MOOCs- Online Lernen in der Masse

MOOCs zeichnen sich durch hohe Teilnehmerzahlen aus

Im Internet kann sich heute quasi jeder frei weiterbilden. Das machen sich auch MOOCs zu Nutze.

Selbstständiges Lernen wird durch flächendeckende Anbindung an schnelles Internet und große Mengen an freiem Content immer leichter und beliebter. Egal, ob man sich im Sprechen einer fremden Sprache weiterbilden möchte oder einfach nur wissen muss, wie man selbst einen tropfenden Wasserhahn repariert, YouTube, Wikipedia und Co. machen es möglich. Und da auch mobiles Internet heute fast jederzeit verfügbar ist, ist dabei meist sogar egal, ob man zu Hause auf der Couch oder in der Straßenbahn sitzt. Allerdings sind es nicht nur YouTube-Tutorials, die ihren Weg auf Smartphones und Notebooks finden, sondern auch professionelle Inhalte von Unternehmen oder Universitäten. Das Wissen liegt auf der sprichwörtlichen Straße, man muss es nur aufsammeln.

Was sind denn nun „MOOCs“?

Aber was hat das alles mit dem merkwürdigen Wort „MOOC“ aus der Überschrift zu tun? So einiges! Und warum das so ist, sehen wir uns in diesem Blogartikel genauer an. Verständlicher wird das Ganze schon, wenn man das Akronym zuerst aufschlüsselt. Denn MOOC steht für:

M         wie      Massive

O          wie      Open

O          wie      Online

C          wie      Course

 

Massive Open Online Courses oder kurz MOOCs sind in ihrer Ursprungsform offene Online-Kurse mit hohen Teilnehmerzahlen, an denen theoretisch jeder teilnehmen kann. Sozusagen E-Learning für jedermann. Die vier oben aufgeführten Begriffe stellen den eigentlichen Gedanken hinter diesem Modell dar: Viele Teilnehmer, freier Zugang und es handelt sich um einen Online-Kurs. Heute gibt es viele verschiedene Formen von MOOCs. Aber dazu später mehr, denn um deutlicher zu machen, was das Besondere an diesen MOOCs ist, wollen wir zuerst in deren Geschichte abtauchen.

Aus Nordamerika in die Welt

Universitäts-Hörsaal

An amerikanischen Universitäten liegen die Ursprünge von MOOCs

Zu öffentlicher Bekanntheit haben es die MOOCs insbesondere über US-amerikanische und kanadische Universitäten gebracht. Als Geburtsstunde dieser Kurse gilt die Online-Veranstaltung Connectivism and Connected Knowledge der Kanadier George Siemens und Stephen Downes von 2008. Der offene Onlinekurs, der das konnektivistische Lernmodell im Zusammenspiel mit modernen Technologien behandelte, ist heute das Paradebeispiel für die sogenannten cMOOCs oder connectivistic MOOCs und konnte eine Anzahl von ca. 2300 Teilnehmern verzeichnen, zu denen nicht nur Studenten zählten.

Nicht schlecht für den Anfang, aber für die MOOCs sollte es noch weiter hinausgehen. An der Stanford University veranstalteten Sebastian Thrun und Peter Norvig den offenen Informatik-Kurs Introduction to Artificial Knowledge (CCK08), den ersten extended oder kurz xMOOC und erreichten damit unglaubliche 140.000 Lerner! Diese absolut beeindruckende Zahl macht deutlich, warum das M in MOOCs für Massive steht. Außerdem erreichten die MOOCs mit diesem Quantensprung in der Teilnehmerzahl international ein breites Publikum und ungeahnte öffentliche Aufmerksamkeit.

Wie sieht so ein Kurs aus?

Das didaktische Grundprinzip hinter den Kursen ist letzten Endes keine große Besonderheit, wenn man modernes E-Learning als Maßstab anlegt. Denn MOOCs umfassen wie andere Kursangebote auch sowohl kooperative Online-Seminare als auch durchstrukturierte Vorlesungen ablaufen. Die Veranstaltungen werden häufig durch Lehrvideos, Virtual Classrooms, verschiedene Online-Aufgaben sowie Trainings und Foren getragen und erinnern somit auch an E-Learning in Unternehmen. Auch die Kombination mit Präsenzveranstaltungen ist denkbar.

Das besondere an MOOCs ist der Maßstab, den diese quasi aus dem Nichts angenommen haben und der Grundgedanke, freies Lernen über Ländergrenzen hinaus zu ermöglichen. Vergleicht man den Funktionsumfang vieler MOOCs zum Beispiel mit dem der Avendoo® Lernwelt, stechen diese nicht sonderlich hervor oder fallen sogar dahinter zurück. Vielmehr war es die Idee des freien Wissens und die sich daraus entwickelnde Eigendynamik, die MOOCs vor nun gut zehn Jahren zur Innovation gemacht hat.

Tablet liegt auf Buch

Wissen frei, jederzeit und überall zu vermitteln ist einer der Grundgedanken von MOOCs

 

Ein ganzes Alphabet von MOOCs

In den folgenden Jahren haben es die MOOCs so weit gebracht, dass nicht nur die öffentliche Bekanntheit wuchs, sondern auch die Anzahl und der Variantenreichtum an verschiedenen Kursmodellen rapide zugenommen haben. Denn neben den bereits vorgestellten c- und xMOOCs gibt es noch eine Vielzahl anderer Kurse, die auch die zu Grunde liegende Idee teilweise stark alterieren.

Vom s(mall) MOOC, bei dem die Teilnehmerzahlen doch wieder bewusst gering gehalten werden, über den blended MOOC, der das Kursmodell mit Präsenzlehre kombiniert und in ein Blended Learning-Konzept einbettet bis hin zum SPOC (Small Private Online Course) gibt es MOOCs in allen Größen und Formen. Außerdem werden die Kurse längst nicht mehr nur von Universitäten angeboten. Wer sich einmal in den Weiten des Internets umsieht, findet eine Vielzahl an offenen oder auch kommerziellen Angeboten, die Themenauswahl kennt ebenfalls keine Grenzen. Jeder von uns könnte just in diesem Moment Kurse im Internet suchen und sich in diese einschreiben.

Durch die Vielfalt an Kursen und verschiedenen Varianten der MOOCs wird ein Überblick aber zunehmend schwieriger und der Grundgedanke von 2008 tritt immer weiter in den Hintergrund. Aber eine Frage bleibt:

 

Was können wir von den MOOCs lernen?

Zwei Personen lernen am Bildschirm

MOOCs zeigen, dass Menschen lernen wollen. Das gilt auch für Ihre Mitarbeiter!

Auch wenn MOOCs ursprünglich ein universitäres Phänomen waren und auch heute noch am ehesten dort wiederzufinden sind, sollten auch moderne Unternehmen zumindest mal davon gehört haben, denn sie zeigen deutlich, welche Dynamik E-Learning in unserer Lern- und Arbeitswelt annehmen kann. Die angebotenen Kurse haben die Wissbegier der Teilnehmer geweckt, sodass ihre Zahl in die Tausenden und mehr ging. Die MOOCs zeigen deutlich: Menschen wollen sich weiterbilden, sie wollen lernen.

An den genannten Massive Open Online Courses haben zudem neben Studenten auch eine Vielzahl an anderen Teilnehmern partizipiert. E-Learning ist also auch für Menschen außerhalb der Hörsäle spannend und daher gerade auch für Unternehmen ein Pflichtthema.

 Zum Lernen motivieren mit Avendoo®

Mit der Avendoo® Lernwelt können auch Sie Ihre Mitarbeiter motivieren. Auf unserer Website finden Sie zahlreiche Beispiele, in denen Mitarbeiter verschiedenster Unternehmen durch Lerninhalte, die eine Geschichte erzählen, die Kreativität anregen oder eine Community schaffen ihre ganz eigene Lernwelt erfahren. Inhalte die fordern, zeitgleich aber auch Spaß machen, bringen die Lerner voran.

Dabei ist es nicht wichtig, ob kleines, regionales Unternehmen oder großer Konzern: Durch die Möglichkeit der Lernwelt Avendoo® und des Internets ist es egal, ob hinter den Bildschirmen zehn oder 10.000 Mitarbeiter lernen. Wichtig ist, die Wissbegier mit den passenden Lerninhalten anzuregen und das Beste aus dem Lernprozess herauszuholen. Denn so wie Universitäten Lerner auf der ganzen Welt begeistern konnten, können auch Sie Ihre Mitarbeiter begeistern!

Ein Blog-Beitrag von Hendrik Lüken

 


siehe dazu auch:

Offene Online-Kurse. Massive open online courses– Deutscher Bildungsserver

Hintergründe und Didaktik – e-teaching.org

Bremer, Claudia: Massive Open Online Courses. In: Knaus, Thomas/Engel, Olga (Hrsg.): fraMediale – digitale Medien in Bildungseinrichtungen [Band 3]. München 2013, kopaed. S. 30-48.

Schulmeister, Rolf: MOOCs – Massive Open Online Courses. Offene Bildung oder Geschäftsmodell? Münster u.a. 2013, Waxmann.