Die Macht der Stimme: Sprecher im E-Learning

Sprecher E-Learning

© Lukas Gojda

Lerninhalte mit Sprechern vertonen

Flüstern, schreien oder jubeln – die menschliche Stimme kann so einige Töne und Klänge erzeugen und damit bestimmte Emotionen bei uns hervorrufen. Kommen noch Rhythmus, Lautstärke und Betonung hinzu, findet eine tiefe Verknüpfung mit dem Gedächtnis statt. Was für Hörbücher, Radio und Kino schon lange funktioniert, kann auch in der Erwachsenenbildung eingesetzt werden: die Stimme bzw. Sprecher im E-Learning.

Warum ein Sprecher Ihre Lerninhalte aufwertet

Die Inhalte einer Schulung können in den verschiedensten Formen vermittelt werden. Neben Text und Grafik eignet sich auch ein Sprecher, um etwas Abwechslung in den Lernprozess zu bringen. „Über 90 Prozent der Kommunikation spielt sich über Körpersprache und Stimme ab“ – dieses Potential gilt es daher zu nutzen. Hinterlegen Sie zum Beispiel eher textlastige Passagen mit einem Sprecher, erschaffen Sie Lernbegleiter oder binden Sie Ihre Inhalte in ein Storytelling ein, das mit Sprechern und Sounds arbeitet – die Vielzahl der Möglichkeiten ist unbegrenzt.

E-Learning bietet Ihnen die Möglichkeit, Inhalte online zur Verfügung zu stellen. Durch die Kombination aus Text, Grafik und Sprecher können Inhalte nicht nur visuell, sondern auch auditiv vermittelt werden, so dass unterschiedliche Lerntypen mit individuellen Bedürfnissen an den Lernprozess angesprochen werden.

Diese Art der Wissensvermittlung erzeugt beim Lernenden zum einen Spannung und Aufmerksamkeit, zum anderen haucht sie Ihren Inhalten auch Leben ein, macht sie authentisch und sorgt dafür, dass schwieriger zu verstehende Aspekte verständlich werden.

Nicht jede Stimme eignet sich für E-Learning

„Der Manfred aus der Buchhaltung hat so eine tolle Stimme, kann der nicht einfach unser E-Learning einsprechen?“ Eine Idee, auf die sicher nicht nur ein Unternehmen gekommen ist. Je nach Budget, Intention und Umsetzbarkeit gibt es für die Wahl eines Sprechers Pro und Contra, die jedes Unternehmen für sich individuell evaluieren sollte. Unumstritten ist aber, dass auch eine Sprecherstimme großen Einfluss auf den Lernerfolg nehmen kann. Eine Stimme erzeugt immer eine Emotion und Emotionen prägen sich tief in das Gedächtnis ein.

Dass die Lerner den Kollegen als Sprecher erkennen, kann aber auch schnell negativ auffallen. Hat dieser beispielsweise einen bestimmten Dialekt, spricht einige Wörter fremdlich aus oder hat der Lerner womöglich sogar eine Antipathie ihm gegenüber, achtet er mehr auf diese „Sprachfehler“ als auf den wahren Inhalt. Dadurch bleibt keine Zeit mehr, Ihren Inhalten zu folgen.

Neben den Kollegen gibt es natürlich noch weitere Möglichkeiten wie z.B. synthetische Stimmen (bestes Beispiel die Apple Stimme Siri) oder einen professionellen Sprecher. Während synthetische Stimmen zwar sehr preiswert, aber auch wenig authentisch sind, bedarf ein professioneller Sprecher mehr Zeit und mehr Budget, ist dafür aber qualitativ hochwertiger.

Nichts desto trotz gilt: die Sprache muss zum Inhalt passen. Was für einen Unterschied es machen kann, ob es sich bei dem Sprecher um einen Profi oder einen Laien handelt, können Sie anhand des Beispiels in diesem Beitrag selber hören: http://www.sprechersprecher.de/blog/profisprecher-e-learning-vs-amateure

Worauf Sie bei der Wahl des richtigen Sprechers achten sollten

  1. Geschriebenes vs. Gesprochenes Wort
    Eine bereits bestehende Schulung Wort für Wort durch einen Sprecher zu ersetzen, macht wenig Sinn, da eine inhaltliche und auch didaktische notwendig ist, um das Schulungsziel zu erreichen.
  2. Ohne Dialekt oder Akzent
    Gerade wenn Ihre Schulungen nicht nur an einem Standort zum Einsatz kommen, sollten Sie auf einen dialekt- und akzentfreien Sprecher setzen, damit Ihre Mitarbeiter nicht unnötig irritiert sind. In diesem Fall sind auch regionale Sprichworte oder Redewendungen mit Vorsicht zu genießen.
  3. Aufnahmequalität
    Alles, was den Lernenden von dem eigentlichen Inhalt ablenkt, geht auf Kosten des Lernerfolgs. Störende Hintergrundgeräusche oder eine schlechte Aufnahmequalität haben nichts in Ihrer Schulung zu suchen. Sie können im schlimmsten Fall auch den Eindruck suggerieren, dass die Inhalte nicht wichtig genug sind, dass sie hochwertig produziert werden.
  4. Verfügbarkeit des Sprechers
    Sollten Sie eine längerfristige, thematisch zusammenhängende Schulungsmaßnahme planen, ist die Verfügbarkeit des Sprechers kein unwichtiges Thema. Ein Wechsel der Lernbegleiter-Stimme führt nicht nur zu unnötiger Unruhe, sondern wirft auch Fragen beim Lernenden auf.
  5. Authentizität
    Der wohl wichtigste Punkt bei der Wahl des richtigen Sprechers: Authentizität. Der Sprecher bzw. die Stimme des Sprechers muss zu Ihrem Inhalt passen und diesen unterstützen. Sie muss Ihre Aussagen glaubhaft vermitteln und gleichzeitig dafür sorgen, dass sich Ihre Mitarbeiter mit ihr identifizieren können. Dabei wird vor allem der Stimmfarbe viel Bedeutung zugesprochen.

Einsatzmöglichkeiten für Sprecher im E-Learning

Wie ein Sprecher im E-Learning eingesetzt wird, hängt vom didaktischen Konzept ab. Ob akzentuiert als Lernbegleiter oder als Hauptakteur im Storytelling: Setzen Sie auf kleine, strukturierte Wissenshäppchen, die einfach verzehrt werden können. Reduzieren Sie die Komplexität der Inhalte und profitieren Sie von der Vielzahl der Darstellungsformen. Ihre Mitarbeiter werden eine abwechslungsreiche Wissensvermittlung zu schätzen wissen.

Für mehr Action kann auch der Einsatz von passenden Sounds im E-Learning sorgen. Die Inhalte werden dadurch noch bewusster wahrgenommen und der Lerner wird in den Lernprozess integriert, da er ihn aktiv durchlebt. Die Wahl des richtigen Sprechers und der richtigen Geräusche erzeugt so nicht nur Emotionen und sorgt für die nötige (Lern-)Motivation, sie lösen vor allem Neugierde aus: Neugierde auf mehr Inhalte. Auf Ihre Schulung.

Hier ein Beispiel unserer Mediendesigner, das Sprecher und Sound miteinander kombiniert:

 

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan


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