Learning Hacks für die Lernmotivation

Learning Hacks Lernmotivation

© Jakob Schiller

„Noch eine Weiterbildung? Muss das wirklich sein?! Ich kann meine Zeit doch auch sinnvoller nutzen…“ – ein Klischee, das sich leider noch immer hartnäckig hält. Aber warum eigentlich? Liegt es an der Qualität der Schulungsmaßnahmen, den Inhalten selbst oder der Lernumgebung? Warum Weiterbildungsmaßnahmen besonders im Arbeitsumfeld oft kritisch beäugt werden, kann viele Gründe haben – dabei ist eines sicher: Wenn Menschen motiviert und begeistert lernen, steigert sich der Lernerfolg – aber genau darin scheint das Problem zu liegen: die Lernmotivation fehlt.

Extrinsische vs. Intrinsische Motivation

„Möchte oder muss ich etwas lernen?“ – das ist die zentrale Frage wenn es um die Lernmotivation geht. Generell unterscheidet man zwei Formen der Motivation: Intrinsische Motivation meint das Lernen aus dem Inneren heraus, weil der Lernende etwas als interessant oder spannend ansieht. Bei der extrinsischen Motivation hingegen stehen der Lernende und die Inhalte der Schulung in keiner Beziehung. Die Lerninhalte werden bearbeitet, weil es so von dem Lernenden verlangt wird.

Die Lernmotivation hat aber nicht nur mit dem Lernenden selbst etwas zutun, auch andere Faktoren wie beispielsweise die Lernumgebung oder die Lehrmethode nehmen Einfluss auf die Motivation.

Mit diesen Learning hacks steigern Sie die Lernmotivation Ihrer Mitarbeiter

Learnings Hacks sind kleine, nützliche Tricks, die zum Beispiel beim Lösen eines Problems helfen und den Weg zum Ziel dadurch etwas abkürzen und vereinfachen. Für das Steigern der Lernmotivation haben wir für Sie diese 10 Learning Hacks zusammengestellt:

1. Content is King

Konzipieren Sie Ihre Lerninhalte so, dass sie jedem Mitarbeiter einen Mehrwert bieten. Setzen Sie auf praxisbezogene Themen, die dem Arbeitsalltag entsprechen. Dadurch steigern Sie automatisch auch die intrinsische Motivation. Außerdem setzen sich die Lernenden mit relevanten Inhalten intensiver auseinander, so dass sie das neu erlernte Wissen nicht nur reproduzieren, sondern auch anwenden können. Achten Sie bei der Konzeption der Lerninhalte auch auf den Wissenstand der Lernenden. Holen Sie die Lernenden im hier und jetzt ab und setzen Sie kein Wissen voraus.

2. Anreize schaffen

Sorgen Sie dafür, dass Lernen in Ihrem Unternehmen belohnt und gefördert wird. Schaffen Sie positive Anreize (z.B. durch ein internes Gewinnspiel), um die Lernenden zusätzlich für Schulungsmaßnahmen zu begeistern und zu motivieren. Kommunizieren Sie, dass Lernen etwas Positives ist und einen fest Platz in Ihrer Unternehmenskultur einnimmt.

3. Ohne Druck geht’s nicht

… aber zu viel Leistungsdruck demotiviert. Denken Sie immer daran: Lernen soll Spaß machen, sonst verfehlt die Schulung ihr eigentliches Ziel und ist sowohl für Sie als auch Ihr Unternehmen schädlich statt gewinnbringend – Lernfrust kann z.B. auch schon dadurch entstehen, dass der Lernende nicht selbstgesteuert und nach seinem eigenen Lerntempo lernen darf.

4. Der Kunde ist König

Und das ist in diesem Fall der Lernenden. Seien Sie lernerzentriert, indem Sie den Lernenden und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen. Sorgen Sie für eine angenehme und akzeptieren Sie die unterschiedlichen Lerntypen. Schaffen Sie Räumen, in denen sich der Einzelne bei Bedarf zurückziehen kann, denn: Lernen erfordert Konzentration und sollte nicht „mal eben nebenbei“ stattfinden.

5. Öfter mal was Neues

Setzen Sie auf eine abwechslungsreiche Darstellung der Inhalte. So halten Sie die Aufmerksamkeit der Lernenden hoch und laufen keine Gefahr, dass Ihre Inhalte ihr Ziel verfehlen.

6. Wissen interaktiv erleben

Vermitteln Sie konkretes statt abstraktes Wissen und nutzen Sie z.B. Storytelling, um Ihre Inhalte anschaulicher zu gestalten (Beispiele siehe: Lerninhalte). Auch interaktive Lernabschnitte, bei denen die Lernenden die Inhalte selber erarbeiten und erleben können statt diese nur zu konsumieren, wirken beflügelnd für die Lernmotivation.

7. Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung

Ihr Wissen lediglich weiterzugeben, genügt nicht. Bauen Sie regelmäßige Wiederholungen und Tests in den Lernprozess ein, damit das Wissen vertieft wird. Das hat auch einen positiven Nebeneffekt: Der Lernfortschritt wird sichtbar und sorgt für zusätzliche Motivation.

8. Auf SMARTe Ziele kommt es an

Spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und terminiert – so sollen Ziele sein. Formulieren Sie darüber hinaus auch kleine Zwischenziele, denn mit jedem Erfolgserlebnis erhöht sich die Lernmotivation.

9. Crossmediales Lernen

Nicht jede Person lernt auf die gleiche Art und Weise. Arbeiten Sie daher crossmedial über die verschiedensten Kanäle hinweg und regen Sie mit Ihren Lerninhalten alle möglichen Regionen des Gehirns an. Emotional besetzte Lerninhalte bleiben darüber hinaus besser in Erinnerung.

10. Neue Wege gehen

Auch der Lernprozess an sich unterzieht sich einem stetigen Wandel. Waren damals Präsenzveranstaltungen das A und O bei der Aus- und Weiterbildung, hat sich mittlerweile auch E-Learning seinen festen Platz verschafft. Scheuen Sie sich nicht, neue Lernkulturen wie z.B. das Social oder Collaborative Learning einzubinden, sehen Sie es eher als Bereicherung. Aber natürlich gilt auch hier: Seien Sie lernerzentriert und orientieren Sie sich an den Bedürfnissen der Lernenden: Jemandem eine Aktivität aufzuzwingen sorgt eher für Lernfrust statt für Lernlust.

 

Und zu guter Letzt noch diese Weisheit von dem Bildungsforscher Jürgen Overhoff: „Doch auch der glücklichste Lernende kommt irgendwann an den Punkt, wo er merkt: Lernen braucht auch Beständigkeit, Ausdauer und Selbstdisziplin.“

 

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan


Weblinks:

  • http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/MOTIVATION/Lernmotivation.shtml
  • http://www.zeit.de/2013/19/schulforscher-john-hattie
  • http://blog.testario.com/blogparade-welche-learning-hacks-nutzt-du/
  • http://www.easygeneration.net/2014/04/29/learning-hack-motivation/