Das kleine 1×1 der Fragen-Methodik

Fragen Mehtodik für WissenstestsErfolgreiche und weniger erfolgreiche Wissenstests unterscheiden sich vor allem durch eines: die Methodik der einzelnen Fragen – aber wie fragt man eigentlich richtig? Welche Methodiken gibt es und worauf muss man achten? Für diese Fragen haben wir Ihnen ein kleines 1×1 der Fragen-Methodik erstellt.

Unter dem Begriff „Fragen-Methodik“ verstehen wir die gezielte Verwendung von Fragetechniken, um das Wissen der Lernenden optimal abzufragen. Dabei unterscheiden wir generell zwischen geschlossenen und offenen Fragetypen. Bei geschlossenen Fragen muss der Lernende aus vorgegebenen Antwortmöglichkeiten wählen, also z.B. Ja/Nein-Fragen oder Single bzw. Multiple Choice-Fragen. Offen Fragen sind hingegen dadurch gekennzeichnet, dass der Lernende eine individuelle Beantwortung vornehmen kann, z.B. in Form von Freitextfragen.

Welche Methodik zu welcher Frage passt, hängt von Ihrem Inhalt ab und der Intention, die Sie damit bewirken möchten.

Unsere Bausteine für erfolgreiche Fragen

Dass jeder Wissenstest anders ist und einer individuellen Betrachtung bedarf, ist Ihnen sicher bekannt. Es gibt aber einige Grundregeln, die wir Ihnen aus unserer Praxiserfahrung heraus ans Herz legen möchten, damit die Fragen Ihres Wissenstests erfolgreich sind:

  1. Machen Sie sich, bevor Sie die einzelnen Fragen für einen Wissenstest erstellen, gründliche Gedanken zum Inhalt und definieren Sie ein Ziel, welches Sie durch die Abfrage erreichen möchten. Überprüfen Sie am Ende einer jeden Frage, ob diese dem Lernziel entspricht und hinterfragen Sie kritisch, ob Sie die passende Methodik gewählt haben.
  2. Verwenden Sie kurze Formulierungen und eine einfache Satzstruktur, damit Ihre Mitarbeiter auf Anhieb verstehen, worauf Sie mit dieser Frage abzielen.
  3. Stellen Sie klare Fragen, die einfach zu verstehen sind und formulieren Sie auch tatsächlich nur eine einzige Frage. Eine Kombination von mehreren Fragestellungen oder schwammige Aussagen können Ihre Lernenden überfordern und dazu führen, dass vom eigentlichen Inhalt abgelenkt wird.
  4. Formulieren Sie die einzelnen Fragen so, dass sie nicht nur die momentane Arbeit voranbringen, sondern auch dabei helfen, dass sich Ihre Mitarbeiter darüber hinaus weiterentwickeln.
  5. Fangfragen sagen Ihnen nichts über den Wissenstand Ihrer Mitarbeiter aus, sondern nur, ob er/sie den Fragentyp verstanden hat. Vermieden Sie diese also, denn so entstehen unnötig schwere Fragen.
  6. Bei der Wahl der Fragen-Methodik ist Abwechslung Trumpf. So halten Sie die Konzentration Ihrer Mitarbeiter aufrecht und motivieren sie.
  7. Bedenken Sie bei den einzelnen Fragen, dass Ihre Lernenden die Antwort auch kennen müssen bzw. fragen Sie sich „Woher können meine Lernenden das wissen?“. Das klingt womöglich etwas merkwürdig, aber nur die Inhalte, die Sie auch tatsächlich vermittelt haben, sollten Sie auch abfragen.
  8. Sobald Sie die Fragestellung einer Frage bearbeitet haben, achten Sie darauf, dass die Antwortmöglichkeiten noch zur Fragestellung passen. Falls nicht, nehmen Sie Änderungen vor.
  9. Führen Sie einen Vorab-Test Ihres Wissenstests durch. Durchlaufen Sie dabei den gesamten Wissenstest aus Sicht Ihrer Lernenden. Warum? Durch diesen anderen Blickwinkel werden Sie möglicherweise auf Probleme aufmerksam, die Ihnen beim Erstellen der Fragen nicht bewusst waren.

Was Ihnen der Einsatz der richtigen Fragen-Methodik bringt

Wenn Sie bei der Erstellung Ihrer Wissenstestfragen auf die Fragen-Methodik achten, führt das zunächst einmal generell dazu, dass Ihre E-Learnings interessanter und hochwertiger werden – und interessante E-learnings sorgen bei Ihren Mitarbeitern dafür, dass Sie die Aus- und Weiterbildung nicht als langweilig oder frustrierend ansehen, sondern einen echten Mehrwert daraus mitnehmen. Wir haben dazu eine einfache Regel aufgestellt: Bessere Fragenqualität = bessere Lernergebnisse = motiviertere Mitarbeiter = mehr Spaß an Aus- und Weiterbildung.

Sinnvoll ist in diesem Zusammenhang auch die Verwendung von Designvorlagen: Ihre Fragen werden nicht nur optisch ansprechend und einheitlich, sie enthalten auch standardmäßig alle wichtigen Elemente. Kurz: Titel, Handlungsaufforderung und Antwortbereich sind vorformatiert und müssen nur noch von Ihnen angepasst werden. So können Sie diese nicht mehr vergessen und gewährleisten im selben Zug, dass jede Frage einem gewissen Standard entspricht und, dass sich Ihre Mitarbeiter nicht bei jeder Frage neu orientieren müssen.

Ein weiterer Vorteil, der dadurch entsteht, dass Sie Fragen-Methodiken gezielt einsetzen, ist die Tatsache, dass Sie bei der Auswertung der Ergebnisse präzise und definierte Antworten erhalten, die eine höhere Aussagekraft besitzen. Der Grund dafür? Unüberlegte Fragestellungen können zu einem Interpretationsspielraum bei Ihren Mitarbeitern führen. Die Auswertung „falsch beantwortet“ kann daher z.B. darin begründet sein, dass Ihr Mitarbeiter Ihre Frage vielleicht nicht einmal verstanden hat. Im Umkehrschluss bedeutet eine richtig beantwortete Frage nicht zwingend, dass Ihr Mitarbeiter das Erlernte tatsächlich verstanden hat. Verwenden Sie daher gern auch offenen Fragen. So erhalten Sie ein viel besseres Bild, ob Ihre Mitarbeiter den Inhalt tatsächlich verstanden haben, diesen weiterführend bearbeiten können oder ob er/sie die Fakten nur auswendig gelernt hat.

Der Einsatz gezielter Fragen-Methodik hat allerdings auch eine Schwachstelle, die Sie nicht außer Acht lassen sollten – nämlich die Zeit. Diese wird unserer Meinung nach aber mit erfolgsversprechenden E-Learnings belohnt, aus denen eine erhöhte Mitarbeitermotivation resultiert – und das führt letzten Endes zu einer Optimierung Ihres Unternehmens.

 

Uns ist bewusst, dass unser 1×1 nicht vollständig ist und dass unsere Empfehlungen auf unseren persönlichen Erfahrungen beruhen, die wir im Laufe der Jahre gemacht haben. Sie kennen weitere Frage-Techniken oder haben andere Erfahrungen gesammelt? Dann erzählen Sie uns davon, in dem Sie einen Kommentar verfassen.

Ein Blog-Beitrag von Jennifer Jordan