzung von User-generated content in Unternehmen auch Lösungen gibt, wollen wir Ihnen jetzt zeigen. Denn auch in der digitalen Aus- und Weiterbildung sind Inhalte von Lernenden für Lernende möglich. Mit Gamification, einzigartigen Lernwelten oder didaktisch fokussierten Formaten zeigt die Branche, dass sie offen für Innovationen ist. Und auch Communities sind in der Weiterbildung ganz sicher kein Fremdwort. Trotzdem können Unternehmen hier noch einiges herausholen. Wie das funktionieren kann und was User-generated content 2.0 bedeutet, schauen wir uns nun gemeinsam an:

Wissensaustausch aktivieren über die Community

Essentiell für User-generated content ist eine aktive Community. Das konnten wir bereits im ersten Teil des Artikels feststellen. Und auch für Unternehmen bietet das soziale Netzwerken viele Vorteile. Nicht nur profitiert die interne Kommunikation und die Unternehmenskultur von einer eigenen Community. Auch für die Lernkultur ist sie unverzichtbar.

Social Media Community in Avendoo

Bringen Sie Ihre Mitarbeiter in einer Community zusammen – dann ist der erste Schritt zu User-generated content 2.0 schon getan

Ihre Mitarbeiter können sich darüber zu Lerninhalten austauschen, einander Tipps geben oder Fragen beantworten. Zusätzlich kommen Information viel schneller von A nach B. Zeitgleich ist damit der erste Schritt zu User-generated content bereits getan. Denn schon ein hilfreicher Tipp in Ihrem Netzwerk ist im Grunde ein vom Nutzer erstellter Inhalt – für den Sie nicht einmal zusätzliche Autorenrechte verteilen müssen. Solche ersten Erfahrungen in Ihrer Lernkultur senken nebenbei auch noch die Hemmschwelle für den Nutzer, komplexere Inhalte zu posten. So machen Sie sich die Vorteile von Social Media auch bei der Arbeit und im E-Learning zu Nutze.

Grundvoraussetzung dafür ist natürlich, überhaupt über eine aktive Community zu verfügen. Das erreichen Sie auf zwei Wegen am besten: Stellen Sie erstens sicher, dass Ihre Lerner einen Mehrwert aus der Community ziehen können. Das schaffen Sie zum Beispiel, indem Sie relevante Informationen zum Arbeitsalltag, zu wichtigen Terminen oder zu Ihrem Unternehmen über die Community veröffentlichten. Zweitens sollten Sie mit gutem Beispiel vorangehen, indem Sie selbst aktiv werden. Lassen Sie einfach selbst hier und da mal einen „Like“ da. Teilen und posten Sie selbst Feedback und hilfreiche Infos für Ihre Lernenden. Kurz: Nehmen Sie am gegenseitigen Austausch teil. So stellen Sie sicher, dass sich der Besuch von Forum und Co. für Ihre Mitarbeiter lohnt und Sie zeitgleich mit gutem Beispiel vorangehen.

Übrigens: Auch die Möglichkeiten, Likes und Kommentare zu hinterlassen sind erste einfache Schritte, Ihre Mitarbeiter zu aktiven Usern zu machen!

Community mit Mehrwert leicht gemacht

Ihre Community machen Sie schon dann attraktiver für Ihre Nutzer, wenn Sie Ankündigungen und Termine zentral dort veröffentlichen. Das vermindert die „E-Mail Flut“ und schafft durch eine zentrale Informationsquelle ganz einfach einen Mehrwert.

 

Auf die richtige Komposition kommt es an

Jetzt wissen wir, wie man seine Mitarbeiter zu Usern machen kann. Aber wie mache ich sie zu Erstellern von E-Learning Inhalten? Auf den ersten Blick geht es hier oft nicht weiter, da viele Unternehmen die Rechte in der E-Learning Software ungern pauschal an alle Nutzer weitergeben. Soweit logisch, führt aber zu folgendem Resultat: Lerninhalte werden in separaten Abteilungen erstellt und durchlaufen langwierige Erstellungsprozesse. Um diese Problematik aufzulösen hilft es, sowohl E-Learning content als auch User-generated content weiterzudenken. Damit kommen wir nun zu User-generated Content 2.0 : In diesem Modell müssen Ihre User die Lerninhalte gar nicht von Grund auf selbst erstellen – das Zusammenstellen der Inhalte macht den kreativen Prozess aus.

Das hat drei entscheidende Vorteile:

Komposition von Lerninhalten funktioniert im User-generated Content 2.0 wie in einem Orchester.

Gute Contents lassen sich mit Musikern in einem Orchester vergleichen. Richtig gut klingt es erst im Zusammenspiel.

1. Sie und Ihre Autoren müssen die Inhaltserstellung nicht aus der Hand geben und behalten den Überblick.

2. Dadurch, dass Ihre Anwender Inhalte auswählen, bewerten und zusammenstellen, verbessert sich die Qualität und der praktische Nutzen der Lerneinheiten.

3. Ihre User müssen keine vollwertigen Autoren sein, um einen Teil zur Lernkultur beitragen zu können.

Dieser Ansatz von User-generated content 2.0 lässt sich quasi mit einem Orchester vergleichen: Jedes einzelne Instrument funktioniert an sich auch allein, so richtig toll klingt alles aber erst im Zusammenspiel. Das gilt auch für einzelne Lerninhalte, die erst in abwechslungsreicher Komposition den vollen Lerneffekt bringen. Und jeder Teilnehmer liefert einen wichtigen Beitrag zum Ganzen. Es braucht also nicht immer Hochglanz-Inhalte, um wirkungsvolle Lerneinheiten zu schaffen!

Geben Sie Ihren Nutzern Freiheiten – und profitieren Sie davon

In der Praxis gibt es mehrere Wege, diese Idee umzusetzen. Simpel angefangen bei einem Katalog, der Inhalte nach Bewertungen durch die User ordnet bis hin zu kompletten Trainingsplänen, die von Usern zusammengestellt werden. Grundlage dazu bildet auch hier die bereits erwähnte Community. Diese bestimmt ganz wie im Social Media die Relevanz und die Reichweite von Inhalten – in diesem Fall von Lerninhalten. Im Kern profitiert User-generated content 2.0 von den Erfahrungen, die Ihre Nutzer bereits gemacht haben. Vom hilfreichen Wiki-Beitrag aus dem Netz bis zum favorisierten Web Based Training – lassen Sie sich von Ihren Lernenden erzählen, was sie zum Lernen motiviert. So erhalten Sie auf einfache Art und Weise und zielgruppenorientiert Best practice-Beispiele der digitalen Aus- und Weiterbildung.

Ein Trainingsplan kann nicht nur das passende Setting liefern, sondern auch Lerninhalte in eine logische Abfolge bringen

Ambitionierte Lernkulturen können natürlich noch weiter gehen. Foren, Wikis oder Lerntagebücher sind einfache Mittel, Ihre Mitarbeiter direkt Inhalte erstellen zu lassen. Aber User-generated content 2.0 kann noch viel mehr bedeuten. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Kreativ-Workshop, indem Ihre Autoren mit einigen aktiven Nutzern gemeinsam praxisnahe Lerninhalte ausarbeiten? Oder gleich ganze Workshop-Tage, an denen Ihre erfahrenen Mitarbeiter als User komplett eigene Lerninhalte für neuere Kollegen erstellen? Stoßen Sie die Tür für User-generated content 2.0 auf und erfahren Sie, was eine funktionierende Lernkultur ausmacht. Ganz einfach, indem Sie Ihre Lerner fragen.

Ein Blog-Beitrag von Hendrik Lüken

 


Siehe dazu auch:

C. Wyrwoll: Social Media. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2014.

Lee, McLoughlin: Teaching in the Web 2.0 Era. Online verfügbar unter: http://itdl.org/Journal/Oct_07/article02.htm

Bildquellen:

Unsplash, CC0 License: https://unsplash.com/photos/lqdrW2O-GKA

Pixabay, CC0 License: https://www.pexels.com/photo/blur-business-close-up-composition-269451/

Teil 1:  User-generated content 2.0 – Wenn Lernende das Lernen gestalten

Was E-Learning vom Social Media lernen kann

Web 2.0 kennen Sie, richtig? Das Schlagwort, das insbesondere die Interaktivität des Internets und seiner Nutzer hervorhebt. Und eigentlich schon wieder ein alter Hut ist. Und dasselbe gilt ebenso für viele damit verbundene Begriffe wie den User-generated content, von Webnutzern erstellte und veröffentlichte Inhalte. Für die meisten von uns ist es eben schon alltäglich, in Social Media und Co. Inhalte von anderen Nutzern zu konsumieren, zu teilen oder auch selbst welche zu erstellen. Aber wenn das Thema doch schon längst Alltag ist, warum kommen wir jetzt nochmal damit um die Ecke?

E-Learning kann vom Web noch viel lernen

Der Grund dafür ist ganz einfach: Denn bei der digitalen Aus- und Weiterbildung in Unternehmen ist User-generated content bisher nicht so alltäglich wie in vielen anderen Bereichen unseres Alltags. Während User auf YouTube, Instagram und Co. tagtäglich neue Inhalte zu unseren Hobbies und Interessen liefern, sieht das im eLearning anders aus. Und wir wollen betrachten, warum das so ist.

Do-it-yourself-Videos helfen u.a. Hobby Heimwerkern und sind ebenfalls User-generated content

Nur eines von vielen Beispielen für User-generated content: Do-it-yourself-Videos für Heimwerker

Was tun Sie zum Beispiel, wenn Sie ein neues Rezept, Heimwerkertipps oder ein Tutorial für irgendein anderes Problem aus dem Alltag benötigen? Richtig, Sie gehen ins Netz. Dort gibt es immer einen User, der schon dieselbe Frage hatte oder eine passende Lösung parat hat. Und durch YouTube-Videos, Internetforen oder Wikis war es nie leichter, Wissen und Inhalte zu finden, selbst zu erstellen und zu verbreiten.

Dabei könnte eLearning aber stark von Nutzerinhalten profitieren. So würde sich für Lernkulturen in Unternehmen zum Beispiel die Anzahl potenzieller Autoren stark erhöhen. Außerdem würden die Nutzer besser in die Lernkultur integriert und die theoretischen Inhalte von eLearnings würden einen stärkeren Bezug zur Praxis bekommen. Ganz so einfach ist es in Unternehmen bisher aber nicht. Hier gibt es meist feste Abteilungen, die Arbeitsanweisungen, Trainings und Lernplattformen erstellen und pflegen. Aus diesen kommen dann auch die Inhalte der E-Learnings. Oder es werden gleich Standardinhalte von externen Anbietern bezogen. User-generated content zu konsumieren ist für uns privat also alltäglich, bei der Arbeit aber häufig ein Fremdwort. Warum aber ist das so?

Passt User-generated Content zu Unternehmen?

Die Gründe für diese Diskrepanz sind vielfältig. Ein Hauptfaktor mag die starke Bindung von User-generated content zu Social Media sein. Faktoren wie Reichweite, Follower, Zielgruppen oder auch Likes spielen hier eine enorme Rolle. Popularität und Reichweite von Inhalten werden durch diese kurz und leicht formuliert. Hinzu kommt, dass Social Media sich durch eine hohe Aktualitäts-Relevanz auszeichnet, Stichwort Newsfeed. Was gestern in aller Munde war, interessiert morgen niemanden mehr.

Meinung per Klick

Likes und Co. werden auch als one-click-opinions, also als Meinungsäußerung per einfachem Klick bezeichnet.

Lernkulturen und -Inhalte in Unternehmen hingegen beanspruchen häufig viel Zeit in der Erstellung, Pflege und Kommunikation. Entscheidungen oder Inhalte müssen meist mehrere Arbeits- und Entscheidungsprozesse oder auch Abteilungen durchlaufen. Lerninhalte in Unternehmen brauchen (und nehmen sich) so einfach deutlich mehr Zeit, als der tagesaktuelle User-generated Content aus dem Netz.

Dadurch haben Sie es aber auch schwerer, die regelmäßige Aufmerksamkeit des Nutzers zu erlangen. Ein weiterer Unterschied: Die Macher hinter User generated Content sind Einzelpersonen und Fans einer bestimmten Sache oder Person. Sie haben eine emotionale Bindung zu Ihren Inhalten und Themen. Dass das nicht für jeden Arbeitnehmer und seine Arbeit gilt, leuchtet ein. Der Arbeitsalltag weckt nicht so einfach die Motivation der Nutzer wie es Inhalte zu Hobbies, aktuellen Themen oder die berühmt-berüchtigten Katzenvideos tun. Ja, auch das ist User-generated Content.

E-Learning und User-generated content – kann das funktionieren?

Wie bringe ich User-Content und E-Learning zusammen. Das schauen wir uns bald im zweiten Teil an.

In Unternehmen klicken Lernende sich oft durch alljährliche Schulungen zu Standardthemen wie Daten- oder Brandschutz, die immer wieder dieselben Inhalte aufrollen. Und auch wenn durchaus auch spannende Kurse und aktuelle Themen in Unternehmen per E-Learning vermittelt werden: Die Lernenden bleiben klassischer Konsument. Sie nehmen nur selten Einfluss darauf, wie Lernkulturen- und Inhalte aussehen. Viele Charakteristika des User-generated content scheinen zudem erstmal nicht zu Lernumgebungen in Unternehmen zu passen.

E-Learning in Unternehmen kann hier also noch viel von modernen Netz-Communities lernen. Ein Alarm-Signal? Und was ist jetzt eigentlich User-generated content 2.0? Das erfahren Sie im zweiten Teil unseres Artikels, in Kürze hier auf avendoo.de.

Ein Blog-Beitrag von Hendrik Lüken

 


Siehe dazu auch:

C. Wyrwoll: Social Media. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2014.

Lee, McLoughlin: Teaching in the Web 2.0 Era. Online verfügbar unter: http://itdl.org/Journal/Oct_07/article02.htm

Bildquellen:

Unsplash, CC0 License: https://unsplash.com/photos/lqdrW2O-GKA

Pixabay, CC0 License: https://www.pexels.com/photo/blur-business-close-up-composition-269451/

 

Was zeichnet guten E-Learning Content aus? Teil 2

Guter E-Learning Content, Lerninhalte

© karsten madsen – pexels

Im ersten Teil dieser Serie haben wir Ihnen gezeigt, worauf Sie bei der Produktion von Lerninhalten achten sollten, damit Sie guten E-Learning Content erstellen. Neben einer ausführlichen Analyse der Zielgruppe, kommt es unserer Meinung nach auch auf eine klare Zielsetzung und den Gesamtkontext der Schulung an, denn ein einmaliges Erstellen und Durchführen eines E-Learnings wird nicht zum gewünschten Lernerfolg führen. Außerdem sollten Ihre Inhalte nicht nur inhaltlich und sprachlich fehlerfrei sein, sondern auch aktuell und authentisch. Dass diese Faktoren allein aber noch nicht ausreichen, um guten E-Learning Content zu erstellen, sollte klar sein. Daher geht es nun um die Lernmotivation, die Interaktion mit dem Lerner und nachhaltiges Bildungscontrolling.

Lerner zum Lernen motivieren

Lerninhalte, die vom Lerner nur durchgeklickt werden und keinerlei Reaktion oder „Mitdenken“ erfordern, sind auf Dauer alles andere als zielführend. Denn nur wer motiviert und begeistert bei der Sache ist, wird mit Lernerfolg belohnt. Aus diesem Grund animiert guter E-Learning Content den Lerner zum Lernen und motiviert ihn während des gesamten Lernprozesses. Wichtige Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der Lerner aus einer intrinsischen Motivation heraus lernt, also aus dem Inneren heraus, weil das Thema interessant ist. Gute Lerninhalte schaffen daher einen Mehrwert für den Lerner und haben einen Praxisbezug.

Da eine intrinsische Motivation aber nicht bei jeder Schulungsmaßnahme möglich ist – Beispiel Arbeitssicherheit – gilt es in solchen Fällen die Lernmotivation mit anderen Anreizen zu erzeugen. Mit Hilfe von Gamification-Elementen wie Ranglisten für Wissenstests zum Beispiel. Durch den Wettbewerb entsteht ein zusätzlicher Ansporn zu lernen und die Inhalte besser zu bearbeiten als die Kollegen. Im Blog-Beitrag „Learning Hacks für die Lernmotivation“ haben wir weitere Möglichkeiten zusammengestellt, die die Lernmotivation steigern können.

Lernumgebung, Lehrmethode und Darstellungsform müssen passen

Guter E-Learning Content zeichnet sich nach unserem Verständnis aber auch dadurch aus, dass er z.B. in der richtigen Lernumgebung vermittelt wird und die eingesetzte Lehrmethode zum Unternehmen, zur Lernkultur und zum Thema passt.

Stellen Sie sich anfangs auch die Frage, was für Inhalte Sie vermitteln möchten bzw. was der Lerner am Ende der Schulung tatsächlich können oder wissen sollte. Legen Sie also erst konkrete Lernziele fest, dann die einzelnen Inhalte und erst danach Darstellungsform. Guter E-Learning Content unterstützt die zu vermittelnden Inhalte mit der passenden Darstellungsform („Durch welche Darstellungen und Lernbausteine kann ich das Lernziel vermitteln?“)

Bei der Darstellungsform bevorzugen wir von Avendoo® das „Erlebe-dein-Wissen Prinzip“ und setzen daher auf Interaktion und Abwechslung bei der Wissensvermittlung. Angepasst an die Zielgruppe wird die passende didaktische Methode ausgewählt – das kann z.B. in explorative Lernerlebnisse, stärker geführte Lernwege oder auch problem- oder fallbasierte Konzepte münden.

Nutzen Sie Grafiken, Texte, Videos oder einen Sprecher, um die Inhalte spannend zu gestalten und um die nötige Aufmerksamkeit beim Lerner zu erzeugen. Halten Sie ihn bei der Stange, indem Sie an geeigneten Stellen durch einen Effekt einen Akzent setzen und bieten Sie ihm z.B. die Möglichkeit, die Inhalte selber zu erkunden und zu erleben. Stellen Sie beispielsweise immer mal wieder zwischendurch einzelne Wissensfragen statt dem berühmt berüchtigten großen Abschlusstest. Eine Wissensabfrage muss auch nicht immer eine klassische Frage sein, auch ein Vorgang in einem System kann z.B. für den Lerner interaktiv nachgestellt werden. So erhöhen Sie zusätzlich den Praxisbezug, da der Lerner nicht nur theoretisch neues Wissen erlangt, sondern es auch gleich praktisch anwenden kann.

Vor der Schulung ist nach der Schulung: Effizientes Bildungscontrolling

Sie haben eine Schulung erstellt und sind der Meinung, dass es sich um eine gute Schulung handelt. Ob das aber wirklich so ist, erfahren Sie nur durch Feedback der Teilnehmer. Nutzen Sie diese Chance, um Ihren E-Learning Content weiter zu verbessern und um Ihre Mitarbeiter in den Lernprozess mit einzubinden (Tipp: das schafft wieder zusätzliche Motivation die Inhalte zu bearbeiten). Mit Hilfe von Kollaborationswerkzeugen können Sie z.B. dafür sorgen, dass sich die Lerner aktiv an den Inhalten der Schulung beteiligen und die Schulungsmaßnahme somit nicht nur einmalig bearbeitet wird, sondern sich zu einem dauerhaften Projekt entwickelt. Für eine weniger aktive Zielgruppe geben die Auswertungsmöglichkeiten von Learning Analytics Hinweise auf die Qualität der Schulung und ggf. vorhandene Stolpersteine.

Mit Strategie und Ausdauer zum Ziel

Es ist nicht leicht, von jetzt auf gleich guten E-Learning Content zu erstellen, denn jedes Unternehmen, jede Schulung und jede Zielgruppe ist anders. Darum kann man auch nicht pauschal sagen „Das ist guter E-Learning Content“ und „Das ist kein guter E-Learning Content“. Fakt ist aber, dass gute Lerninhalte oft mehr sind als eine Präsenzveranstaltung 1:1 auf PowerPoint Folien. Neben einer Lernstrategie, einem durchdachten Konzept und den praxisrelevanten Inhalten beruht guter E-Learning Content vor allem auf einer sorgfältigen Analyse und Planung – und mediendidaktischem Fachwissen.

 

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan


 

Was zeichnet guten E-Learning Content aus?

Guter E-Learning Content, Lerninhalte

© karsten madsen – pexels

Lerninhalte nach dem „Erlebe dein Wissen“-Prinzip

Einfach, aber zutreffend hieß es vor kurzem in der LIDL Werbung „Woran erkennt man eigentlich gutes Brot?“. Auch bei dem Thema Aus- und Weiterbildung stellt sich immer wieder die Frage nach gutem und erfolgreichem E-Learning Content. Aber woran erkennt man nun gute Lerninhalte? Qualität hat viele Ausprägungen und was für den einen Lerner „besonders gut“ sein mag, muss für den anderen Lerner nicht zwangsweise das gleiche bedeuten. Aus diesem Grund möchten wir Ihnen einen kleinen Leitfaden an die Hand geben, wie Sie guten E-Learning Content erstellen können und worauf es bei der Produktion von digitalen Lerninhalten ankommt.

Das zeichnet guten E-Learning Content aus

Wir haben einige Merkmale zusammengetragen, die unserer Meinung nach guten E-Learning Content ausmachen. Diese Liste hat natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist genauso wenig ein Garant für eine erfolgreiche Schulung. Sie soll Ihnen aufzeigen, dass erfolgreiche Lerninhalte mehr sind als schöne Grafiken. Guter Content beruht auf einer durchdachten Planung und Konzeption sowie einer genauen Zielgruppenanalyse

Auf die Zielgruppe zugeschnitten

Dadurch, dass es bei einem Online Training weniger direkten Kontakt zu den Lernenden gibt als bei einer klassischen Präsenzveranstaltung, ist es beim E-Learning besonders wichtig die Zielgruppe zu kennen und diese für jede Schulungsmaßnahme aufs Neue zu ermitteln. Um die Zielgruppe für eine Schulung zu analysieren, sollten Sie sich im Vorfeld mit einigen Fragestellungen auseinandersetzen und die Lerninhalte dahingehend immer wieder hinterfragen. Manchmal kann das Ergebnis der Zielgruppenanalyse auch darauf hinweisen, dass es mehrere „Unter-Zielgruppen“ gibt. Dann kann es durchaus Sinn machen, unterschiedliche Schulungen zu erstellen bzw. an gegebenen Stellen weiterführende Materialien anzubieten.

Für die Analyse der Zielgruppe ist es daher generell wichtig zu wissen, für welche Mitarbeiter die Schulung überhaupt erstellt werden soll: Anzahl der Lerner, Geschäftsbereich, Alter etc.. Ebenso ist die Frage nach der Sprache ein wichtiger Aspekt. Damit ist sowohl die Sprache selbst gemeint (Deutsch, Englisch, Spanisch usw.) als auch die Art und Weise der Formulierungen, denn für Auszubildende passt z.B. ein eher einfacher Sprachstil während Vertriebler auf Fachwörter und Detailwissen setzen. „Wie medienaffin sind die Lerner und welches Vorwissen bringen Sie mit?“ sind weitere Fragestellungen, die Sie ermitteln sollten. Dafür eignet sich z.B. ein Vorab-Test, indem der aktuelle Wissenstand überprüft wird. Dank der Auswertung erkennen Sie, welche Schwachstellen noch vorhanden sind und können dann bei der tatsächlichen Schulung dafür sorgen, dass Ihre Lerner durch die Inhalte weder unter- noch überfordert werden.

Auch die Medienaffinität Ihrer Lerner nimmt Auswirkungen auf Ihren E-Learning Content – vor allem auf die Darstellung der einzelnen Lerninhalte und die Wahl des Lernformates (siehe dazu auch „Neue Wege im E-Learning? Mit Kollaborationswerkzeugen für vernetztes Lernen“ und „Lernen im Miniformat – Lernnuggets„). Ist Ihre Zielgruppe an die Arbeit mit dem PC gewöhnt, so fällt Ihnen E-Learning vermutlich einfacher. Ein Mitarbeiter, der aber z.B. an der Kasse arbeitet und nur für das Lernen an einem PC-Arbeitsplatz sitzt, muss mehr „an die Hand genommen“ werden. Ebenso sind offenere und informelle Lernformate für eine solche Zielgruppe weniger geeignet, da das Thema „E-Learning“ anfangs ohnehin eine Herausforderung für sie darstellt.

Klare Zielsetzung, auch im Gesamtkontext

Noch bevor Sie mit dem Erstellen einer Schulung beginnen, sollten Sie aber die Zielsetzung klar definieren. Legen Sie fest, ob die Lerner am Ende der Schulung etwas können oder etwas wissen sollen und richten Sie die Inhalte sowie die Abfrage des neu erlernten Wissens danach aus. Guter E-Learning Content zeichnet sich auch dadurch aus, dass er zum Erreichen des Lernzieles beiträgt und gleichzeitig so wenige Inhalte wie möglich, aber so viele Details wie nötig vermittelt. Ebenso sollten Sie den Gesamtkontext beachten. Zwar steht jede Schulungsmaßnahme für sich, aber das einmalige Erstellen und Durchführen eines E-Learnings wird nicht zum erhofften Lernerfolg führen. Lernpfad und Trainingsplan bieten den Lernern hier die Möglichkeit, die einzelnen Inhalte in einer zeitlichen Abfolge zu bearbeiten, so dass kontinuierliches Lernen über einen längeren Zeitraum und nicht nur einmaliges Abarbeiten stattfindet (siehe dazu auch „Lernkultur im Unternehmen: Lebenslanges Lernen als Chance„).

Fehlerfrei, aktuell und authentisch

Eigentlich sollte dieser Punkt selbstverständlich sein, aber oft schleicht sich hier und da z.B. ein Rechtschreibfehler ein. Aber auch inhaltlich muss das E-Learning korrekt sein, damit kein Lernfrust entsteht und der Mehrwert für den Lerner sichtbar wird. Ebenso ist Aktualität und Authentizität ein Qualitätsmerkmal guter Lerninhalte. Daher ist es wichtig, dass z.B. eine Produkt-Schulung nicht von „irgendjemandem“ erstellt wird, sondern von einem Fachverantwortlichen bzw. gemeinsam mit ihm. Dieser kennt nicht nur die Zielgruppe genau, er trägt mit seinem Wissen auch generell dazu bei, die Qualität der gesamten Schulung zu erhöhen. Wir empfehlen ebenso einen Testlauf durchzuführen, um möglichen Fehlern und Stolpersteinen bereits vor dem offiziellen Roll-Out begegnen zu können. Hier gilt das Prinzip „Vier Augen sehen mehr als zwei“.

Manchmal kann es auch helfen, die Schulung zuvor von einer völlig (inhalts-)fremden Person durchlaufen zu lassen. Die Autoren der Schulung werden durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Content unbewusst betriebsblind. Die Anmerkungen der Testperson können dann besonders hilfreich sein.

Guter Content = Planung + Konzeption + Kreativität

Anfangs bereits kurz angemerkt, sorgen also zusammengefasst eine durchdachte Konzeption und eine ausführliche Planung für guten E-Learning Content. In Kombination mit etwas Kreativität bei der Darstellung und dem Lernformat schaffen Sie auf diese Weise Lerninhalte, die nicht nur durchgeklickt, sondern auch tatsächlich erlebt werden. Die Zeit, die Sie zwar für jede Schulung aufs Neue in die Analyse der Zielgruppe und in die Produktion eines Drehbuches stecken müssen, ist aber gerechtfertigt und enorm wichtig, denn nur so können Sie unserer Meinung nach eine effiziente und nachhaltige Wissensvermittlung erreichen.

In zweiten Teil der Serie „Was zeichnet guten E-Learning Content aus?“ wird es u.a. um das Thema Lernmotivation, die Kommunikation mit den Lernern und um nachhaltiges Bildungscontrolling gehen.

 

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan


Weiterführende Links:

Die Macht der Stimme: Sprecher im E-Learning

Sprecher E-Learning

© Lukas Gojda

Lerninhalte mit Sprechern vertonen

Flüstern, schreien oder jubeln – die menschliche Stimme kann so einige Töne und Klänge erzeugen und damit bestimmte Emotionen bei uns hervorrufen. Kommen noch Rhythmus, Lautstärke und Betonung hinzu, findet eine tiefe Verknüpfung mit dem Gedächtnis statt. Was für Hörbücher, Radio und Kino schon lange funktioniert, kann auch in der Erwachsenenbildung eingesetzt werden: die Stimme bzw. Sprecher im E-Learning.

Warum ein Sprecher Ihre Lerninhalte aufwertet

Die Inhalte einer Schulung können in den verschiedensten Formen vermittelt werden. Neben Text und Grafik eignet sich auch ein Sprecher, um etwas Abwechslung in den Lernprozess zu bringen. „Über 90 Prozent der Kommunikation spielt sich über Körpersprache und Stimme ab“ – dieses Potential gilt es daher zu nutzen. Hinterlegen Sie zum Beispiel eher textlastige Passagen mit einem Sprecher, erschaffen Sie Lernbegleiter oder binden Sie Ihre Inhalte in ein Storytelling ein, das mit Sprechern und Sounds arbeitet – die Vielzahl der Möglichkeiten ist unbegrenzt.

E-Learning bietet Ihnen die Möglichkeit, Inhalte online zur Verfügung zu stellen. Durch die Kombination aus Text, Grafik und Sprecher können Inhalte nicht nur visuell, sondern auch auditiv vermittelt werden, so dass unterschiedliche Lerntypen mit individuellen Bedürfnissen an den Lernprozess angesprochen werden.

Diese Art der Wissensvermittlung erzeugt beim Lernenden zum einen Spannung und Aufmerksamkeit, zum anderen haucht sie Ihren Inhalten auch Leben ein, macht sie authentisch und sorgt dafür, dass schwieriger zu verstehende Aspekte verständlich werden.

Nicht jede Stimme eignet sich für E-Learning

„Der Manfred aus der Buchhaltung hat so eine tolle Stimme, kann der nicht einfach unser E-Learning einsprechen?“ Eine Idee, auf die sicher nicht nur ein Unternehmen gekommen ist. Je nach Budget, Intention und Umsetzbarkeit gibt es für die Wahl eines Sprechers Pro und Contra, die jedes Unternehmen für sich individuell evaluieren sollte. Unumstritten ist aber, dass auch eine Sprecherstimme großen Einfluss auf den Lernerfolg nehmen kann. Eine Stimme erzeugt immer eine Emotion und Emotionen prägen sich tief in das Gedächtnis ein.

Dass die Lerner den Kollegen als Sprecher erkennen, kann aber auch schnell negativ auffallen. Hat dieser beispielsweise einen bestimmten Dialekt, spricht einige Wörter fremdlich aus oder hat der Lerner womöglich sogar eine Antipathie ihm gegenüber, achtet er mehr auf diese „Sprachfehler“ als auf den wahren Inhalt. Dadurch bleibt keine Zeit mehr, Ihren Inhalten zu folgen.

Neben den Kollegen gibt es natürlich noch weitere Möglichkeiten wie z.B. synthetische Stimmen (bestes Beispiel die Apple Stimme Siri) oder einen professionellen Sprecher. Während synthetische Stimmen zwar sehr preiswert, aber auch wenig authentisch sind, bedarf ein professioneller Sprecher mehr Zeit und mehr Budget, ist dafür aber qualitativ hochwertiger.

Nichts desto trotz gilt: die Sprache muss zum Inhalt passen. Was für einen Unterschied es machen kann, ob es sich bei dem Sprecher um einen Profi oder einen Laien handelt, können Sie anhand des Beispiels in diesem Beitrag selber hören: http://www.sprechersprecher.de/blog/profisprecher-e-learning-vs-amateure

Worauf Sie bei der Wahl des richtigen Sprechers achten sollten

  1. Geschriebenes vs. Gesprochenes Wort
    Eine bereits bestehende Schulung Wort für Wort durch einen Sprecher zu ersetzen, macht wenig Sinn, da eine inhaltliche und auch didaktische notwendig ist, um das Schulungsziel zu erreichen.
  2. Ohne Dialekt oder Akzent
    Gerade wenn Ihre Schulungen nicht nur an einem Standort zum Einsatz kommen, sollten Sie auf einen dialekt- und akzentfreien Sprecher setzen, damit Ihre Mitarbeiter nicht unnötig irritiert sind. In diesem Fall sind auch regionale Sprichworte oder Redewendungen mit Vorsicht zu genießen.
  3. Aufnahmequalität
    Alles, was den Lernenden von dem eigentlichen Inhalt ablenkt, geht auf Kosten des Lernerfolgs. Störende Hintergrundgeräusche oder eine schlechte Aufnahmequalität haben nichts in Ihrer Schulung zu suchen. Sie können im schlimmsten Fall auch den Eindruck suggerieren, dass die Inhalte nicht wichtig genug sind, dass sie hochwertig produziert werden.
  4. Verfügbarkeit des Sprechers
    Sollten Sie eine längerfristige, thematisch zusammenhängende Schulungsmaßnahme planen, ist die Verfügbarkeit des Sprechers kein unwichtiges Thema. Ein Wechsel der Lernbegleiter-Stimme führt nicht nur zu unnötiger Unruhe, sondern wirft auch Fragen beim Lernenden auf.
  5. Authentizität
    Der wohl wichtigste Punkt bei der Wahl des richtigen Sprechers: Authentizität. Der Sprecher bzw. die Stimme des Sprechers muss zu Ihrem Inhalt passen und diesen unterstützen. Sie muss Ihre Aussagen glaubhaft vermitteln und gleichzeitig dafür sorgen, dass sich Ihre Mitarbeiter mit ihr identifizieren können. Dabei wird vor allem der Stimmfarbe viel Bedeutung zugesprochen.

Einsatzmöglichkeiten für Sprecher im E-Learning

Wie ein Sprecher im E-Learning eingesetzt wird, hängt vom didaktischen Konzept ab. Ob akzentuiert als Lernbegleiter oder als Hauptakteur im Storytelling: Setzen Sie auf kleine, strukturierte Wissenshäppchen, die einfach verzehrt werden können. Reduzieren Sie die Komplexität der Inhalte und profitieren Sie von der Vielzahl der Darstellungsformen. Ihre Mitarbeiter werden eine abwechslungsreiche Wissensvermittlung zu schätzen wissen.

Für mehr Action kann auch der Einsatz von passenden Sounds im E-Learning sorgen. Die Inhalte werden dadurch noch bewusster wahrgenommen und der Lerner wird in den Lernprozess integriert, da er ihn aktiv durchlebt. Die Wahl des richtigen Sprechers und der richtigen Geräusche erzeugt so nicht nur Emotionen und sorgt für die nötige (Lern-)Motivation, sie lösen vor allem Neugierde aus: Neugierde auf mehr Inhalte. Auf Ihre Schulung.

Hier ein Beispiel unserer Mediendesigner, das Sprecher und Sound miteinander kombiniert:

 

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan


Weblinks:

Lerninhalte im Atomic Design

Von Atomen bei der Design-Konzeption

Atomic-Design

© tpx , © nattstudio

Wenn es um das Thema Design geht, führen viele Wege nach Rom. Ein Weg wäre zum Beispiel das Atomic Design. Üblicherweise wird bei der Entwicklung eines Designs, zuerst das Layout einer neuen Seite festgelegt und erst danach werden die einzelnen Elemente gestaltet – dieses Prinzip kommt z.B. auch bei der Ausgestaltung einer neuen Lerneinheit zum Tragen. Beim Atomic Design zäumt man das Pferd nun im Prinzip von hinten auf: Zuerst wird das Layout der einzelnen Elemente festgelegt und danach werden sie in die Seite integriert. Quasi von der kleinstmöglichen Einheit hin zum großen Ganzen.

Made by Front-End-Designer Brad Frost

Atomic Design geht auf den Front-End-Designer Brad Frost zurück, der sich dabei auf seine Erfahrungen aus Webprojekten bezieht. Der Kerngedanke hinter Atomic Design orientiert sich an der Chemie: Jegliche Materie ist aus Atomen und Molekülen zusammengesetzt. Auch Designprojekte werden zunächst in ihre kleinsten Bestandteile zerlegt und anschließend in komplexeren Einheiten miteinander kombiniert. Diese werden – im Fall von Brad Frost – wiederum zu responsive Websites zusammengesetzt und passen sich dann der jeweiligen Bildschirmgröße an. Man beginnt also im Kleinen, um sich dann nach und nach zum Großen vorzuarbeiten. Der Vorteil: Dadurch sieht man relativ früh bestimmte Teile der Website. Außerdem lässt sich früher abschätzen, welche weiteren Schritte nötig sind, um die Seite mit allen benötigten Elementen fertigzustellen.

Die einzelnen (Design-)Bestandteile werden dabei in sogenannte Atome, Moleküle, Organismen, Templates und Seiten zerlegt.

Lerninhalte Atomic Design

  • Atome sind in diesem Fall einzelne HTML-Elemente wie z.B. Buttons oder Eingabefelder. Diese stehen für sich alleine und erfüllen für sich genommen keine große Funktion
  • Moleküle sind eine Kombination aus verschiedenen Atomen, also beispielsweise ein Eingabefeld inkl. Button. Dadurch können Sie gemeinsam für einen Zweck genutzt werden.
  • Organismen sind Designelemente wie Header, Footer und Navigation. Sie sind eine Gruppe von zusammengefassten Molekülen, die einen funktionierenden Abschnitt der Seite formieren und sollen als eigenständige und wiederverwertbare Komponenten dienen.
  • Templates werden aus einer Gruppierung von Organismen gebildet oder besser gesagt „It’s here where we start to see the design coming together and start seeing things like layout in action.“
  • Seiten sind das „große Ganze“ von Templates. Auf ihnen werden die Platzhalter des Templates durch richtige beziehungsweise Musterinhalte ersetzt, so dass sie als Anschauungsmaterial dienen

Atomic Design für‘s E-Learning?

Ja und Nein. Der Grund, warum es das Thema in unseren Blog geschafft hat ist, dass zwar oft Styleguides oder CI-Richtlinien von einem Unternehmen für eine neue Lerneinheit vorhanden sind, diese aber viel zu oft unübersichtlich, abstrakt oder unvollständig sind. Erst im Laufe des Projektes und nach vielen Entwürfen entwickeln sich die „wahren“ Designelemente, die dann übergreifend verwendet werden. Um aber mehr Übersicht zu erhalten und um eine einheitliche Gestaltung der Lerninhalte von vornherein sicherzustellen, kann Atomic Design helfen. Darüber hinaus ist dieser Ansatz sinnvoll, damit von Anfang an einfacher und strukturierter gearbeitet werden kann.

Bisher können wir jedoch noch auf keine nennenswerten Erfahrungen mit Atomic Design zurückgreifen, deswegen bleibt auch für uns abzuwarten, wie sich dieser Trend entwickeln wird.

 

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan


Weblinks:

Die Gießkanne hat ausgedient!

Content für die richtige Zielgruppe – das ist King

 „Es gab eine Zeit, da lernten kleine Kinder erst Laufen und Sprechen, später dann irgendwann Schwimmen und Radfahren. Das war normal. Heute ist es genauso normal, dass sie mit dem Laufen auch schon lernen, was ein Smartphone ist und wie man Bilder weiterblättert.“ – FAZ.NET / ala.

Zielgruppe Lerninhalte

© ClatieK

Im Unternehmen sitzen – schon alleine innerhalb einer Abteilung – verschiedenste Personen mit verschiedensten Lerntypen. Der neue Auszubildende kann sich mit dem Satz oben identifizieren, die 43-jährige Mutter am Schreibtisch gegenüber schüttelt den Kopf „Immer diese Smartphones“ und der rüstige Herr am Empfang, der bald in den Ruhestand geht, sagt „Die Jugend von heute. Früher war das nicht so.“ Auch wenn wir mit diesem Beispiel ordentlich überziehen und uns gängiger Klischees bedienen, so zeigt es aber auch eines ganz deutlich: Jeder ist anders. Jeder kommuniziert anders. Jeder denkt anders – warum soll das bei einer Aus- oder Weiterbildung nicht so sein? Denn auch hier gilt: Jeder lernt anders. Jeder bringt anderes Vorwissen mit – und: jeder hat seine individuellen Bedürfnisse. In der Überschrift heißt es „Die Gießkanne hat ausgedient!“ – was damit gemeint ist? Das Erstellen eines Lerninhaltes, der dann von oben herab (Personalchef) auf sämtliche Mitarbeiter gegossen wird – egal, ob es der Auszubildende ist, die Mutter oder der (Fast-)Rentner. Im Fachjargon auch Top-Down-Prinzip genannt.

Bedenken Sie, welche Zeit und welche Ressourcen Sie in jede Schulungsmaßnahme stecken. Vom Konzept bis zur Ausarbeitung, von dem Erstellen der Inhalte über die spätere Betreuung der Teilnehmer. Dieser Aufwand soll sich doch auch lohnen und die Lernziele sollen erreicht werden – dann denken Sie kleinschrittiger und haben Sie Ihre Zielgruppe im Blick. Natürlich bedarf es anfangs (noch) mehr Zeit, die einzelnen Inhalte auf die Zielgruppe abzustimmen, aber das Ergebnis ist dafür umso besser. Sie investieren viel, erhalten dafür aber ganz sicher umso mehr zurück.

Alles schön und gut – aber wie?

Setzen Sie sich zusammen und überlegen Sie – nein, fragen Sie besser direkt bei den Teilnehmern der Schulung nach, was für Sie eine gute Schulung ausmacht. Mit diesen Erkenntnissen können Sie zumindest den Inhalt der Schulung schon anpassen.

Natürlich ist es aber auch so, dass es Themen und Inhalte gibt, die so sind wie sie sind. Beispiel: Datenschutz. Da können Sie keine großen Varianten anbieten, da Gesetze nun einmal Gesetze sind. Sie können aber in der Darstellung variieren, passende Beispiele liefern, Videos einbinden oder alternativ zu einer Präsenzveranstaltung einladen. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf, Sie glauben gar nicht, was für Aus- und Weiterbildungsinhalte so zu Stande kommen.

Digital Native, Immigrant oder doch Silver Surfer?

Starten Sie zu Beginn doch am besten erst einmal mit einer einfachen Kategorisierung Ihrer Zielgruppen, z.B. so:

 

Digital NativesDigital ImmigrantsSilver Surfer
Menschen, die mit Computern und Internet, Videospielen und Smartphones, Tablets und Social Media aufgewachsen sind, also in die digitale Welt hinein geboren wurden und den Umgang mit ihr wie selbstverständlich beherrschenMenschen, die erst im Erwachsenenalter mit digitalen Technologien in Berührung gekommen sind und den Umgang lernen müssenMenschen, die im hohen Alter den Umgang mit dem Internet und weiteren, digitalen Technologien erlernen müssen
Denk- und Lernweise Denk- und Lernweise Denk- und Lernweise
/ Informationen werden sehr schnell empfangen und auf sie kann direkt zugegriffen werden / paralleles Arbeiten und Multitasking / Grafiken werden Texten eher bevorzugt / In Vernetzung funktionieren sie am besten / Volle Entfaltung bei sofortiger und häufiger Belohnung / Spielerisches statt ‚seriösem‘ Arbeitsklima/ Im Gegensatz zu den Digital Natives: etwas langsamer / Schritt für Schritt statt vielen Aufgaben gleichzeitig / Koordiniertes, geplantes Arbeiten / Individualität spielt eine große Rolle / Job ist Job, Freizeit ist Freizeit – eher ernste Arbeitsatmosphäre/ Konservative Arbeitsweise / Versuchen noch häufig, den technischen Wandel zu umgehen oder „ohne“ auszukommen / bevorzugen intuitive und logische Nutzerführung und Bedienung der Seitenelemente / Schätzen emotionale Ansprache benötigen insgesamt mehr Gewöhnungszeit an neue Technologien als ein Digital Immigrant

 

Content für die richtige Zielgruppe – das ist King

Diese Art der Kategorisierung ist nur eine Variante – es gibt natürlich auch noch viele weitere und individuellere Möglichkeiten, die Zielgruppe zu bestimmen. Sollten Sie feststellen, dass Ihre Schulung z.B. sowohl für Digital Natives als auch für Silver Surfer sein soll, so müssen Sie nicht zwingend zwei einzelne Schulungsmaßnahmen auf den Weg bringen, wie dieses Beispiel zeigt: „Dieses Ziel [die Kombination der beiden Zielgruppen] kann durch eine Website erzielt werden, die auf den ersten Blick bereits klare, eindeutige und intuitiv erfassbare Grundfunktionalitäten bietet und in dieser Startversion die Silver Surfer schnell und optimal führt. Nach den Prinzipien des Human Interface Design gestaltet und konzipiert, bietet sie ein starkes, stringentes Grundkonzept. Auch der Digital Native kann diese Seite nutzen, denn sie ist zugleich ein Einstieg zu schnell und einfach aufbereiteten Informationen. Aber die Website muss mehr können. Die Advanced Version entsteht durch zusätzliche Funktionalitäten, die in der Struktur der Website nachgelagert sind, zum Beispiel durch einfache „Mehr Funktionen“-Buttons. Diese Zugänge können – müssen aber nicht – genutzt werden. Ziel muss es sein, digitale Anwendungen zu schaffen, die mit dem Nutzer zusammen wachsen und auf sein Verhalten reagieren können.“

 

Wie so oft kommt es also auch hier auf den richtigen Mix an. Gelingt es Ihnen aber, Inhalte, Zielgruppe und die richtige Methodik/ Didaktik zu identifizieren, steht der erfolgreichen Produktion und Durchführung Ihrer Aus- oder Weiterbildung nichts mehr im Weg.

 

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan


Weblinks:

Das Löwenzahn-Prinzip

Storytelling im E-Learning

Storytelling im E-Learning Avendoo

© BartCo

Löwenzahn macht’s, die Sendung mit der Maus sowieso und für jeden Journalisten gehört es zum täglich Brot: Storytelling. Wichtige Inhalte in eine Geschichte verpacken, Emotionen wecken und dadurch lange im Gedächtnis verankert bleiben – das ist die Idee dahinter. Was für Kindersendungen schon Ewigkeiten funktioniert, wird auch in der Erwachsenenbildung und im E-Learning immer populärer.

Storytelling ist das Lernen mit Hilfe einer Geschichte, damit komplexe Inhalte oder gewünschte Verhaltensweisen besser verstanden werden können. Diese Art der Wissensvermittlung ermöglicht es Ihnen, Zusammenhänge einfach darzustellen und Orientierung für Ihre Mitarbeiter zu geben. Sind es bei der Sendung mit der Maus eher Kinderthemen, kann Storytelling zum Beispiel auch für Mitarbeiterschulungen eingesetzt werden. Compliance Themen, wie das richtige Telefonieren mit dem Kunden, können durch den Einsatz von Storytelling aufgewertet und erfolgreicher gestaltet werden.

Warum Storytelling sinnvoll ist

Dem Gehirn fällt es durch Assoziationen, Interaktionen und Emotionen um einiges leichter, Inhalte zu verarbeiten und nachhaltig, also langfristig, zu speichern. Das gewünschte Verhalten (im Beispiel eines Telefontrainings) kann dann umso schneller in der Praxis adaptiert werden. Wenn Sie Ihre Inhalte zu einer Geschichte verknüpfen, nehmen Sie den Druck von Ihren Mitarbeitern, sich neues Wissen anzueignen, da Ihnen das Lernen leicht fällt und im Idealfall sogar noch Spaß macht – der Lernprozess wird quasi nicht aktiv wahrgenommen, sondern vielmehr nebenbei verstanden und ausgeführt. Netter Nebeneffekt: Motivationsproblemen treten erst gar nicht auf.

Der Begriff „Geschichte“ mag vielleicht bei dem einen oder anderen das Bild einer strickenden alten Dame hervorrufen, die ihren Enkelkindern ein Märchen erzählt. Beim Storytelling bietet Ihnen zwar Ihre Kreativität genügend Stoff, vielmehr ist es aber das wahre Leben/ der Arbeitsalltag, der den Erfolg eines E-Learning ausmacht. Verwenden Sie daher Alltagsszenen, in denen sich der Lernenden wiederfindet und stellen Sie einzelne Prozesse exemplarisch anhand einer Geschichte dar. Der Wissenstransfer fällt dann umso leichter.

Worauf es beim Storytelling ankommt

Eine Geschichte ist aber nicht alles, was Sie für ein gutes Storytelling benötigen. Sie brauchen auch Dramaturgie: durch geschickte Höhepunkte innerhalb der Geschichte bzw. Ihrem Konzept sorgen Sie für Neugierde und Interesse – und erhalten so letztendlich auch die notwendige Aufmerksamkeit für Ihre Inhalte. Interaktive Lernbegleiter, die Abschnitte zusammenfassen, durch das E-Learning führen oder punktuell wichtige Hinweise geben, lassen sich dazu ideal verwenden. Angepasst an Ihre Zielgruppe und Ihr Unternehmen unterstützen Sie den Lernprozess.

Bedenken Sie auch das Thema „Multi-Sensorik“: Kombinieren Sie Ihre Geschichte mit Audio- und Sound-Elementen, sprechen Sie alle Sinne des Lernenden an. Dadurch steigt die Konzentration und Ihre Inhalte werden noch mehr in Szene gesetzt. „Wer etwas hört, vergisst es – wer etwas sieht und hört, erinnert sich – wer etwas tut, begreift es!“ – deswegen ist die Interaktion beim Storytelling mindestens genauso wichtig wie die Geschichte selbst. Denn nur dann gelangen die Informationen ins Langzeitgedächtnis und Ihre Mitarbeiter können das neu erlernte Wissen später tatsächlich anwenden.

Weniger ist mehr

Natürlich müssen Sie nicht den gesamten Inhalt Ihres E-Learnings durch Storytelling vermitteln. Setzen Sie diese Darstellungsmöglichkeit vielmehr als Abwechslung ein – zum Beispiel nach einem eher textlastigen Abschnitt. Dadurch sorgen Sie für einen Wechsel der (Lehr-)Methode, entlasten den Lernenden und sorgen für neue Konzentration. Geben Sie Ihrer Geschichte ein offenes Ende, wird Ihr Mitarbeiter zusätzlich zum Weiterdenken animiert. In Kombination mit Kollaborationswerkzeugen (z.B.: Foren, Blogs) schaffen Sie so eine Plattform für Diskussionen. Befasst sich ein Lernender selbstständig mit einem Thema, setzt er sich mit den einzelnen Inhalten intensiver auseinander und sieht schneller den Mehrwert des Gelernten.

Für welche Themen eignet sich Storytelling?

Das Erklären eines Sachverhaltes oder eines Prozesses mit Hilfe einer einfachen, anschaulichen und nachvollziehbaren Geschichte kennt kein festgesetztes Einsatzgebiet. Im Bereich der Erwachsenenbildung kommt diese Methode daher unter anderem für Mitarbeitertrainings, Software- und Prozessschulungen zum Tragen. Storytelling eignet sich hervorragend um Softskills, aber auch um interne Unternehmensprozesse zu vermitteln. Probieren Sie es einfach einmal aus.

 

Hier ein Beispiel-E-Learning, das wir für die Swisscom produziert haben, um das neue Learningcenter vorzustellen:

 

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan

Gamification – ist Spielen das neue Arbeiten?

Gamification und Avendoo

© redkoala

Mit Gamification zum Lernerlebnis

Erfahrungspunkte, Highscores, Fortschrittsbalken, Ranglisten oder virtuelle Güter – Gamification hat viele Ausprägungen. Immer häufiger werden diese spielerischen Elemente auch in der Aus- und Weiterbildung eingesetzt, weil sie für einen zusätzlichen Motivations-Schub bei den Mitarbeitern sorgen und Gehirn-Gerechtes Lernen unterstützen. Aber ist Spielen wirklich das neue Arbeiten?

Was ist Gamification überhaupt?

Als Gamification wird die Anwendung von spieltypischen Elementen und Prozessen in einem spielfremden Kontext verstanden. In diesem Zusammenhang fällt auch oft der Begriff “Serious Games”. Dieser bezeichnet ebenfalls digitale Spiele, die aber nicht nur der Unterhaltung dienen, sondern auch einen Lerneffekt haben.

Wie anfangs bereits erwähnt können bei Gamification dann zum Beispiel Punkte oder Münzen für korrektes Verhalten  (richtig beantwortete Fragen) erspielt werden und durch die Anordnung in einer Rangliste, wird darüber hinaus der Wettbewerbsgedanke verstärkt. Der Trick dahinter: Jeder Erfolg wird belohnt. Und jede Belohnung motiviert zum Weitermachen. “Wenn wir ein Gefühl entwickeln, fällt uns das Lernen leichter. Es ist einfacher, Wissen aufzunehmen. Spielen ist ein wichtiges Mittel, denn wenn wir spielen, haben wir Spaß. Es ist angenehm, wir gewinnen, wir verlieren, wir fühlen etwas. Deshalb ist das eine effektive Methode”, sagt Sophie Romano, Organisatorin der Videospiel-Messe „Serious Game“.

Der eigentliche Lerninhalt, der auf den ersten Blick vielleicht monoton und kompliziert wirken mag, wird durch die Aufbereitung mit spielerischen Elementen für den Lernenden auf eine einfache und amüsante Art zum Lernen aufgewertet, sagt auch der Highschool Lehrer Shawn Young: „Spiele sind exzellente Träger für Motivation. Was als eine äußerliche Motivation anfängt (das Spiel gewinnen), wird oft und schnell eine innere Motivation (spielen zum Spaß) […] Die Mechanismen, die benutzt werden, um Videospiele so fesselnd und spaßig zu machen – nämlich die Möglichkeit Entscheidungen zu treffen, die Wahrnehmung von Kompetenz und Entwicklung bedeutungsvoller Beziehungen – sind die gleichen Mechanismen, die Lernsituationen motivierend machen. Wenn man „gut designte“ Gamification-Mechanismen mit Lernerfahrungen verbindet, ist es möglich Belohnungen und Bestrafungen des Spiels in eine innere Motivation [zum Lernen] umzuwandeln.“ Ob Gamification allerdings auch langfristig einen motivierenden Charakter hat, ist bisher noch nicht ausreichend untersucht worden.

Die Herausforderung beim spielerischen Lernen

Münzen sammeln á la Super Mario ist aber nicht immer erfolgsversprechend. Das liegt daran, dass es nicht den einen Mitarbeiter gibt, sondern viele unterschiedliche Persönlichkeiten. Jede Person lernt anders und hat andere Anforderungen an den Lernprozess, daher wird auch nicht Mitarbeiter auf virtuelle Belohnungen anspringen. Stellen Sie sich daher schon früh die Fragen: Passt Gamification zu unserem Unternehmen? Zu dem Thema, das wir schulen möchten? Und passt es zu meinen Mitarbeitern?

Bedenken Sie auch den Spruch „Weniger ist mehr“. Werden alle Inhalte und der gesamte Schulungsprozess als Spiel dargestellt, geht die motivierende Wirkung verloren. Der Einsatz dieser Art der Wissensvermittlung sollte nur gezielt und nicht inflationär stattfinden.

Unterstützt Avendoo® den Gamification- Lernansatz?

Unser Slogan „Erlebe dein Wissen“ kommt nicht von ungefähr, deshalb lautet die Antwort: Ja. Aber geht man von dem klassischen Verständnis von Gamification bzw. Serious Games aus, dann bedarf es ein wenig Erklärung.

Wir unterscheiden zwei Dinge: Gamification in der Software Avendoo® und Gamification im eigentlichen Lerninhalt. Spielerisches Lernen besteht unserer Meinung nach nämlich aus zwei Merkmalen: 1. dem spielerischen Lerngedanken an sich und 2. dem Design.

Gamification in Avendoo®

Beispiel Lernpfad: Der Lernpfad, der dem Lernenden alle einzelnen Elemente anzeigt, die ein Kurs enthält (Lehrmittel, Wissenstest, Veranstaltung, …), kann ein- bzw. ausgeblendet werden.

Bei ersterem kommt der Design-Aspekt hinzu. Durch einen optisch ansprechenden Lernpfad, der sich verändernde Elemente enthält und den Lernfortschritt farblich kennzeichnet, wird der motivierende Aspekt von Gamification unterstützt. Ein weiterer Pluspunkt: Der Lernpfad sorgt dafür, dass der Lernende den Überblick behält und sich orientieren kann (mehr dazu).
Das Beispiel aus der Avendoo13-Bildwelt zeigt Ausschnitte aus einem Lernpfad mit einem Kontrollpunkt (1) und einer Aufgabenhürde (2). Je nach Bearbeitungsstand des einzelnen Inhalts (der Astronaut zeigt die aktuelle Position des Lernenden auf dem Lernpfad) verändert sich die Darstellung. Der Kreativität sind an dieser Stelle keine Grenzen gesetzt, so dass Sie nur durch die Gestaltung der Elemente einen spielenden Charakter in Ihren Lernprozess integrieren können.

 

Wird der Lernpfad auf der Start- bzw. Hauptseite des Kurses ausgeblendet, entsteht an dieser Stelle Raum für ein individuelles Lernleitsystem. Hier können Landkarten, Büroräume oder kundenspezifische Szenen selbstständig und interaktiv erkundet bzw. bearbeitet werden, so dass ein Lernerlebnis entsteht.

Gamification als Lerninhalt

Lerninhalte sind die einzelnen Bausteine, die ein Lernender absolvieren bzw. bearbeiten muss, um einen Kurs erfolgreich abzuschließen. Das können zum Beispiel Wissenstests, Lehrmittel, Veranstaltungen oder Feedbacks sein. Gerade Wissenstests bieten die Möglichkeit, den Gamification-Ansatz zu stärken: am Ende eines Tests könnten z.B. die erreichten Punkte individuell gestaltet werden und das eigene Ergebnis im Verhältnis zu den Kollegen angezeigt werden.

Ein weiteres Beispiel: Als Bestätigung für das Bestehen eines Kurses haben Sie die Möglichkeit, Zertifikate zu erstellen. Wie wäre es, wenn Sie diese einfach Urkunden oder Auszeichnungen nennen und grafisch aufpeppen?

Unser Slogan „Erlebe dein Wissen“ soll für ein Umdenken im Kopf sorgen, denn: Nahezu jeder Inhalt kann ansprechend aufbereitet werden – dazu braucht es nur ein wenig Kreativität (… und nicht zwingend Gamification oder Serious Games).

Ist Spielen also das neue Arbeiten?

Ja und Nein.  Dass durch Spaß am Lernen ein besseres Verständnis und somit ein Mehrwert für Ihr Unternehmen erzeugt wird, steht außer Frage. Aber auch hier gilt: Legen Sie erst fest, welche Inhalte Sie vermitteln wollen und legen Sie erst danach die Methode fest. Auf Biegen und Brechen ein Thema in den Gamification-Ansatz zu zwängen verfehlt das eigentliche Ziel: Ihre Mitarbeiter sollen etwas lernen. Außerdem sollten Sie sich die Frage stellen, ob Gamification überhaupt zu Ihrem Unternehmen und zu den Mitarbeitern passt, die Sie schulen möchten. Neben Punkten und Highscores gibt es nämlich auch noch unzählige andere Möglichkeiten, Ihre Lerninhalte attraktiver zu gestalten.

 

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan


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