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Das Geschäftsjahr 2016 endet – Auf zu neuen Taten in 2017!

Mit dem 30.06.2017 endete für die Magh und Boppert GmbH das Geschäftsjahr 2016. Durch weitere Neukundengewinnung, besonders im Einzelhandel, konnte sich das Unternehmen noch besser am Markt positionieren. Für das Geschäftsjahr 2017 stehen in der Lernwelt Avendoo® Erweiterungen im Autorenbereich an. So sollen Autoren neue spielerische Elemente an die Hand bekommen, um das Thema Gamifizierung vorantreiben zu können. Genauso werden teambasierte Lerninhalte angestrebt, da das gemeinsame Lernen stärker in den Fokus rücken wird. Im Veranstaltungsbereich von Avendoo® wird es in Zukunft möglich sein, Konfigurationen flexibler an die Bedürfnisse der Kunden anzupassen.

Lernen im Miniformat – Lernnuggets

Lernen im Miniformat - Lernnuggets

© Viktor Hanacek

Die kleinen Stücke vom Wissenskuchen

Was haben der gestresste Wissensmanager Thomas und seine 14 jährige Tochter Noel gemeinsam? Eine ziemlich kurze Aufmerksamkeitsspanne – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.

Ist Noel daran gewöhnt mit 5 Personen zu chatten und nebenbei kurze Medienschnipsel wie YouTube Videos, Facebook Nachrichten und Top10 Listen zu konsumieren, wird sie noch dazu durch ihre Hormone von allen wichtigen Aufgaben abgelenkt. Wissensmanager wie Thomas werden von 5 Abteilungen belagert, müssen Berichte schreiben und haben nur sehr wenig Zeit zwischen ihren wichtigen Aufgaben. All diese Dinge haben subjektiv eine höhere Priorität als die eigene Weiterbildung.

Joel und Thomas gehören zu sehr unterschiedlichen Personengruppen und können – wie jeder ohne viel Zeit oder Lust auf lange Weiterbildungsformate – durch Lernnuggets, auch bekannt als Micro-Lernen, angesprochen werden.

Was ist Micro-Lernen?

Micro-Lernen ist schnell beschrieben: es sind kleine, sehr kurze Lerneinheiten. Die Dauer kann sich von einigen Sekunden bis zu ein paar Minuten erstrecken – nicht aber mehr. Diese Lerneinheiten werden klassisches Lernen nicht ersetzen. Zu kurz sind die Einheiten, um einen entsprechenden Lern-Zustand zu erreichen und sich tief in ein Thema hinein zu versetzen oder es komplett zu durchdringen – aber das ist auch nicht der Sinn der Sache. Kann das Versprechen, dass diese Mini-Lerneinheiten einen didaktischen Wert haben, gehalten werden?

Einsatzgebiete und der didaktische Wert von Lernnuggets

Lernnuggets können an vielen unterschiedlichen Stellen als Ergänzung zu einem regulären Training eingesetzt werden. Die Lerneinheiten werden bewusst kurz gehalten, damit die Lerner sie schnell zwischendurch konsumieren können. Beispiele für Micro-Lernen sind z.B.:

  • Minispiele wie Multiple Choice Fragen, Quizze, Gamification
  • Vokabeltrainer wie Karteikarten
  • Kurze (Impuls-)Videos
  • Information/Frage/Quiz des Tages/der Woche/des Monats
  • Fragen zu Themen beantworten, Wiederholen von vorher behandeltem Wissen
  • Foren, Wikis oder andere Möglichkeiten Wissens- und Informationstransfers anzustoßen

Vom didaktischen Standpunkt aus gesehen kann durch solche Lerneinheiten vorhandenes Wissen vertieft und verfestigt werden, kommt die Wiederholung von Lerninhalten doch oft viel zu kurz.

Auch Micro-Lernen hat seine Vor- und Nachteile

Insbesondere im innerbetrieblichen Lernen sind die Zeitfenster, wenn das Lernen neben der Arbeit stattfinden muss, begrenzt. Hierbei hilft es, kleine Häppchen des großen Wissenskuchens aufzuteilen. Wie bei dem Kuchen hilft es, Wissen zu kategorisieren, aufzuteilen und die Informationen auf das Wesentliche zu beschränken, anstatt 10 Stücke zu verputzen und sich den Magen zu verderben, um am Ende kaum Informationen aufzunehmen und sich vollgestopft zu fühlen.

Micro-Lernen ist also besonders für kleine Lernhäppchen geeignet. Egal ob als Wiederholungen, zur Zeitüberbrückung an einer Bushaltestelle oder kurze 15 Minuten, die in den täglichen Arbeitsplan eingebaut werden. Dieser Wissenserwerb kann von gesteuertem Lernen z.B. durch Übungen und Videos ausgehen, aber auch das einfache intrinsisch motivierte Lesen und verstehen eines Fachartikels sein. Einzelne Elemente eines Trainings können sehr gut durch winzige Lerneinheiten ausgelagert werden.

Die Nachteile von Lernnuggets ergeben sich aus dem Hauptvorteil, denn die Lerneinheiten sind sehr kurz. Die didaktische Aufbereitung muss hierbei sehr gut sein, damit die kurzen Wissenseinheiten in einem größeren Zusammenhang eingeordnet werden können. Diese Kürze führt dazu, dass sich ein richtiger Lern-Zustand nur bedingt einstellen kann, denn dafür ist es nötig, dass sich der Lernende über längere Zeit mit einem Inhalt beschäftigt. Lernnuggets sind aufgrund Ihrer Länge nicht dafür ausgelegt.

Eine berechtigte Frage ist, ob Lerneinheiten grundsätzlich kurz gehalten werden müssen, um bestimmte Zielgruppen anzusprechen, die durch Ihre Lebens-/Arbeitswelten und dem aktuellen Medienkonsum einer Schnipselkultur nur sehr kurze Konzentrationsspannen haben. Wir zweifeln daran und halten es mit dem Philosophen Julien Baggini: “[…]just because something takes 18 minutes to watch, that doesn’t mean it takes only 18 minutes to fully understand.”

Wie wir Lernerfolge verbessern können

Micro-Lernen ist einer der vielen Bauklötzchen in Ihrem Repertoire. Lernen ist oft anstrengend und von Wiederholungen geprägt, aber dadurch wird das Wissen vertieft und Inhalte werden langfristig verstanden. Natürlich soll Lernen Spaß machen – dies ist für uns ein wichtiger Punkt beim Trainings-Design – schließlich fördert Spaß die intrinsische Motivation und wenn ein Mitarbeiter gerne an etwas arbeitet, macht er es wahrscheinlich öfter und wird besser. Micro-Lernen benötigt aber gerade deswegen eine didaktisch wertvolle Aufbereitung von Inhalten, denn neben dem ganzen Spaß gibt es auch noch die „harte“ Seite des Lernens. Für Trainer und Lerner gilt es deshalb bei Lerneinheiten die Motivation „durchzuhalten“ zu fördern, um längere Lernprozesse erfolgreich zu meistern, anstatt die Flucht ins Micro-Lernen zu ergreifen. Dazu ist es aber auch notwendig, Räume und Zeiten für Lernprozesse zu schaffen, damit die Weiterbildung konsequent in den Arbeitsalltag integriert werden kann.

Sollten Sie in Ihren Schulungen also mit Micro-Lerneinheiten arbeiten? Auf jeden Fall! Denn auch wenn es einige Kritikpunkte gibt – Micro-Lernen ist ein sehr gutes Werkzeug und wie in jedem guten Werkzeugkasten gibt es unterschiedliche Werkzeuge für unterschiedliche Anforderungen.

 

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan

Gamification – ist Spielen das neue Arbeiten?

Gamification und Avendoo

© redkoala

Mit Gamification zum Lernerlebnis

Erfahrungspunkte, Highscores, Fortschrittsbalken, Ranglisten oder virtuelle Güter – Gamification hat viele Ausprägungen. Immer häufiger werden diese spielerischen Elemente auch in der Aus- und Weiterbildung eingesetzt, weil sie für einen zusätzlichen Motivations-Schub bei den Mitarbeitern sorgen und Gehirn-Gerechtes Lernen unterstützen. Aber ist Spielen wirklich das neue Arbeiten?

Was ist Gamification überhaupt?

Als Gamification wird die Anwendung von spieltypischen Elementen und Prozessen in einem spielfremden Kontext verstanden. In diesem Zusammenhang fällt auch oft der Begriff “Serious Games”. Dieser bezeichnet ebenfalls digitale Spiele, die aber nicht nur der Unterhaltung dienen, sondern auch einen Lerneffekt haben.

Wie anfangs bereits erwähnt können bei Gamification dann zum Beispiel Punkte oder Münzen für korrektes Verhalten  (richtig beantwortete Fragen) erspielt werden und durch die Anordnung in einer Rangliste, wird darüber hinaus der Wettbewerbsgedanke verstärkt. Der Trick dahinter: Jeder Erfolg wird belohnt. Und jede Belohnung motiviert zum Weitermachen. “Wenn wir ein Gefühl entwickeln, fällt uns das Lernen leichter. Es ist einfacher, Wissen aufzunehmen. Spielen ist ein wichtiges Mittel, denn wenn wir spielen, haben wir Spaß. Es ist angenehm, wir gewinnen, wir verlieren, wir fühlen etwas. Deshalb ist das eine effektive Methode”, sagt Sophie Romano, Organisatorin der Videospiel-Messe „Serious Game“.

Der eigentliche Lerninhalt, der auf den ersten Blick vielleicht monoton und kompliziert wirken mag, wird durch die Aufbereitung mit spielerischen Elementen für den Lernenden auf eine einfache und amüsante Art zum Lernen aufgewertet, sagt auch der Highschool Lehrer Shawn Young: „Spiele sind exzellente Träger für Motivation. Was als eine äußerliche Motivation anfängt (das Spiel gewinnen), wird oft und schnell eine innere Motivation (spielen zum Spaß) […] Die Mechanismen, die benutzt werden, um Videospiele so fesselnd und spaßig zu machen – nämlich die Möglichkeit Entscheidungen zu treffen, die Wahrnehmung von Kompetenz und Entwicklung bedeutungsvoller Beziehungen – sind die gleichen Mechanismen, die Lernsituationen motivierend machen. Wenn man „gut designte“ Gamification-Mechanismen mit Lernerfahrungen verbindet, ist es möglich Belohnungen und Bestrafungen des Spiels in eine innere Motivation [zum Lernen] umzuwandeln.“ Ob Gamification allerdings auch langfristig einen motivierenden Charakter hat, ist bisher noch nicht ausreichend untersucht worden.

Die Herausforderung beim spielerischen Lernen

Münzen sammeln á la Super Mario ist aber nicht immer erfolgsversprechend. Das liegt daran, dass es nicht den einen Mitarbeiter gibt, sondern viele unterschiedliche Persönlichkeiten. Jede Person lernt anders und hat andere Anforderungen an den Lernprozess, daher wird auch nicht Mitarbeiter auf virtuelle Belohnungen anspringen. Stellen Sie sich daher schon früh die Fragen: Passt Gamification zu unserem Unternehmen? Zu dem Thema, das wir schulen möchten? Und passt es zu meinen Mitarbeitern?

Bedenken Sie auch den Spruch „Weniger ist mehr“. Werden alle Inhalte und der gesamte Schulungsprozess als Spiel dargestellt, geht die motivierende Wirkung verloren. Der Einsatz dieser Art der Wissensvermittlung sollte nur gezielt und nicht inflationär stattfinden.

Unterstützt Avendoo® den Gamification- Lernansatz?

Unser Slogan „Erlebe dein Wissen“ kommt nicht von ungefähr, deshalb lautet die Antwort: Ja. Aber geht man von dem klassischen Verständnis von Gamification bzw. Serious Games aus, dann bedarf es ein wenig Erklärung.

Wir unterscheiden zwei Dinge: Gamification in der Software Avendoo® und Gamification im eigentlichen Lerninhalt. Spielerisches Lernen besteht unserer Meinung nach nämlich aus zwei Merkmalen: 1. dem spielerischen Lerngedanken an sich und 2. dem Design.

Gamification in Avendoo®

Beispiel Lernpfad: Der Lernpfad, der dem Lernenden alle einzelnen Elemente anzeigt, die ein Kurs enthält (Lehrmittel, Wissenstest, Veranstaltung, …), kann ein- bzw. ausgeblendet werden.

Bei ersterem kommt der Design-Aspekt hinzu. Durch einen optisch ansprechenden Lernpfad, der sich verändernde Elemente enthält und den Lernfortschritt farblich kennzeichnet, wird der motivierende Aspekt von Gamification unterstützt. Ein weiterer Pluspunkt: Der Lernpfad sorgt dafür, dass der Lernende den Überblick behält und sich orientieren kann (mehr dazu).
Das Beispiel aus der Avendoo13-Bildwelt zeigt Ausschnitte aus einem Lernpfad mit einem Kontrollpunkt (1) und einer Aufgabenhürde (2). Je nach Bearbeitungsstand des einzelnen Inhalts (der Astronaut zeigt die aktuelle Position des Lernenden auf dem Lernpfad) verändert sich die Darstellung. Der Kreativität sind an dieser Stelle keine Grenzen gesetzt, so dass Sie nur durch die Gestaltung der Elemente einen spielenden Charakter in Ihren Lernprozess integrieren können.

 

Wird der Lernpfad auf der Start- bzw. Hauptseite des Kurses ausgeblendet, entsteht an dieser Stelle Raum für ein individuelles Lernleitsystem. Hier können Landkarten, Büroräume oder kundenspezifische Szenen selbstständig und interaktiv erkundet bzw. bearbeitet werden, so dass ein Lernerlebnis entsteht.

Gamification als Lerninhalt

Lerninhalte sind die einzelnen Bausteine, die ein Lernender absolvieren bzw. bearbeiten muss, um einen Kurs erfolgreich abzuschließen. Das können zum Beispiel Wissenstests, Lehrmittel, Veranstaltungen oder Feedbacks sein. Gerade Wissenstests bieten die Möglichkeit, den Gamification-Ansatz zu stärken: am Ende eines Tests könnten z.B. die erreichten Punkte individuell gestaltet werden und das eigene Ergebnis im Verhältnis zu den Kollegen angezeigt werden.

Ein weiteres Beispiel: Als Bestätigung für das Bestehen eines Kurses haben Sie die Möglichkeit, Zertifikate zu erstellen. Wie wäre es, wenn Sie diese einfach Urkunden oder Auszeichnungen nennen und grafisch aufpeppen?

Unser Slogan „Erlebe dein Wissen“ soll für ein Umdenken im Kopf sorgen, denn: Nahezu jeder Inhalt kann ansprechend aufbereitet werden – dazu braucht es nur ein wenig Kreativität (… und nicht zwingend Gamification oder Serious Games).

Ist Spielen also das neue Arbeiten?

Ja und Nein.  Dass durch Spaß am Lernen ein besseres Verständnis und somit ein Mehrwert für Ihr Unternehmen erzeugt wird, steht außer Frage. Aber auch hier gilt: Legen Sie erst fest, welche Inhalte Sie vermitteln wollen und legen Sie erst danach die Methode fest. Auf Biegen und Brechen ein Thema in den Gamification-Ansatz zu zwängen verfehlt das eigentliche Ziel: Ihre Mitarbeiter sollen etwas lernen. Außerdem sollten Sie sich die Frage stellen, ob Gamification überhaupt zu Ihrem Unternehmen und zu den Mitarbeitern passt, die Sie schulen möchten. Neben Punkten und Highscores gibt es nämlich auch noch unzählige andere Möglichkeiten, Ihre Lerninhalte attraktiver zu gestalten.

 

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan


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