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Schon auf die Lücke gekommen? Lückentext-Fragen in der Praxis

Lerner mit didaktisch sinnvollen Aufgaben aktivieren

Lückentextfrage

Die Präsentation und Abfrage von Lerninhalten allein reicht nicht aus, um langfristig den Lernerfolg zu sichern oder um Wissen zu binden. Diese Erkenntnis ist nicht wirklich neu, wird aber leider viel zu oft vergessen. Denn nicht nur das Lernmaterial muss didaktisch sinnvoll aufbereitet werden, sondern es muss auch sichergestellt sein, dass die relevanten Lernprozesse beim Lerner aktiviert werden. Diese Aktivierung kann z.B. durch geeignete Aufgabenstellungen während des Lernvorgangs stattfinden. Durch sie setzt sich der Lerner intensiver mit den Informationen auseinander und klickt diese nicht nur durch. Aber auch bei der Wahl der richtigen Aufgabenstellung bzw. des richtigen Fragetyps gibt es bestimmte Regeln zu beachten.

Die Qual der Wahl: Welcher Fragetyp ist der Richtige?

Die Möglichkeiten das neu erlernte Wissen beim Lerner abzufragen, zu sichern und nachhaltig zu verankern, sind groß. Ob Single- oder Multiple Choice Frage, Freitextfrage oder z.B. Bildfrage – jeder Fragetyp erfüllt eine andere Lernaufgabe. Aus diesem Grund sollten Sie sich vor dem Erstellen eines Wissenstest die Frage stellen, welches Wissen Sie durch die einzelnen Fragen prüfen möchten (mehr dazu „Das kleine 1×1 der Fragen-Methodik„). Generell kann man drei sogenannte Wissenstypen unterscheiden:

 

  • Deklaratives Wissen

    zielt auf Fakten und Begriffe ab, z.B. Vokabeln oder Fachbegriffe

  • Prozedurales Wissen

    beschreibt eine Fertigkeit, also das Wissen, wie man eine bestimmte Handlung durchführt

  • Kontextuelles Wissen

    umfasst Strategien zur Lösung eines Problems

Je nach Wissenstyp kommen somit andere Fragetypen und andere Fragestellungen in Frage: Während deklaratives und prozedurales Wissen z.B. mit Single- oder Multiple Choice Fragen sehr gut überprüft werden kann, sieht es bei kontextuellem Wissen schwieriger aus. Für eine solche Wissensfrage eignen sich vor allem freie Aufgabenstellungen wie beispielsweise Freitext-Fragen oder Lückentext-Fragen. Freitext-Fragen müssen allerdings aufgrund ihres Fragetyps selbst manuell ausgewertet werden.

Lückentext-Fragen für einen intensiveren Lernprozess

Im Gegensatz zu Single oder Multiple Choice Fragen, bei denen leider immer der Beigeschmack entsteht, dass die Aufgabenstellung mit den vorgegebenen Antworten zum Raten verleiht, ist der Lerner bei der Beantwortung einer freien Fragestellung wie beispielsweise der Lückentextfrage auf sich selber gestellt. Das soll nicht bedeuten, dass Single bzw. Multiple Choice Fragen einfacher wären – ganz im Gegenteil, bedenkt man das aktuelle Beispiel der „Wer wird Millionär“ Sendung. Aber dadurch, dass keine Antwortmöglichkeiten zur Auswahl stehen, muss sich der Lerner bei Lückentextfragen selber an das gelernte Wissen erinnern und eigene Lösungswege entwickeln.

Da Lücke aber nicht gleich Lücke ist, gibt es auch für den Fragetyp “Lückentextfrage“ verschiedene Ausprägungen:

Variante a) Freitext-Lücke bzw. Bereichsfrage

Bei dieser Variante handelt es sich um die klassische Lücke, die wohl jedem bekannt ist. Ein Wort bzw. bis zu 10 Worte werden in einem Satz durch eine Lücke ersetzt und der Lerner soll das gesuchte Wort eintragen. Im Fall der Bereichsfrage soll der Lerner kein Wort, sondern einen Zahlenwert angeben. Mit einer Freitextfrage können aber nicht nur Begriffe in einem Fließtext, sondern z.B. auch Tabellen oder Produktbezeichnungen abgefragt werden.

Der Vorteil dieser Variante: Es können anspruchsvollere Inhalte abgefragt werden, die den Lerner herausfordern und ihn aktiv am Lernprozess teilnehmen lassen. Gleichzeitig ist die Beantwortung pro Lücke aber auch auf eine kurze, prägnante Antwort – ein Wort oder eine Zahl – beschränkt. Außerdem können, je nachdem, wie wichtig die Schreibweise bzw. die Groß- und Kleinschreibung bei dem gesuchten Wort ist, zusätzliche Probleme bei der Beantwortung der Frage hinzukommen.

 

 

Variante b) Drag-and-Drop / Drop-Down Lücke

Diese beiden Varianten gehören zwar zur Lückentextfrage, können aber auch als Abwandlung einer Multiple Choice-Frage angesehen werden. Warum? Weil dem Lerner Antwortmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Bei der Drag-and-Drop Variante stehen dem Lerner Antwortbausteine zur Auswahl, die er mittels Drag-and-Drop den markierten Lücken zuordnen soll. Bei dieser Variante können Sie zum Beispiel in einem etwas längeren Text mehrere Lücken positionieren, die der Lerner sinnvoll füllen soll. Im Gegensatz zur Drop-Down-Lücke, bei der pro Lücke mögliche Antworten angeboten werden, ist die Drag-and-Drop Variante daher die freiere und anspruchsvollere.

Streng genommen gibt es sogar auch noch eine Variante c), denn: Sie können auch alle Varianten in einer Frage miteinander kombinieren. Dadurch sorgen Sie für Abwechslung und können komplexere Inhalte mit nur einer einzigen Frage testen. Aber Vorsicht: Achten Sie bei der Konstruktion einer Lückentextfrage darauf, dass die Antworten eindeutig zu beantworten sind und den Lerner nicht überfordern. Wenn Sie statt alternativer Schreibweisen alternative Begriffe finden, ist Ihre Lücke nicht eindeutig. Gerade bei Freitext-Lücken finden Lerner nämlich häufig Synonyme, die richtig sind aber nicht als richtige Antwort hinterlegt wurden, so dass die Antwort fälschlicherweise als falsch beantwortet gewertet wird. Das führt dann verständlicherweise zu Lernfrust statt Lernlust und die Motivation weiter zu lernen sinkt. Auch eine Aneinanderreihung von Lücken führt nicht zum gewünschten Lernerfolg! Es macht also beispielsweise keinen Sinn, alle Substantive eines Satzes durch Lücken zu ersetzen und diesen einen Satz als Frage zu konstruieren. Dieser Fall ist nur dann zielführend, wenn der gewählte Satz in genau dem Wortlaut auswendig gelernt werden soll.

 

Bedenken Sie generell aber auch, dass der Sinn und Zweck von allen Wissenstestfragen nicht darin liegt, einzelne Zahlen oder Wörter zu wissen. Vielmehr geht es um das Verständnis der Inhalte, in verschiedenen Zusammenhängen und themenübergreifend. Eine einzelne Information allein macht kein Wissen aus, die Verknüpfung zu weiteren Inhalten aber schon.

 

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan


 

Weblinks:

Wahrnehmungspsychologie II: Augen auf bei der Fragestellung

Wahrnehmungspsychologie-Didaktik-Bewegungsillusion

© keytoken

Herr Meier sitzt vor dem Rechner und startet seine Abschlussprüfung. Er freut sich, denn er ist gut vorbereitet und braucht sich keine Sorgen machen. Erst nachdem er das Ergebnis sieht, ist er schockiert, denn irgendwie beantwortet er zu viele Fragen falsch. Wenn Herr Meier die Fragen falsch beantwortet, obwohl er die Fragen richtig beantworten müsste (sein Wissensstand ist in diesem Fall wirklich sehr gut), läuft etwas falsch – und Herrn Meier trifft nicht die Schuld.

Lektion 2: Wie Sie die Wahrnehmung Ihrer Mitarbeiter beim E-Learning überlisten können – und warum Sie gerade das nicht tun sollten

Durch einen Wissenstest sollte eigentlich Herrn Meiers Wissen abgefragt werden, also ob er die Inhalte des E-Learnings verstanden hat und sein Wissen anwenden kann. Nicht zu prüfen war, ob er sich von seiner Wahrnehmung überlisten lässt und Fragen dadurch unbeabsichtigt falsch beantwortet. Damit es Ihren Mitarbeitern nicht wie Herrn Meier geht, sollten Sie sich vor der Gestaltung eines Wissenstests Gedanken über die Wahrnehmungspsychologie Ihrer Mitarbeiter machen.

Wenn unser Gehirn überlistet wird

… sind wir chancenlos. Vermeintliche Kleinigkeiten, wie z.B. die optische Gestaltung von Inhalten und Fragen, fordern das Verständnis heraus und treiben unschuldige Mitarbeiter wie Herrn Meier zur Verzweiflung.

Unsere Wahrnehmung ist, wie Sie an der optischen Täuschung in diesem Artikel erkennen, leicht zu überlisten. Eigentlich dreht sich hier keiner der Kreise – wenn wir aber neben das Bild schauen, drehen sich die Kreise in unserer am Rande liegenden Wahrnehmung.

Optische Täuschungen machen viel Spaß – aber vermutlich fragen Sie sich „Warum erzählen die mir davon? Ich will doch nur mein E-Learning aufpolieren!“ Das ist eine Gute Frage. Aus einem Grund: Es ist nicht geklärt, wie optische Täuschungen in unserem Gehirn funktionieren. Fakt ist aber: Unsere Wahrnehmung übersetzt uns die Realität. „Filter“ in unserem Gehirn übersetzen und interpretieren die Umwelt für uns – somit ist die Realität immer subjektiv beeinflusst: mal mehr, mal weniger. Gerade diese Subjektivität gilt es bei der Gestaltung von E-Learnings zu beachten.

Da Lerner die Fragen visuell wahrnehmen, müssen Sie als Autor darüber nachdenken, wie die Lerninhalte und das Fragendesign wirken. Warum? Damit Sie Inhalte und Fragen gestalten, die tatsächlich die Lerninhalte abfragen und nicht die Wahrnehmung überlisten.

Verknüpfungen in unserem Kopf

In unserer Wahrnehmungspsycholgie verknüpfen wir automatisch Informationen. Hierzu eine einfache Übung: Was ist das erste Bild, das Ihnen bei den folgenden Begriffen in den Sinn kommt: Taschentuch … Haus … Auto?

Bei einem Taschentuch denken Sie sehr wahrscheinlich zuerst an ein weißes Papiertuch, vielleicht aber auch an ein Stofftaschentuch. Bei einem Haus? Reihenhaus, Bauernhaus, Mehrfamilienhaus, Ihr eigenes Haus, ein gezeichnetes Haus oder gemaltes Haus – es gibt keine richtige oder falsche Antwort, genau wie beim Auto! Auch dort denken Sie an das Bild, welches Sie persönlich mit „Auto“ verknüpft haben.

Deshalb: Ihre Vorstellung, wie auch die Vorstellung Ihrer Lerner, wird immer durch die eigene Erfahrungswelt geprägt. Sie dürfen also nicht davon ausgehen, dass jeder Mensch Ihre Fragen gleich versteht, solange es einen Interpretationsspielraum gibt.

Wie wir unsere Welt interpretieren

Interpretationen entstehen dadurch, dass wir Gruppierungen und Zusammenhänge erstellen.

1. Je näher Dinge beieinander liegen, umso schneller gehen sie eine Verbindung ein.

Wir können dies in Texten einfach beobachten:

  • Ein Wort ist ein Bedeutungsträger:

Boot.

  • Dieser Bedeutungsträger wird zu einem Satz kombiniert:

Peter fährt im Boot.

  • Mehrere Sätze transportieren eine Idee in einem Absatz:

Peter fährt im Boot. Er wirft seine Angel aus um Fische zu fangen. Er lehnt sich zurück und wartet darauf, dass einer anbeißt.

  • Mehrere Absätze beschreiben unterschiedliche Aspekte eines Sachverhalts.

Peter fährt im Boot. Er wirft seine Angel aus um Fische zu fangen. Er lehnt sich zurück und wartet darauf, dass einer anbeißt.

Susi steht in der Küche und rührt im Topf. Als sie die Suppe probiert und das Salz auf Ihrer Zunge schmeckt, fragt sie sich,ob Peter an seine Rettungsweste gedacht hat.

  • Ein Kapitel beschäftigt sich mit einem Thema.

Peter fährt Angeln [Kapitel 1]

Peter fällt ins Wasser [Kapitel 2]

Peter rettet sich auf eine kleine Insel [Kapitel 3]

Susi sucht Peter [Kapitel 4]

Nach 5 Jahren kehrt Peter zu Susi zurück [Kapitel 5]

Merke: Zwischenüberschriften und Absätze nach Gedankensprüngen helfen Dinge besser zu erfassen. Deshalb sind durchgängige Fließtexte ohne erkennbare (Sinn-)Absätze zu vermeiden.

 

2. Kästen, einfache Striche oder farblich unterschiedliche Hintergründe können die Bedeutung des Inhalts rund um eine Aussage schnell verändern.

Es liegt also in Ihrem Ermessen, ob Lehrer oder Frauen toll sind. Ferner entscheiden Sie darüber, ob Sie es dem Lerner mit einem klar und einfach zu verstehenden Design ermöglichen, Lerninhalte zu erfassen.

Wahrnehmungspsychologie-beispiel

3. Verknüpfungen finden schon zwischen Überschrift und Subheadline statt.

Wenn Sie die Frage also in der Überschrift beginnen und in der Zwischenüberschrift fortführen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass einige Lerner genau diesen Sprung nicht mitmachen und Ihre Frage vorschnell beantworten.

 Weniger gut:
Besser:
Was ist beim Lernen am wichtigsten

wenn Sie selbst nicht nachdenken wollen?

  1. Der Lehrer?
  2. Der Schüler?
  3. Das Lernmaterial?
Was ist beim Lernen am wichtigsten, wenn Sie selbst nicht nachdenken wollen?
  1. Der Lehrer?
  2. Der Schüler?
  3. Das Lernmaterial?

 

Fazit

In Ihren Lerninhalten sollten Sie deshalb Sinnzusammenhänge bewusst anordnen. Fassen Sie wichtige Informationen zusammen (z.B. in Kästen) und achten Sie auf genügend Abstand zwischen unterschiedlichen Informationen.

 

Das CAPSLOCK Dilemma

Capslock, also das Tippen mit Feststelltaste, erweckt den Anschein als würde geschrien und ist subjektiv sehr negativ belegt (zum Beispiel bei hitzige Diskussionen in Foren). Sie sollten es in den meisten Fällen vermeiden und auch nicht alle Ihre Überschriften so gestalten.

Wann macht es Sinn Capslock zu verwenden? Bei Warnhinweisen (ACHTUNG) oder kurzen Aufforderungen (STOP, HALT,..)
Wann nicht? Bei Fragestellungen oder Aufforderungen an den Lerner, da hier unterschwellig schnell negative Gefühle geweckt werden – bis hin zur Ablehnung.

 


Wie Sie die Erkenntnisse aus der Wahrnehmungpsychologie für Ihre E-Learnings nutzen können

  1. Verbinden Sie zusammengehörige Kontexte visuell
  2. Gruppieren Sie Inhalte in Ihren Lektionen
  3. Machen Sie keine Gedankensprünge zwischen Überschrift und Subheadline
  4. Schreien Sie Ihre Lerner nicht an (Capslock)

 

Das kleine 1×1 der Fragen-Methodik

Fragen Mehtodik für WissenstestsErfolgreiche und weniger erfolgreiche Wissenstests unterscheiden sich vor allem durch eines: die Methodik der einzelnen Fragen – aber wie fragt man eigentlich richtig? Welche Methodiken gibt es und worauf muss man achten? Für diese Fragen haben wir Ihnen ein kleines 1×1 der Fragen-Methodik erstellt.

Unter dem Begriff „Fragen-Methodik“ verstehen wir die gezielte Verwendung von Fragetechniken, um das Wissen der Lernenden optimal abzufragen. Dabei unterscheiden wir generell zwischen geschlossenen und offenen Fragetypen. Bei geschlossenen Fragen muss der Lernende aus vorgegebenen Antwortmöglichkeiten wählen, also z.B. Ja/Nein-Fragen oder Single bzw. Multiple Choice-Fragen. Offen Fragen sind hingegen dadurch gekennzeichnet, dass der Lernende eine individuelle Beantwortung vornehmen kann, z.B. in Form von Freitextfragen.

Welche Methodik zu welcher Frage passt, hängt von Ihrem Inhalt ab und der Intention, die Sie damit bewirken möchten.

Unsere Bausteine für erfolgreiche Fragen

Dass jeder Wissenstest anders ist und einer individuellen Betrachtung bedarf, ist Ihnen sicher bekannt. Es gibt aber einige Grundregeln, die wir Ihnen aus unserer Praxiserfahrung heraus ans Herz legen möchten, damit die Fragen Ihres Wissenstests erfolgreich sind:

  1. Machen Sie sich, bevor Sie die einzelnen Fragen für einen Wissenstest erstellen, gründliche Gedanken zum Inhalt und definieren Sie ein Ziel, welches Sie durch die Abfrage erreichen möchten. Überprüfen Sie am Ende einer jeden Frage, ob diese dem Lernziel entspricht und hinterfragen Sie kritisch, ob Sie die passende Methodik gewählt haben.
  2. Verwenden Sie kurze Formulierungen und eine einfache Satzstruktur, damit Ihre Mitarbeiter auf Anhieb verstehen, worauf Sie mit dieser Frage abzielen.
  3. Stellen Sie klare Fragen, die einfach zu verstehen sind und formulieren Sie auch tatsächlich nur eine einzige Frage. Eine Kombination von mehreren Fragestellungen oder schwammige Aussagen können Ihre Lernenden überfordern und dazu führen, dass vom eigentlichen Inhalt abgelenkt wird.
  4. Formulieren Sie die einzelnen Fragen so, dass sie nicht nur die momentane Arbeit voranbringen, sondern auch dabei helfen, dass sich Ihre Mitarbeiter darüber hinaus weiterentwickeln.
  5. Fangfragen sagen Ihnen nichts über den Wissenstand Ihrer Mitarbeiter aus, sondern nur, ob er/sie den Fragentyp verstanden hat. Vermieden Sie diese also, denn so entstehen unnötig schwere Fragen.
  6. Bei der Wahl der Fragen-Methodik ist Abwechslung Trumpf. So halten Sie die Konzentration Ihrer Mitarbeiter aufrecht und motivieren sie.
  7. Bedenken Sie bei den einzelnen Fragen, dass Ihre Lernenden die Antwort auch kennen müssen bzw. fragen Sie sich „Woher können meine Lernenden das wissen?“. Das klingt womöglich etwas merkwürdig, aber nur die Inhalte, die Sie auch tatsächlich vermittelt haben, sollten Sie auch abfragen.
  8. Sobald Sie die Fragestellung einer Frage bearbeitet haben, achten Sie darauf, dass die Antwortmöglichkeiten noch zur Fragestellung passen. Falls nicht, nehmen Sie Änderungen vor.
  9. Führen Sie einen Vorab-Test Ihres Wissenstests durch. Durchlaufen Sie dabei den gesamten Wissenstest aus Sicht Ihrer Lernenden. Warum? Durch diesen anderen Blickwinkel werden Sie möglicherweise auf Probleme aufmerksam, die Ihnen beim Erstellen der Fragen nicht bewusst waren.

Was Ihnen der Einsatz der richtigen Fragen-Methodik bringt

Wenn Sie bei der Erstellung Ihrer Wissenstestfragen auf die Fragen-Methodik achten, führt das zunächst einmal generell dazu, dass Ihre E-Learnings interessanter und hochwertiger werden – und interessante E-learnings sorgen bei Ihren Mitarbeitern dafür, dass Sie die Aus- und Weiterbildung nicht als langweilig oder frustrierend ansehen, sondern einen echten Mehrwert daraus mitnehmen. Wir haben dazu eine einfache Regel aufgestellt: Bessere Fragenqualität = bessere Lernergebnisse = motiviertere Mitarbeiter = mehr Spaß an Aus- und Weiterbildung.

Sinnvoll ist in diesem Zusammenhang auch die Verwendung von Designvorlagen: Ihre Fragen werden nicht nur optisch ansprechend und einheitlich, sie enthalten auch standardmäßig alle wichtigen Elemente. Kurz: Titel, Handlungsaufforderung und Antwortbereich sind vorformatiert und müssen nur noch von Ihnen angepasst werden. So können Sie diese nicht mehr vergessen und gewährleisten im selben Zug, dass jede Frage einem gewissen Standard entspricht und, dass sich Ihre Mitarbeiter nicht bei jeder Frage neu orientieren müssen.

Ein weiterer Vorteil, der dadurch entsteht, dass Sie Fragen-Methodiken gezielt einsetzen, ist die Tatsache, dass Sie bei der Auswertung der Ergebnisse präzise und definierte Antworten erhalten, die eine höhere Aussagekraft besitzen. Der Grund dafür? Unüberlegte Fragestellungen können zu einem Interpretationsspielraum bei Ihren Mitarbeitern führen. Die Auswertung „falsch beantwortet“ kann daher z.B. darin begründet sein, dass Ihr Mitarbeiter Ihre Frage vielleicht nicht einmal verstanden hat. Im Umkehrschluss bedeutet eine richtig beantwortete Frage nicht zwingend, dass Ihr Mitarbeiter das Erlernte tatsächlich verstanden hat. Verwenden Sie daher gern auch offenen Fragen. So erhalten Sie ein viel besseres Bild, ob Ihre Mitarbeiter den Inhalt tatsächlich verstanden haben, diesen weiterführend bearbeiten können oder ob er/sie die Fakten nur auswendig gelernt hat.

Der Einsatz gezielter Fragen-Methodik hat allerdings auch eine Schwachstelle, die Sie nicht außer Acht lassen sollten – nämlich die Zeit. Diese wird unserer Meinung nach aber mit erfolgsversprechenden E-Learnings belohnt, aus denen eine erhöhte Mitarbeitermotivation resultiert – und das führt letzten Endes zu einer Optimierung Ihres Unternehmens.

 

Uns ist bewusst, dass unser 1×1 nicht vollständig ist und dass unsere Empfehlungen auf unseren persönlichen Erfahrungen beruhen, die wir im Laufe der Jahre gemacht haben. Sie kennen weitere Frage-Techniken oder haben andere Erfahrungen gesammelt? Dann erzählen Sie uns davon, in dem Sie einen Kommentar verfassen.

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan