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Aus der Praxis: Die REWE Azubi Plattform

E-Learning für die Auszubildenden der REWE Markt GmbH

Login-Seite der REWE Markt Azubi Lernwelt

Wenn es um die betriebliche Ausbildung geht, setzt die REWE Markt GmbH voll und ganz auf Blended Learning als Lernkonzept. Begleitend zur schulischen Ausbildung nutzen die rund 2.000 Auszubildenden daher seit Beginn der Ausbildung im August 2015 die Avendoo® Lernwelt – und zwar nicht nur als Lernplattform, sondern auch als soziales Netzwerk. „Auch um die Motivation der Mitarbeiter zu halten und um diese kontinuierlich fachbezogen und persönlich fortbilden zu können, setzen wir auf ein umfangreiches Aus- und Weiterbildungsangebot.“, so Katharina Ebel, E-Learning Expertin im HR Kompetenzcenter National.

Die Idee der REWE Azubi-Plattform

Die REWE Azubi-Plattform dient den jährlich ca. 2.000 neuen Auszubildenden und 60 Trainern dazu, digitale Lerninhalte zu elementaren Themen wie z.B. „Lebensmittelrechtliche Vorschriften“ oder Warenkunde zu erlernen bzw. zu vermitteln. Über Avendoo® werden so z.B. interne REWE Fachwörter als Lernkarten einer Lernkartei erklärt oder der Unterschied zwischen Eisbergsalat und Lollo Bionda.

Dadurch, dass die Auszubildenden der REWE Markt GmbH in ganz Deutschland beschäftigt sind, bietet sich E-Learning als Ergänzung zu den innerbetrieblichen Seminaren optimal an, denn dadurch haben die Lerner die Möglichkeit, nach eigenem Lerntempo und asynchron zu lernen. Auch die wechselnden Arbeitszeiten der Auszubildenden in den Märkten, hat für REWE eine wichtige Rolle gespielt, aber dadurch, dass die digitalen Lerninhalte jederzeit – und damit auch außerhalb der normalen Arbeitszeit – abrufbar sind, haben auch die Auszubildenden die Chance, E-Learning zu nutzen und sich fortzubilden.

Beispiel aus der Community

„Kontinuierliches Lernen und kontinuierlichen Kontakt zu den Auszubildenden sowie unter den Auszubildenden selbst, können wir am besten über eine digitale Austauschplattform erreichen“, so Katharina Schupp, Blended Learning Expertin im HR Kompetenzcenter National. Aus diesem Grund kommt vor allem die Avendoo® Community bei REWE zum Einsatz. Der Newsstream auf der Startseite der Lerner enthält nicht nur wichtige Systemnachrichten wie Anmeldungen zu neuen Lerneinheiten, sondern auch die Kurzmeldungen von anderen Lernern und Trainern. „Dort machen wir z.B. Produktpuzzle. Dazu nehmen wir ein Bild eines Produkts aus unserem Sortiment und „zerschneiden“ dies. Im Anschluss werden verschiedene Schnipsel des Bildes gepostet, so dass die Azubis raten müssen. Meist orientieren sich die Bilder an Produktgruppen, die die Azubis auch gerade im Seminar besprechen. Außerdem rufen wir durch unseren Avatar Oskar dazu auf, Bilder aus dem Seminar oder Aktionen aus dem Markt zu posten. Momentan sind unsere Azubis im Obst & Gemüse-Seminar. Dazu gibt es auch einen Kurs in Avendoo®, in dem es die Hausaufgabe ist, eine Obstverkostung im Markt für Kunden durchzuführen. Die Bilder kann der Lerner dann im Anschluss in der Community posten und anderen Azubis und Trainern dient das als Inspirationsquelle.“, erzählt Katharina Ebel weiter.

Einführung von Avendoo® und Entwicklung einer Lernkultur

Bevor die Azubi-Plattform aber überhaupt erst zum Einsatz kommen konnte, standen viele Aufgaben für das Team von Katharina Ebel und Katharina Schupp auf der To-do-Liste. Zunächst mussten die 60 REWE Trainer für den Umgang mit Avendoo® geschult werden. Außerdem mussten sie auf ihre neue Rolle als virtueller Lernbegleiter eingestimmt werden. „Neben offenen Telefonkonferenzen zu allen Themen rund um das neue Schulungskonzept, haben wir auch dafür gesorgt, dass Avendoo® bei uns intern bekannt wird“, so Katharina Ebel. Avendoo® wurde daher z.B. in den innerbetrieblichen Kommunikationsmedien wie der Mitarbeiter-Zeitung und im Intranet beworben. Ebenso wurde eine Großveranstaltung für die Ausbilder, Bezirksmanager und Auszubildenden veranstaltet, bei der es um die Einführung des neuen Lernkonzeptes ging.

Auch für die Auszubildenden war Avendoo® am Anfang natürlich neu, daher haben auch sie im ersten innerbetrieblichen Seminar eine Einführung in Avendoo® erhalten.

E-Learning für Auszubildende – erste Erfolge und aktuelle Herausforderungen

Mittlerweile ist die REWE Azubi-Plattform voll im Einsatz und schon jetzt lassen sich erste Erfolge verbuchen, aber es sind auch einige Herausforderungen hinzugekommen. „Die größte Herausforderung ist die Schnelligkeit des Projekts. Alle Inhalte müssen mit dem Ausbildungsplan abgestimmt werden und dann in Avendoo® erstellt werden. Außerdem möchten wir unseren Auszubildenden ein konstantes Lernen über das gesamte Ausbildungsjahr ermöglichen, daher dürfen keine „lernfreien“ Phasen entstehen“, so Katharina Schupp.

Oskar, der Lernbegleiter

Aber der Einsatz zahlt sich aus: Bisher gab es überwiegend positives Feedback von Auszubildenden und auch die Lernquoten sind gut bis sehr gut. Außerdem entsprächen die Dauer und der Schwierigkeitsgrad der einzelnen Inhalte genau den Erwartungen der Auszubildenden. „Sie schätzen die Möglichkeit, die Lerninhalte zu jederzeit wiederholen bzw. zu den von ihnen gewählten Uhrzeiten lernen zu können.“, so Katharina Ebel. Aus diesem Grund gibt es auch bei der Erstellung von neuen Lerninhalten bestimmte Regeln: Nicht nur die Sprache muss zielgruppengerecht sein, auch der Lernbegleiter Oskar soll möglichst gut eingebunden werden, damit sich die Azubis besser mit den Inhalten identifizieren können. Er dient auch im Lernpfad als Hinweis, an welcher Stelle sich der Lerner gerade im Lernprozess befindet und begleitet ihn mit seinem Einkaufswagen von Lerneinheit zu Lerneinheit.

Lernpfad der REWE Markt GmbH

Auch die Länge einer Lerneinheit ist klar geregelt, damit keine Unter- oder Überforderung erzeugt wird. Daher haben die meisten E-Learnings eine Bearbeitungszeit zwischen 5 und 20 Minuten.

Fazit der REWE Markt GmbH

„Avendoo® überzeugt vollends als Gesamtprodukt und bedient alle unsere Lernbedürfnisse. Auch die hohe Dienstleistungsbereitschaft und Kundenorientierung haben uns überzeugt. Die Möglichkeit, die Lerninhalte in einem individuellen Design auf dem Lernpfad zu visualisieren und damit eine feste Bearbeitungsreihenfolge vorzugeben, ist für uns ideal. Ebenso ist der interaktive Newsstream auf der Startseite in Kombination mit den Community-Gruppen ein echter Mehrwert für unsere Auszubildenden“, so Katharina Ebel.

 

Vielen Dank an Frau Schupp und Frau Ebel!

10 Tipps für die erfolgreiche Einführung von E-Learning

Einführung von E-Learning - 10 Tipps

© DeathtoStock_Desk5

Von der Strategie zur Implementierung

Ist die Entscheidung gefallen, die bisherige Personalentwicklung durch E-Learning zu ergänzen, so stellt sich nicht mehr nur die Frage nach dem „Warum sollten wir E-Learning machen?“. Vielmehr geht es nun auch darum, wie E-Learning konkret umgesetzt werden kann, wie Schulungsmaßnahmen erfolgreich werden und welches die beste Vorgehensweise bei der Einführung ist.  Basierend auf unserer Erfahrung haben wir Ihnen daher 10 Tipps aufgelistet, die Ihnen dabei helfen sollen, E-Learning erfolgreich im Unternehmen einzuführen:

  1. Bedarfsanalyse durchführen

    Bevor es losgehen kann, empfehlen wir Ihnen eine ausführliche Bedarfsanalyse. Diese Analyse umfasst verschiedenste Aspekte, die Auswirkungen auf das Lernen in Ihrem Unternehmen haben – oder haben werden. Klären Sie also zum Beispiel, welche technischen und personellen Anforderungen auf Sie zukommen und wer welche Rolle im Lernprozess übernehmen wird. Notieren Sie auch, welche Ziele Sie mit dem Einsatz von E-Learning erreichen wollen, um alle späteren Entscheidungen auf dieses Ziel hin überprüfen zu können. Ein weiterer Aspekt sind die Schulungsinhalte: Welche Inhalte sollen für welche Mitarbeiter(-gruppen) vermittelt werden? Sind dafür schon Unterlagen vorhanden oder müssen diese noch – extern oder intern – erstellt werden?

  2. E-Learning Strategie formulieren

    Sind Ihnen alle Parameter für die Einführung von E-Learning bekannt, gilt es eine umfassende Strategie zu formulieren. Auch hier finden Sie wieder die Ziele, die Sie mit dem Einsatz von E-Learning erreichen wollen. Die Strategie geht aber noch einen Schritt weiter und legt zum Beispiel auch die konkreten Maßnahmen fest, die es nun abzuarbeiten gilt. Das reicht von Maßnahmen, um E-Learning im Unternehmen bekannt (und idealerweise beliebt) zu machen über die einzelnen Schritte der Einführung. Die Formulierung einer Strategie ist wichtig, denn sie hilft allen Beteiligten „an einem Strang zu ziehen“ und sich an den gleichen Zielen zu orientieren.

  3. Für ausreichend Kommunikation zwischen allen Beteiligten sorgen

    E-Learning zu implementieren bedeutet keinesfalls nur ein geeignetes Werkzeug oder eine Software zu finden. Es bedarf schon weitaus mehr: z.B. müssen bisherige Prozesse verändert und optimiert werden und ausreichend personelle Ressourcen zur Verfügung stehen. Dass Abstimmung und Kommunikation dabei nicht zur kurz kommen dürfen, versteht sich daher von selbst – genauso wie die Tatsache, dass Sie mit Gegenwind rechnen müssen. Stellen Sie die Idee und die Zielsetzung von E-Learning daher früh genug allen Beteiligten und Verantwortlichen vor, denn ohne das Engagement der Unternehmensleitung kann die Einführung von E-Learning und damit der Wandel zum digitalen Lernen nicht gelingen. Gerade die Unternehmensleitung muss die Digitalisierung und das Vorhaben „E-Learning“ unterstützen und die Veränderungen notfalls auch einfordern.

  4. Ängste und Kritik ernst nehmen

    Veränderung ist nicht für jeden etwas Positives, daher wird auch die Einführung von E-Learning nicht ohne Komplikationen stattfinden. Sie können aber dafür sorgen, diese möglichst klein zu halten. Notieren Sie sich daher z.B. in den Gesprächen, die Sie mit verschiedensten Kollegen, Vorgesetzten etc. führen, die Kritikpunkte und Befürchtungen. Prüfen Sie diese anschließend und nehmen Sie sie mit in Ihre Strategie. Dadurch wird die Einführung automatisch als Gemeinschafts-Projekt und nicht als klassische Top-Down-Maßnahme angesehen. Bieten Sie beispielsweise auch die Möglichkeit, Testkurse zu bearbeiten, um die Art der Wissensvermittlung kennenlernen zu können und um sich in der Software zurecht zu finden. Starten Sie erst dann mit den wirklichen Schulungsmaßnahmen. So steuern Sie Bearbeitungsängsten entgegen und sorgen im gesamten Unternehmen für mehr Akzeptanz.

  5. Trainer und Ausbildungsverantwortliche berücksichtigen

    Gerade für die Trainer und Ausbildungsverantwortlichen ist das Thema E-Learning anfangs eine Herausforderung, denn ihre Rolle als Lehrender oder Lernbegleiter verändert sich durch den Einsatz von digitalen Lerninhalten und zeit- und ortsunabhängigen Lernprozessen enorm. Es gilt, die Chancen und neuen Möglichkeiten, die diese Art der Wissensvermittlung bietet, zu kommunizieren und gleichzeitig ein offenes Ohr für die Anforderungen der Trainer an das Lernen zu haben. Idealerweise ist einer der verantwortlichen Ausbilder von Anfang an bei der Bedarfsanalyse und Evaluation einer E-Learning Software dabei.

  6. Interne Marketing-Maßnahmen durchführen

    Ein Teil Ihrer E-Learning Strategie sollte es sein, zu kommunizieren, dass E-Learning nun ein Bereich der Aus- und Weiterbildung in Ihrem Unternehmen ist – und das auf möglichst präsente Art und Weise. Führen Sie z.B. eine interne Veranstaltung durch, bei der die neue Strategie und die E-Learning Software vorgestellt wird oder bieten Sie Webinare zum Thema „Digitales Lernen“ an. Nutzen Sie alle verfügbaren Marketing-Kanäle (Intranet, Mitarbeiterzeitung etc.), um über die Vorteile und die neue Strategie zu informieren. Sorgen Sie dafür, dass E-Learning positiv in Ihrem Unternehmen wahrgenommen wird, indem Sie z.B. auf die zuvor ermittelten Ängste eingehen und diese wahrheitsgemäß widerlegen.

  7. Pilot-Projekt durchführen und sukzessiver Ausbau

    In vielen Unternehmen hat sich gezeigt, dass der Start mit E-Learning oft einfacher ist, wenn es ein erstes Pilot-Projekt, also einen Testdurchlauf, gibt. Mit Hilfe einer ersten Lernergruppe können die einzelnen Prozesse durchlaufen und direkt optimiert werden, ohne große Unruhe in das gesamte Unternehmen zu bringen. Oftmals stellt sich während dieses Testdurchlaufs heraus, dass die Lernwege der Lerner und die des Autors der Lerneinheit unterschiedlich sind, da sie andere Vorkenntnisse haben. Inhalte und Aktionen, die für den Autor selbstverständlich sind, können bei dem Lerner Fragen aufwerfen. Das Pilot-Projekt dient daher vor allem dazu, alle möglichen Stolpersteine zu identifizieren und auszubessern, bevor das System tatsächlich live geht.

  8. Motivation erzeugen und halten

    „Warum soll ich jetzt auch noch E-Learning machen? Und was bringen mir diese ganzen Schulungen überhaupt?“ Fragen, die Ihnen sicher im Laufe der Zeit begegnen werden. Schaffen Sie daher nicht nur während des Lernprozesses Motivation (z.B. durch Inhalte, die sich an der Praxis orientieren und für die Zielgruppe einen Mehrwert bieten), sorgen Sie auch außerhalb der Schulungsmaßnahmen für Anreize, sich aktiv an den E-Learning Schulungen zu beteiligen. Motivieren Sie Ihre Mitarbeiter z.B. in Form eines Gewinnspiels: Der Mitarbeiter, der in einem bestimmten Zeitraum einen Wissenstest am erfolgreichsten bearbeitet, erhält einen Gutschein oder eine besondere Aufmerksamkeit. Ihrer Kreativität sind an dieser Stelle keine Grenzen gesetzt.

  1. Lernen als Prozess verstehen – Lernkultur etablieren und fördern

    Erst wenn alle Beteiligten die Aus- und Weiterbildung mittels E-Learning als Bereicherung ansehen und die Lerninhalte aktiv für die Lösung ihrer Probleme im Arbeitsalltag nutzen, wird E-Learning als ein selbstverständlicher Bestandteil des Unternehmensalltags akzeptiert und der gewünschten Erfolg stellt sich ein. Daher gehört es auch schon bei der Einführung von E-Learning dazu, die vorhandene Lernkultur zu kennen und zu fördern. Fragen wie „Welchen Einfluss haben die Mitarbeiter, das Unternehmen, die Trainer und die eingesetzte Software auf das Lernen im Unternehmen?“ und „Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, damit das Lernen im Unternehmen als Bereicherung angesehen wird?“ sollten in diesem Zusammenhang diskutiert werden.

  2. Bildungscontrolling durchführen

    „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“ – und das gilt auch für die Einführung von E-Learning. Was für das eine Unternehmen eine erfolgsversprechende Strategie darstellt, kann in einem anderen Unternehmen für Lernfrust statt -lust sorgen. Daher ist ständiges Feedback und die Evaluation der einzelnen Maßnahmen notwendig. Hinterfragen Sie Ihre Prozesse und Lernwege und seien Sie offen für neue Ideen und Vorschläge zur Verbesserung. Lernen ist und bleibt ein Prozess, der täglich weiterentwickelt wird.

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan


Siehe dazu auch:

Durchblick im Dschungel – E-Learning Lexikon für Einsteiger

E-Learning Lexikon für EinsteigerDie wichtigsten E-Learning Begriffe im Überblick

„Wir machen jetzt E-Learning“ heißt es dieser Tage vielleicht in der einen oder anderen Personalabteilung. Neben viele Fragen kommen vor allem auch zahlreiche neue Begriffe auf den Tisch, die es erst einmal zu klären gilt. „Was ist der Unterschied zwischen E-Learning und Blended Learning?“, „Was ist ein LCMS?“ oder „Wie funktionieren Learning Analytics?“ sind dann keine Seltenheit. Dieses Lexikon soll bei der Einführung von E-Learning helfen und Einsteigern einen ersten Einblick geben – Ergänzungen und weitere Fachwörter werden folgen:

E-Learning

Der Begriff E-Learning steht für alle Formen von Lernen, „bei denen elektronische oder digitale Medien für die Präsentation und Distribution von Lernmaterialien und/oder zur Unterstützung zwischenmenschlicher Kommunikation zum Einsatz kommen“ (Prof. Dr. Michael Kerres). E-Learning ist aber kein Begriff, der klar definiert ist, aus diesem Grund gibt es mittlerweile zahlreiche Synonyme wie Online Lernen oder elektronisches Lernen. Dennoch lässt sich E-Learning anhand folgender Merkmale kennzeichnen:

Interaktivität
Lerner haben die Möglichkeit, auf verschiedene Art und Weise mit den Inhalten zu interagieren, z.B. durch verschiedene Steuerungs- und Eingriffsmöglichkeiten

Multicodalität
Die Lerninhalte werden in den unterschiedliche Kodierungen (Text, Bild, Video) genutzt und miteinander kombiniert

Multimedialität
Die Aufbereitung und Darstellung der Lerninhalte erfolgt in verschiedenen digitalen Medien, beispielsweise Podcast, E-Book oder Whitepaper

Multimodalität
Das zu vermittelnde Wissen wird beim E-Learning mit Hilfe der auditiven und / oder visuellen Sinne konsumiert

Studien, die sich detaillierter mit dem Thema E-Learning im Unternehmen auseinandersetzen, sind z.B. der Branchenmonitor des MMB-Instituts für Medien- und Kompetenzforschung oder der New Horizon Report (mehr dazu: E-Learning der Zukunft? Trends und Herausforderungen), der kurz-, mittel- und langfristige Trends in der Weiterbildung erforscht.

Blended Learning

Bei der klassischen Weiterbildung werden die Inhalte größtenteils in Form von Präsenzschulungen organisiert. Beim Blended Learning wird dieser Lernprozess um das Bereitstellen von digitalen Lerninhalten ergänzt. Daher spricht man beim Blended Learning auch vom integrierten Lernen oder hybridem Lernen, denn dieses Lernmodell vereint die methodischen, didaktischen und medialen Konzepte zur Vermittlung fachlicher Inhalte so, dass die jeweiligen Vorteile sich gegenseitig ergänzen. Durch Blended Learning wird orts- und zeitunabhängiges Lernen möglich, da der Lernprozess an keine Präsenzphasen mehr gebunden ist und auch die Kommunikation asynchron stattfinden kann. Außerdem kann der Lerner sein eigenes Lerntempo bestimmen, was aber wiederum auch Selbstdisziplin voraussetzt.

Mehr zu den verschiedenen Lernkonzepten gibt’s im Beitrag „Das richtige Lernkonzept macht’s

LMS und LCMS

Im Kern verwaltet ein Learning Management System (LMS) die Nutzer und Lernangebote inklusive der dazugehörigen Rollen- und Rechtevergabe – also welcher Nutzer welche Kurse durchführen kann und soll (Benutzer- und Kursverwaltung). Ebenso kommen auch noch weitere Funktionen hinzu, wie zum Beispiel ein Berichtswesen für Lernerfolgskontrollen oder das Ausstellen von Zertifizierungen. Ein Learning Content Management System (LCMS) hingegen dient der Erstellung, Archivierung und Wiederverwendung von Lerninhalten. Es strukturiert die Lerninhalte und verwendeten Medien in einer Datenbank, so dass gezielt nach Ihnen gesucht werden kann. „Die wohl wichtigste Aufgabe eines LCMS ist das zentrale Object Repository, das die wiederverwertbaren Lernobjekte verwalten kann. Ziel ist es, ungewollte Redundanzen und widersprüchliche Informationen weitgehend zu verhindern.“

Autorentools

Mit Hilfe von Autorentools können Lerninhalte erstellt und z.B. mit Interaktionen versehen werden. Die Anwendungsmöglichkeiten sind dabei nahezu unbegrenzt: von Prüfungen über Software-Simulationen hin zu Animationen und Interaktivität. Gängige Autorenwerkzeuge sind beispielsweise Adobe Captivate oder Articulate Storyline. Manche Learning Management Systeme bringen standardmäßig bereits eigene Werkzeuge mit, mit denen Lerninhalte schnell und einfach erstellt werden können – dazu zählt auch Avendoo®.

SCORM-Format

SCORM (Sharable Content Object Reference Model) ist ein Referenzmodell für austauschbare elektronische Lerninhalte der Advanced Distributed Learning Initiative. Lerneinheiten, die im SCORM Format erstellt wurden, können in eine E-Learning Software wie Avendoo® eingelesen und genutzt werden.

Social Learning, informelles und kollaboratives Lernen

Beim Social Learning werden die Möglichkeiten, die sich durch soziale Netzwerke wie Facebook, YouTube, Twitter und Co. und dem „Web 2.0“ ergeben, für die berufliche Weiterbildung genutzt. Der Gruppenaspekt des Lernens rückt dabei mehr in den Vordergrund, so dass vernetztes Lernen möglich wird. Bei diesem Lernkonzept wird E-Learning um digitale Werkzeuge erweitert, die es ermöglichen, dass Lerner zusammen arbeiten und lernen. Aus diesem Grund spricht man auch von kollaborativem Lernen, denn den Lernern werden Möglichkeiten gegeben, selber Inhalte zu erstellen und weiter zu entwickeln. Diese Art des Lernens und der Wissensvermittlung ist das Gegenteil zum klassischen Lernprozess, bei dem es nur einen Lehrenden gibt. Deshalb wird diese Form als informelles Lernen bezeichnet.

Siehe dazu auch „Social Learning – Trend oder Zukunft?„, „Neue Wege im E-Learning? Kollaborationswerkzeuge für vernetztes Lernen“ und „Informelles Lernen: Hype oder Zukunft?

Learning Analytics / Reporting

Unter dem Begriff Learning Analytics wird eine Methode verstanden, mit der Unternehmen den Lernprozess analysieren und Lernaktivitäten nachvollziehen können. Jeder Lerner hinterlässt bei der Bearbeitung eines Lerninhalts „digitale Spuren“. Diese Informationen können mit einem Learning Management System ausgelesen und visualisiert werden, so dass Optimierungen vorgenommen werden können. Sinn und Zwecks der Datenanalyse ist es vor allem, den Lerner in seinem Lernprozess zu unterstützen und ein bestmögliches Lernerlebnis zu schaffen.

Mehr dazu im Beitrag „Wie Sie mit Learning Analytics Ihre Schulungen optimieren

Web Based Training (WBT)

Ein WBT ist eine webbasierte Trainingsanwendung, bei der Lerninhalte online zur Verfügung gestellt werden. CBTs (Computer Based Training) sind im Gegensatz dazu in sich geschlossene Lernmodule, die über keinen Zugang zum Internet verfügen und üblicherweise auf einem Datenträger verbreitet werden. In einem Web Based Training werden z.B. durch Chats, Foren oder Live-Streaming neue Aspekte der Kommunikation und Interaktion zwischen dem Lehrenden und den Lernern möglich.

Mobile Learning und responsive Design

Durch die fast vollständige Integration von mobilen Endgeräten in den Lebens- und Arbeitsalltag wird das Lernen „unterwegs“ vor allem bei jüngeren Zielgruppen immer beliebter. Mobile Learning meint daher das zeit- und ortsunabhängige Lernen mit Hilfe von mobilen Endgeräten. Wenn sich die Lerninhalte an die unterschiedlichen Bildschirmgrößen der jeweiligen Geräte anpassen, so spricht man von responsive Design. Dabei werden z.B. auch Navigationselemente so dargestellt, dass sie einfach und intuitiv mit dem Finger bedient werden können.

 

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan


 

E-Learning oder Blended Learning Edition?

Für jeden Strategie die passende Edition

Ob reine Präsenztrainings, die Kombination aus Seminaren mit virtuellen Lernprozessen (Blended Learning) oder ausschließlich online – jedes Unternehmen hat eigene Ansprüche an die Aus- und Weiterbildung und verfolgt ein eigenes Lernkonzept. Um diesen unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden und um jedem Unternehmen genau den Funktionsumfang bieten zu können, den es benötigt, um die Aus- und Weiterbildung effizient gestalten zu können, gibt es Avendoo® ab sofort als E-Learning oder als Blended Learning Edition. Was die beiden Editionen unterscheidet? Das Veranstaltungsmanagement. Konzentriert sich die E-Learning Edition lediglich auf das Bereitstellen von digitalen Lerninhalten, enthält die Blended Learning Edition das umfangreiche Veranstaltungsmanagement, mit dem sowohl Präsenz- als auch Online Trainings erstellt, durchgeführt und nachbereitet werden können.

Die E-Learning Edition als Anreicherung

Avendoo Preismodelle E-Learning Edition

Gerade wenn es um die Einführung von E-Learning geht, stehen viele offene Fragen im Raum. Um nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen und auch, um die Mitarbeiter mit dieser neuen Form der Weiterbildung nicht zu überrumpeln, lohnt es sich klein anzufangen und mit der Zeit zu wachsen. Für dieses Szenario ist zum Beispiel die E-Learning Edition konzipiert worden, denn mit ihr kann die klassische Aus- und Weiterbildung mittels Präsenztraining durch gezielte digitale Lerninhalte angereichert werden.

Die Wissensvermittlung findet dabei weiterhin hauptsächlich in Form von Seminaren statt, weiterführende Inhalte werden aber mittels E-Learning ebenso angeboten. So könnte zum Beispiel nach der Veranstaltung „Erste-Hilfe-Kurs“ ein Dokument zur Verfügung gestellt werden, in dem die zentralen Handlungsanweisungen noch einmal zusammengefasst sind. Außerdem könnte auch das Feedback zum Referenten als Qualitätssicherung online abgewickelt werden.

Avendoo14 Blended Learning EditionAls Blended Learning Edition die Vorteile kombinieren

Für Unternehmen, die bereits erste Erfahrungen mit dem Thema E-Learning sammeln konnten bzw. die Unternehmen, die ihre Präsenzveranstaltungen nach und nach ablösen und den Lernprozess effizienter gestalten wollen, gibt es die Blended Learning Edition. Dabei werden die Vorteile von Präsenzveranstaltungen mit den Vorteilen des E-Learnings kombiniert.

Diese Blended Learning Edition enthält daher das integrierte Veranstaltungsmanagement von Avendoo®, mit dem es möglich ist, sowohl Präsenzveranstaltungen als auch Online Trainings – z.B. in einem virtuellen Klassenzimmer – zu erstellen. Ebenso ist die Verwaltung, Durchführung und Nachbereitung darüber möglich, so dass keine weiteren Systeme mehr notwendig sind. Blended Learning Schulungen weisen viele Vorteile auf:

  • Flexible Gestaltung – In Online Lernphasen werden die Inhalte einer zuvor stattgefundenen Präsenzveranstaltung aufgearbeitet und ergänzt – oder andersherum: Eine Online Lernphase bereitet die Lernenden auf eine abschließende Präsenzveranstaltung vor. Dadurch werden die Präsenzveranstaltungen optimiert und effizienter gestaltet – das führt zu einer nicht unerheblichen Kostenersparnis
  • Wissen vernetzen – Durch die Abwechslung bei der Schulungsmethode wird die Motivation bzw. das Durchhaltevermögen der Lerner gefördert und ihr Wissenshorizont erweitert
  • Orts- und zeitunabhängig – Die Mitarbeiter sind, dadurch dass sie das Lernangebot nach ihrem individuellen Bedarf nutzen können, zeitlich und örtlich flexibel
  • Persönlich – Während der Präsenzschulungen können sich Lerner austauschen und den Kontakt mit den Trainern aufnehmen, so dass eine persönliche Beziehung aufgebaut wird und der Lernende sich nicht allein gelassen fühlt
  • Evaluation – Mitarbeiter können Ihren Lernstand durch integrierte Lernstandkontrollen und Übungen besser einschätzen. Erst wenn Probleme wahrgenommen werden, besteht die Möglichkeit diese auszubessern, so dass eine individuelle Förderung möglich ist

Blended Learning Black Edition

Avendoo Preismodelle Blended Learning Black Edition

Für diejenigen, die den vollen Funktionsumfang von Avendoo® und exklusive Features nutzen möchten, für diese Unternehmen wird es im kommenden Jahr die Blended Learning Black Edition geben. Ein Highlight wird dabei das Ressourcenmanagement sein.

Das Veranstaltungsmanagement wird dabei um ein vollständiges Ressourcenmanagement erweitert, so dass nicht nur Räume und Trainerressourcen verwaltet werden können, sondern zum Beispiel auch bewegliche Materialien wie Fahrzeuge oder andere Güter. In diesem Rahmen werden die Möglichkeiten des Veranstaltungsmanagements erheblich erweitert, um auch umfangreiche Anforderungen abdecken zu können. Welche Funktionen genau in der Black Edition enthalten sein werden, erfahren Sie im kommenden Jahr.

Die Blended Learning Black Edition stellt darüber hinaus in Zukunft die Basis für kommende Key Features der nächsten Avendoo® Generationen.

Welches Lernkonzept ist das richtige?

Welche Lernstrategie bzw. welches Lernkonzept den meisten Erfolg verspricht, hängt individuell vom Unternehmen ab. Jedoch gibt es zahlreiche Studien, die vor allem Blended Learning als zukunftsweisend ansehen. So hat das MMB-Institut für Medien und Kompetenzforschung beispielsweise 2014 rund 70 Experten/innen in einer Umfrage nach der „Bedeutung von Anwendungen für das betriebliche Lernen im Unternehmen“ gefragt – und das Ergebnis war eindeutig: „Auch in diesem Jahr sind nahezu alle Befragten (99%) der Meinung, dass „Blended Learning“-Angebote, also eine Mischung aus traditionellen Präsenz-Lernformen und digitalem Lernen, in Zukunft die größte Bedeutung für das betriebliche Lernen haben werden. Damit bleibt die Bedeutung von „Blended Learning“ im Vergleich zum Vorjahr konstant (2013: 99%). „Virtuelle Klassenräume“ (85%; 2013: 88%) und „Mobile Learning / Learning Apps“ (83%; 2013: 85%) rangieren, mit unwesentlich schwächeren Werten gegenüber dem Vorjahr, wieder auf dem zweiten und dritten Platz.“ (Quelle: MMB Trendmonitor)

 

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan


 

E-Learning der Zukunft? Trends und Herausforderungen

NMC Horizon Report 2015

© Jan Gropp

Der NMC Horizon Report 2015: Higher Education Edition

Wie wird sich Bildung in den kommenden Jahren weiterentwickeln? Welche Trends und Technologien werden zu Veränderungen führen und welche Herausforderungen gilt es in diesem Zusammenhang zu bewältigen? Der NMC Horizon Report beschäftigt sich mit genau diesen Fragestellungen. In Zusammenarbeit mit zahlreichen Experten, dem New Media Consortium (NMC) und der EDUCAUSE Learning Initiative ist auch in diesem Jahr ein detaillierter Bericht entstanden, der zwar die Hochschullehre betrachtet, aber durchaus auch für die betriebliche Aus- und Weiterbildung im Unternehmen interessant ist.

Der Report nennt Trends, Herausforderungen und Technologien für insgesamt drei Zeithorizonte: kurzfristig (1 – 2 Jahre), mittelfristig (3 – 5 Jahre) und langfristig (5 und mehr Jahre). Gerade die kurz- und mittelfristigen Trends geben dabei wichtige Impulse und Inspiration.

Trend 1: Zunehmender Einsatz von Blended Learning

Laut den Bericht findet in den kommenden 1 bis 2 Jahren eine zunehmende Kombination von Online Lernangeboten und Präsenzveranstaltungen statt, auch bekannt als Blended Learning Lernkonzept. „Im Verlauf der letzten Jahre hat sich die Wahrnehmung von Online-Lernen positiv entwickelt, da mehr und mehr Lernende und Lehrende es als praktikable Alternative zu einigen Formen des Präsenzlernens betrachten.“ Diesen Trend können wir auch für Unternehmen feststellen. Die klassische Aus- und Weiterbildung in Form von reinen Präsenzveranstaltungen wird zwar mehr und mehr um Online Lernangebote erweitert und ergänzt, trotzdem müssen die vorhandenen Ausbildungsabteilungen und Trainingsanbieter noch mit diesem Thema wachsen. Oft ist es so, dass E-Learning als separates Feld gesehen wird und nicht als Teil vom Ganzen. Dabei spricht neben der Flexibilität und der leichte Zugänglichkeit der Inhalte vor allem die Integration von Multimedia für E-Learning bzw. Blended Learning. Darüber hinaus lassen sich auf diese Weise (Personal-)Kosten einsparen und die Lerner haben die Möglichkeit, nach Ihrem eigenen Tempo zu lernen.

Als berechtigte Herausforderung wird vor allem die Qualität der Angebote genannt. „Die Aufgabe […] wird es […] sein, wie Lehrveranstaltungen besser ausgestaltet werden können, von der Konzeption bis hin zur Durchführung.“ Insbesondere das Thema Methodik/Didaktik ist an dieser Stelle erwähnenswert, da in den Unternehmen häufig nicht die nötige Kompetenz vorhanden ist.

Trend 2: Neugestaltung von Lernräumen

Einen weiteren, kurzfristigen Einfluss wird laut dem Report das Thema „Lernumgebung“ nehmen. Vor allem für Unternehmen, die gerade erst Ihre Aus- und Weiterbildung in die Hand nehmen und noch keine ausgeprägte Lernkultur besitzen, können wir diesen Trend bestätigen. Die Frage nach den passenden Rahmenbedingungen (sowohl zeitlich als auch räumlich), damit Mitarbeiter/innen effektiv lernen können, wird dabei immer wieder in den Vordergrund gerückt. Die Experten des Horizon Reports bezeichnen eine Lehr-/Lernumgebung als optimal, die projektbasierte Interaktionen zulässt und dabei gleichzeitig Mobilität, Flexibilität und die Verwendung diverser Endgeräte berücksichtigt. Als Beispiel dafür wird das Nurse Simulation Lab der George Washington University genannt, ein erfahrungsorientiertes Lernlabor, das eine Krankenhausumgebung möglichst realistisch nachbildet.

Getreu dem 70-20-10 Modell lernen Mitarbeiter durch praktische, für den Arbeitsalltag relevante Erfahrungen am besten. Eine Lernumgebung, die dies berücksichtigt, ist daher besonders zielführend. Nicht nur Präsenzveranstaltungen können durch angepasstes, dynamisches Mobiliar und entsprechende Ausstattung zu einer verbesserten Lernumgebung beitragen, gerade auch im E-Learning kann die Gestaltung der Lernoberfläche dazu beitragen, dass sich der Lernende mit den Inhalten besser identifizieren kann und sie aktiver durchlebt, was wiederum zu mehr Lernerfolg führt. Neben der Einfachheit der Lernoberfläche spielt in diesem Zusammenhang auch der Gedanke der kontext-sensitiven, adaptiven Lernumgebung eine wichtige Rolle. Das heißt, dass die Lernumgebung den aktuellen Arbeitskontext erkennt und das Lernangebot entsprechend anbietet; und das hieße wieder Effizienz.

Trend 3: Zunehmender Fokus auf der Messung von Lernprozessen

“Es besteht ein wachsendes Interesse daran, neue Datenquellen für die Personalisierung des Lernerlebnisses, das fortlaufende formative Assesment von Lernprozessen und die Leistungsmessung zu nutzen.” Dieser Trend, der auch Learning Analytics genannt wird, dient dazu, Lernprofile zu erstellen und Lernaktivitäten zu analysieren, um daraus u.A. bessere didiaktische Ansätze entwickeln zu können und um den Lernprozess zu optimieren. Die Herausforderung liegt auch unserer Meinung nach darin, aus der Masse der Daten die nützlichen herauszufiltern, die den Lernprozess voranbringen und diesen nicht behindern. Darüber hinaus spielt gerade in der heutigen Zeit das Thema Datenschutz eine enorme Rolle. Zwar müssen Daten für die Anpassung und Sicherung der Qualität erhoben werden, oft reichen aber auch anonyme Daten dafür aus. Der NMC Report sieht daher in den kommenden 3 bis 4 Jahren die größte Aufgabe darin, angemessene Richtlinien zu definieren, um den Schutz der personenbezogenen Daten zu gewährleisten.

Den vollständigen Report (deutsche Version) mit allen Trends, Herausforderungen und Entwicklungen können Sie über diesen Link downloaden: https://www.mmkh.de/fileadmin/dokumente/Publikationen/2015-nmc-horizon-report-HE-DE.pdf

 

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan


Quelle

  • Johnson, L., Adams Becker, S., Estrada, V., and Freeman, A. (2015). NMC Horizon Report: 2015 Higher Education Edition. Deutsche Ausgabe (Übersetzung: Helga Bechmann, Multimedia Kontor Hamburg). Austin, Texas: The New Media Consortium.

E-Learning – und wann starten Sie?

E-Learning Einführung

© Viktor Hanacek

Checkliste für die Einführung von E-Learning

Die Einführung von E-Learning in die Aus- und Weiterbildung kommt – wie jeder andere Veränderungsprozess im Unternehmen – nicht ganz ohne Hindernisse aus. Da wären interne Widerstände, die Übermotivation einzelner Mitarbeiter aber auch Ängste und Konflikte, um nur einige Beispiele zu nennen. Aber auch die Auswahl des geeigneten Werkzeugs ist alles andere als leicht. Durch die richtige Vorgehensweise bei der Einführung, können die Hindernisse und Begleiterscheinungen aber deutlich minimiert werden.

Abstimmung und Kommunikation – das A und O

E-Learning einzuführen bedeutet keinesfalls nur nur ein geeignetes Werkzeug oder eine Software zu finden, es bedarf schon weitaus mehr: z.B. muss eine übergreifende Strategie ausgearbeitet werden, interne Prozesse verändert und optimiert werden und es müssen ausreichend Ressourcen zur Verfügung stehen. Dass Abstimmung und Kommunikation dabei nicht zur kurz kommen dürfen, versteht sich daher von selbst. Daher hier einige Einstiegs-Tipps aus unserer Erfahrung:

  • Stellen Sie Ihre Idee frühzeitig allen Beteiligen und Verantwortlichen vor, denn ohne das Engagement der Unternehmensleitung kann das Projekt nicht gelingen. Sie müssen das Vorhaben unterstützen und die Veränderungen fordern.
  • Denken Sie auch an die Personen, die E-Learning betrifft – nicht selten scheitert die Etablierung von E-Learning an der fehlenden Mitarbeitereinbindung
  • Notieren Sie sich in den Gesprächen die aufkommenden Kritikpunkte und Befürchtungen, damit Sie diese prüfen und einarbeiten können. Dadurch wird das Projekt automatisch ein Gemeinschafts-Projekt und nicht als klassische Maßnahme „von oben“ abgestempelt
  • Holen Sie sich auf jeden Fall auch von Anfang an den Betriebsrat mit ins Boot
  • Sollte es Fragen geben, bei denen Sie unsicher sind, versuchen Sie diese direkt mit Ihrem E-Learning Anbieter zu klären und keine Halbwahrheiten zu verbreiten
  • Kommunizieren Sie von Anfang an die Vorteile von E-Learning, aber verschließen Sie auch nicht die Augen vor den Nachteilen

Haben Sie diese Tipps berücksichtigt, kann es losgehen. Wichtig ist aber vor allem eines: E-Learning ist eine Ergänzung zu Ihrem vorhandenen Weiterbildungsprozess, aber erst durch die Kombination mit Präsenzschulungen, entsteht Blended Learning. Diese Lernform hat sich als diejenige bewiesen, die die nötige Effizient in den Lernprozess bringt. Die Herausforderung ist es daher, E-Learning in die vorhandene Lernkultur einzuflechten, um dann alle weiteren Schritte zu gehen.

Um Ihnen bei diesem Start ein wenig unter die Arme zu greifen, haben wir einige Fragen und Voraussetzungen zusammengestellt, mit denen Sie sich beschäftigen sollten, damit das Projekt „E-Learning“ gelingen kann. Sehen Sie diese bitte nur als Anregung – sollten Sie weiteres Interesse an diesem Thema haben, erarbeiten wir gerne in einem Beratungsgespräch zusammen mit Ihnen die passende Vorgehensweise für Ihr Unternehmen.

Lernkultur

  • Wie wollen wir intern im Unternehmen mit dem Thema E-Learning umgehen?
  • Wie kommunizieren, dass E-Learning eingeführt wird? (Vor- und Nachteile von E-Learning transparent darstellen)
  • Wie überzeugen wir unsere Mitarbeiter von unserer Idee und wie gehen wir mit Kritik um?
  • Wie wollen wir E-Learning in den Arbeitsalltag integrieren?
  • Wie werden die Mitarbeiter an das Thema E-Learning heran bzw. eingeführt?
    • Wie und von wem werden sie während des Lernprozesses betreut?

Interne Rahmenbedingungen

  • Wer ist intern der Ansprechpartner, wenn es um das Thema E-Learning geht?
  • Wie sehen die internen Rahmenbedingungen aus?
    • Zu welchen Zeiten darf und soll gelernt werden?
    • Welche Hilfsmittel sind erlaubt?
    • Was passiert, wenn Lernziele nicht erreicht werden / wenn der Erfolg ausbleibt?
      • Wie kann der Lernerfolg gemessen werden?
      • Wer ist für das Bildungscontrolling verantwortlich?

Lerninhalte / Zielgruppe

  • Welche Themen sollen geschult werden?
  • Welche Inhalte sind bereits vorhanden, welche müssen noch erstellt werden?
  • Sollen Lerninhalte extern eingekauft oder selber produziert werden?
    • Eigenproduktion:
      • Welche Mitarbeiter dürfen und sollen Lerninhalte erstellen?
      • Sind die Mitarbeiter mit der Technik vertraut?
      • Kennen sie die Rahmenbedingungen für den Lernprozess?
      • Haben sie ausreichend Wissen, um methodisch/ didaktisch sinnvolle Lerninhalte selber zu erstellen?
  • Welche Mitarbeiter(gruppen) möchten wir schulen (Zielgruppenanalyse)?
    • Welche Anforderungen und Bedürfnisse haben unsere Lerner?
    • Sind bei den Mitarbeitern/ der Zielgruppe die nötigen IT-Qualifikationen vorhanden oder müssen sie noch aufgebaut werden?
    • Sind die Mitarbeiter/ die Zielgruppe in der Lage, selbstgesteuert und eigenverantwortlich zu lernen?
  • Wer übernimmt welche Rollen im Lernprozess?
    • Autoren = Kursangebot erstellen & verwalten
    • Teamleiter = Mitarbeitermanager
    • Benutzer = Lerner

Weitere

  • Sind die technischen Voraussetzungen gegeben?
    • Sind für alle Lernenden Arbeitsplätze vorhanden mit Intra- bzw. Internetzugang?
    • Ist die interne IT-Abteilung auf das Projekt „E-Learning“ vorbereitet?
  • Wurden alle Datenschutzfragen geklärt?
  • Gibt es ggf. eine entsprechende Betriebsvereinbarung, da personenbezogene Lernergebnisse gespeichert werden?

10 Gründe, warum E-Learning sinnvoll ist

Diese Fragestellungen sind nur ein kleiner Ausschnitt von dem, was es bei der Einführung von E-Learning zu beachten gilt. Und auch wenn Sie die Fragen im ersten Moment vielleicht etwas überrumpeln, so sollten Sie sich (und Ihren Kollegen) vorhalten, welche Vorteile der Einsatz von E-Learning Ihrem Unternehmen bringen kann:

  • Ergänzung zu herkömmlichen Weiterbildungsmaßnahmen

    Erst durch die Kombination von E-Learning und Präsenzveranstaltung kann effizientes Wissensmanagement betrieben werden

  • Flexibel & effizient einsetzbar

    Der Lernprozess findet unabhängig von Ort und Zeit statt

  • Individuelles Lerntempo

    Jeder Mitarbeiter kann in seinem eigenen Tempo lernen – dadurch entsteht keine Unter- oder Überforderung

  • Bedarfsgerechte Qualifizierung

    Lerninhalte können dynamisch angepasst und aktuell zur Verfügung gestellt werden, so dass Mitarbeiter zeitnah und bedarfsgerecht qualifiziert werden können

  • Kostenersparnis

    Die Kosten für Reisen, Unterbringung, Seminargebühren und Material entfallen (auch wenn zunächst Kosten für die Etablierung der Lernplattform entstehen)

  • Verkürzte Ausfallzeiten

    Die Ausfallzeit der Mitarbeiter am Arbeitsplatz wird verringert, da keine An- und Abreise zum Seminarort mehr nötig ist

  • Interaktion

    E-Learning bietet weiterhin die Möglichkeit der Interaktion mit Trainern/ Referenten und den Teilnehmern

  • Chancengleichheit

    Die Mitarbeiter lernen in einem Umfeld, das Fehler und Experimente toleriert. Diese Art des Lernens ist gerade für introvertiertere Personen sehr angenehm, die so auch ihr Potenzial zeigen können

  • Mehrsprachigkeit

    International operierende Unternehmen können mittels E-Learning mehrsprachige Schulungen wesentlich unkomplizierter durchführen als „offline“

  • Nachhaltigkeit

    Präsenzschulungen allein wirken nur punktuell. In Kombination mit E-Learning wird Wissen auch nachhaltig vermittelt und erhalten


… und eigentlich stellt sich jetzt nur noch eine Frage: Wann starten Sie? (oder wie es die Hornbach-Werbung sagen würde: Mach es zu deinem Projekt!)

 

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan

Das richtige Lernkonzept macht’s

Methodik-LernkonzepteBlended Learning, Virtual Classroom oder ausschließlich Präsenzveranstaltungen vor Ort? Unternehmen, die ihre Mitarbeiter mit Hilfe von E-Learning aus- und weiterbilden, müssen sich zu Beginn einer neuen Schulungsmaßnahme mit einer Reihe von Fragen beschäftigen – unter anderem mit der Frage nach der geeigneten Schulungsmethode bzw. dem Lernkonzept. Um E-Learning erfolgreich in die vorhandene Aus- und Weiterbildungsstrategie zu integrieren, ist Basiswissen unerlässlich. Mit diesem ersten Überblick über die gängigen Lernkonzepte möchten wir Sie bei der anstehenden Erweiterung oder Umstrukturierung Ihrer Ausbildungsprozesse unterstützen.

Der Einstieg: Das Anreicherungskonzept

Das Anreicherungskonzept ist besonders für den E-Learning-Einstieg geeignet, da die Wissensvermittlung hauptsächlich in Form von Präsenzveranstaltungen stattfindet. In diesen Seminaren werden die Lerner vor Ort von einem entsprechenden Trainer geschult. E-Learning wird zur Unterstützung der Lehrveranstaltung, insbesondere der Materialbeschaffung (Unterlagen, Präsentationen, Informationen) verwendet und um die Vor-und Nachbereitung einer Schulung zu ermöglichen. So könnt zum Beispiel nach der Veranstaltung „Erste-Hilfe-Kurs“ ein Dokument zur Verfügung gestellt werden, in dem die zentralen Handlungsanweisungen noch einmal zusammengefasst sind. Eine andere Möglichkeit das Anreicherungskonzept einzusetzen sind Feedbackbögen, die vor einer Veranstaltung ausgefüllt werden, um die Erwartungen der Teilnehmer an die bevorstehende Veranstaltung zu erfahren. Zusätzlich kann der Feedbackbogen nach einer Veranstaltung zur Qualitätssicherung eingesetzt werden.

Aus zwei wird eins: Das Integrationskonzept

Das Integrationskonzept meint eine Kombination aus den Vorteilen einer Präsenzveranstaltung und den Vorteilen eines E-Learnings.  Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Blended Learning. Dabei werden die heute verfügbaren Möglichkeiten der Vernetzung über das Internet in Verbindung mit klassischen Lernmethoden und –medien zu einem sinnvollen Lernprozess genutzt. Dadurch sind sowohl Kommunikation und Information als auch Wissensmanagement möglich – losgelöst von Ort und Zeit.

Stärken einer Blended Learning Schulung

/ Flexible Gestaltung – In Online Lernphasen werden die Inhalte einer zuvor stattgefundenen Präsenzveranstaltung aufgearbeitet und ergänzt – oder andersherum: Eine Online Lernphase bereitet die Lernenden auf eine abschließende Präsenzveranstaltung vor. Dadurch werden die Präsenzveranstaltungen optimiert und effizienter gestaltet – das führt zu einer nicht unerheblichen Kostenersparnis.
/ Wissen vernetzen – Durch die Abwechslung bei der Schulungsmethode wird die Motivation bzw. das Durchhaltevermögen der Lernenden gefördert und ihr Wissenshorizont erweitert.
/ Orts- und zeitunabhängig – Die Mitarbeiter sind, dadurch dass sie das Lernangebot nach ihrem individuellen Bedarf nutzen können, zeitlich und örtlich flexibel.
/ Persönlich – Während der Präsenzschulungen können sich Lerner austauschen und den Kontakt mit den Trainern aufnehmen, so dass eine persönliche Beziehung aufgebaut wird und der Lernende sich nicht allein gelassen fühlt
/ Evaluation – Mitarbeiter können Ihren Lernstand durch integrierte Lernstandkontrollen und Übungen besser einschätzen. Erst wenn Probleme wahrgenommen werden, besteht die Möglichkeit diese nach einer Analyse zu bekämpfen und zu antizipieren, damit Ihre Mitarbeiter individuell gefördert werden.

Volle Flexibilität: Das Virtualisierungskonzept

Beim Virtualisierungskonzept nehmen Sie bewusst Abstand von Präsenzveranstaltungen und verlagern Ihre gesamte Wissensvermittlung in einen virtuellen Raum, einen sogenannten Virtual Classroom. In diesem können die Lerner sowohl asynchron nach ihrem eigenen Tempo lernen oder synchron an Webinaren teilnehmen und aktiv Wissensmanagement betrieben. Beim E-Learning wird den Lernern daher volle Flexibilität eingeräumt: nicht nur räumlich und zeitlich – auch inhaltlich.

Herausforderungen beim E-Learning

/ Höchste Priorität beim E-Learning hat das didaktische Konzept, welches die Lernenden erfolgreich und gleichzeitig abwechslungsreich durch die Schulung führen muss.
/ E-Learning erfordert eine hohe Selbstdisziplin bzw. Motivation bei den Lernern, so dass eine entsprechend zeitintensive Betreuung notwendig werden kann.
/ Für Webinare, bei denen die Lernenden synchron miteinander arbeiten, werden Moderatoren o.Ä. benötigt, damit der Lernprozess strukturiert abläuft und für alle Teilnehmenden von Erfolg geprägt ist.

Fazit: Aus der Praxis…

… können wir Ihnen das Integrationskonzept empfehlen, denn Blended Learning gibt sich weniger den rein technischen Möglichkeiten hin, sondern setzt vor allem auf den gesteigerten Lerneffekt durch die Kombination aus Online-Lernphasen und gezielten Präsenzveranstaltungen. Aber auch Präsenzveranstaltungen und E-Learnings haben ihren berechtigten Einsatz. Dennoch gilt: Der Inhalt bestimmt die Lernform und damit das Konzept – nicht andersherum.

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan