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Wissensmanagement und E-Learning: Das Feuer weitergeben

Wissensmanagement im E-Learning

© Chones

Wissensmanagement und E-Learning

Die Situation ist vermutlich jedem bekannt: Ein Mitarbeiter, der schon seit vielen Jahren für ein Unternehmen arbeitet, geht – sei es, weil seine Rente ansteht oder weil er in einer anderen Firma eine neue Herausforderung sucht. Die Gründe sind nicht von Bedeutung, denn er und seine Arbeitskraft werden demnächst fehlen – und nicht nur das, auch sein Wissen geht verloren. Um dem entgegenzuwirken, gibt es auf den ersten Blick eine einfache Lösung: Wissensmanagement.

Warum Wissensmanagement immer wichtiger wird

Überall gibt es sie, die Kollegen, die auf alle Fragen eine Antwort haben, weil sie seit vielen Jahren ein Teil des Unternehmens sind. Wenn ein solcher Wissensträger das Unternehmen verlässt, dann kann das nicht nur für seinen Arbeitsbereich und seine Kollegen problematisch werden, sondern auch für das gesamte Unternehmen.

Im Titel heißt es „Das Feuer weitergeben“ – denn so wie das olympische Feuer, das niemals erlöschen darf und immer weiter getragen werden muss, verhält es sich auch mit dem vorhandenen Wissen im Unternehmen. Allein durch den demografischen Wandel und den Mangel an geeigneten Nachfolgern stehen viele Unternehmen daher schon jetzt vor der Frage „Wie soll es nun weitergehen?“ Für den einen mag es ein Werbesatz sein, der andere erkennt darin eine Wahrheit „Der Erfolg eines Unternehmens hängt maßgeblich von den eigenen Mitarbeitern ab“. Es muss also nachhaltig sichergestellt werden, dass erlerntes Wissen weitergegeben wird, damit es gemeinsam genutzt werden kann. Aber wie?

Anforderungen an den Wissenstransfer

Wie in so vielen Unternehmensbereichen gilt auch für den Wissenstransfer bzw. das Wissensmanagement: Ohne Führung und ohne Kultur geht’s nicht. Soll heißen: Wissenstransfer muss gelebt, gefördert und akzeptiert werden. Um das zu verdeutlichen, eignet sich das sogenannte „T-O-M Modell“:

TOM-Modell WissensmanagementDie zur Verfügung gestellte Technik (T) sollte für alle Mitarbeitergruppen zugänglich und bedienbar sein. Hier gilt es auch ein System zu finden, das allen Altersgruppen gerecht wird. Sind soziale Netzwerke für jüngere Generationen schon ein Standard, so gilt das natürlich nicht für einen Mitarbeiter, der z.B. kurz vor seinem Ruhestand steht.

In der Organisation (O) sollten die Rahmenbedingungen für das Wissensmanagement verankert sein. Darunter fällt es z.B. auch, Anreize zu geben, die das Weitergeben und das Benutzen von Wissen fördern. Ebenso muss die Technik zu den bestehenden Unternehmensprozessen passen und die neuen Abläufe müssen einfach zu integrieren sein.

Das wohl komplexeste Element im T-O-M Modell ist der Mensch (M). Er muss in seinem Streben nach Wissen und der Weiterentwicklung seiner Fähigkeiten unterstützt werden. Zeitgleich ist man aber auch auf die Bereitschaft jedes Einzelnen angewiesen, die verfügbare Technik zu nutzen und dafür Zeit aufzuwenden.

Das Feuer weitergeben – aber wie?

Aus rein technischer Sicht gibt es ausreichend Möglichkeiten und Wege das Wissen in einem Unternehmen zu dokumentieren und somit für andere zugänglich zu machen, damit daraus ein gemeinsamer Nutzen entsteht. Allein Ihre Avendoo® Lernwelt bietet Ihnen unter anderem die Möglichkeiten, Foren, Blogs oder Lerntagebücher zu erstellen. Außerdem können Autoren auch eigene Lerninhalte schnell und einfach erstellen – und so für ein bestimmtes Thema in die Rolle eines Lehrenden schlüpfen.

Aber wie bei so vielen Dingen gibt es auch hier einen Haken – und der liegt genau in den eben genannten nahezu unendlichen Möglichkeiten, Wissensmanagement umzusetzen. Welches Instrument für welches Unternehmen zielführend ist, kann man pauschal nicht beantworten. Außerdem reicht es nicht aus, nur ein Tool zu implementieren, es muss auch auf die Motivation der Mitarbeiter zur Nutzung eingegangen werden. Denn: Wissensmanagement birgt nicht nur Chancen, sondern auch viele Hindernisse oder wie Marc O. Nitschke, Inhaber Konzepte und Beratung für Wissenstransfer, es sagt „Bei der Betrachtung der vorhandenen Möglichkeiten für einen Wissenstransfer könnte man gegenwärtig von einer „unerträglichen Leichtigkeit […]“ sprechen. Die Leichtigkeit begründet sich in dem noch nie dagewesenen Füllhorn an Möglichkeiten, mit der ein Wissenstransfer durchgeführt werden kann. […] Andererseits wird diese Leichtigkeit durch eine Unerträglichkeit getrübt, hervorgerufen durch die Qual der Wahl, den Mangel an Abgrenzung und Transparenz sowie eine Redundanz in den Funktionen parallel vorhandener Möglichkeiten.“

Natürlich bedarf es Zeit und Ressourcen ein Konzept zu entwickeln, Tools zu implementieren und die Akzeptanz für Wissensmanagement zu erreichen – aber bedenkt man den Mehrwert, der aus der Umsetzung resultiert, dann sollte schnell klar werden: Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf Morgen.

 

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan


Weblinks:

LMS? Ja! Aber welches?

Die Wahl des richtigen Learning Management Systems

Wer sich für den E-Learning Bereich interessiert wird schnell mit einer Vielzahl an sogenannten Learning Management Systemen ( kurz LMS ) konfrontiert – und diese Anzahl wächst ununterbrochen. Für die Suche nach einer geeigneten kommerziellen Lernplattform ist es wichtig, dass der Auswahlprozess strukturiert, aber vor allem diszipliniert abläuft, denn eine falsche Entscheidung und ein daraus resultierender Wechsel des LMS kann unter Umständen sehr teuer werden.

Wer sucht das LMS aus?

Bevor Sie mit der eigentlichen Recherche nach Lernplattformen beginnen, sollten Sie Vertreter aus jedem Geschäftsbereich mit einbeziehen, in dem künftig mit dem LMS gearbeitet werden soll. Denn: Jede Abteilung hat verschiedene Bedürfnisse und Anforderungen, die das LMS erfüllen sollte, damit das Unterfangen „E-Learning“ auch von Erfolg geprägt ist. Und so finden Sie die passende Lernplattform:

1. Auflistung aller kommerziellen Lernplattformen

Erstellen Sie eine Liste mit allen kommerziellen LMS, die generell in Frage kommen und fassen Sie danach die Bedürfnisse aller Beteiligten ebenfalls in einer Liste zusammen. Anhand dieser Liste können Sie nun konkrete Anforderungen an die Lernplattform formulieren und somit die Auswahl der potenziellen LMS deutlich verkleinern.

2. Anforderungen priorisieren

Um die geeignete Lernplattform zu finden  sollten Sie an dieser Stelle die Bedürfnisse bzw. Anforderungen priorisieren. Was muss die Lernplattform auf jeden Fall haben, was wäre nur the cherry on top? Reichen Ihnen zum Beispiel Schulungen und ein Online-Support oder möchten Sie auch jederzeit Hilfestellung über eine Support-Hotline beziehen können?

3. Anwendungsfälle und Demo-Vorstellungen

Bevor Sie nun verschiedene Anbieter von Lernplattformen zu Demo-Vorstellungen zu sich ins Unternehmen einladen, sollten Sie fiktive, aber mögliche Anwendungsfälle herausarbeiten, die das LMS später abdecken soll, um die tatsächliche usability herauszufinden.  Ziel dieser Anwendungsfälle ist es nicht den Vertreter ins Schwitzen zu bringen, sondern die Demo-Vorstellungen produktiv und für Sie zielführend zu organisieren. Natürlich sollten Sie diese Anwendungsfälle dem Anbieter vorher mitteilen, damit sich dieser auch darauf vorbereiten kann.

4. Erfahrungen einholen und Entscheidung treffen

Nach den einzelnen Demo-Vorstellungen ist Ihre anfangs doch sehr lange Liste potenzieller Lernplattform-Anbieter nun deutlich geschrumpft. Sie haben sich ausreichend über den Funktionsumfang informiert und bereits erste persönliche Erfahrungen mit dem Anbieter gemacht. Aber wer kennt den Anbieter besser als seine Referenzkunden? Niemand. Nutzen Sie diese Chance und befragen Sie Bestandskunden nach Ihrer Zufriedenheit.

Geschafft!

Anhand der vorliegenden Informationen sollten Sie nun eine fundierte Entscheidung treffen können, die zu Ihrem Unternehmen passt. Jetzt müssen Sie nur noch ein Angebot mit detaillierter Kostenaufstellung und zeitlichem Umsetzungsrahmen anfordern – und los geht’s.

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan